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Jetzt habe ich ja schon eine ganze Weile nichts mehr von mir hören bzw. lesen lassen. Eigentlich sitzt man ja derzeit eher zuhause rum, um den Virus auszusitzen. Aber vor lauter mehr oder weniger freiwilligem Hausarrest habe ich gar keine Zeit mehr zu bloggen. Warum nicht!? Weil ich die Nähmaschine wiederentdeckt habe. Schon seit Jahren schlummert bei mir eine Billignähmaschine vom Discounter, nahezu unbenutzt. Die aktuelle Situation brachte mich dazu, dieses Maschinchen mal aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken und einfach mal ein paar Masken damit zu nähen. Komischerweise machte das auch noch Spaß, was ich nie und nimmer vermutet hatte, und ich probierte verschiedene Schnitte und Entwürfe sowie unterschiedliche Verarbeitungsmöglichkeiten aus. Die besten Tricks, um die Behelfsmasken optisch aufzuwerten, habe ich jetzt für euch zusammengestellt. Schnitte und Anleitungen gibt’s ja mittlerweile zuhauf und einander ziemlich ähnelnde im Netz.

Schönere Optik mit scharfkantigen Falten

Schöner und akurater sehen die Masken Modell OP-Maske aus, wenn die 3 Falten auf der Vorderseite jeweils knappkantig abgesteppt werden. Dadurch behält die Maske ihre Facon und lässt sich nach dem Waschen schnell wieder exakt in Form bügeln. Also als ersten Schritt an der Nähmaschine die äußeren Faltenbrüche auf dem Oberstoff erstmal knappkantig absteppen und dann erst die Falten an der Seite fixieren.

Die Faltenbrüche auf dem Oberstoff habe ich alle knappkantig abgesteppt, was die Optik der Maske absolut aufwertet.

Kanten absteppen

Für meinen Geschmack professioneller und schöner sieht es aus, wenn man bei den Masken die Ober- und Unterkante nach dem Verstürzen absteppt. Also erst rechts auf rechts die Stoffteile zusammen nähen, je nach Schnittmuster ggf. eine Wendeöffnung z. B. in der unteren Naht berücksichtigen und nach dem Wenden und dem Bügeln der Nähte die Kanten 7mm breit absteppen. In diesen 7mm lässt sich in der oberen Naht auch bestens ein kunstoffummantelter Draht als Nasenbügel unterbringen.

Auch hier wurden die Falten knappkantig abgesteppt und das Schrägband als Farbakzent ebenfalls knappkantig aufgenäht.

Kombination Stoff, Gummi, Schrägband

Es gab in den letzten Wochen Zeiten, da waren Gummibänder und Schrägband das neue Klopapier – vergriffen. Wenn man eine Quelle für Nachschub entdeckte, dann hat man diese tunlichst für sich behalten, um nicht auch diese Quelle versiegen zu lassen. Dementsprechend macht Not erfinderisch, wenn man weden Gummi in der richtigen Stärke noch Schrägband in der gewünschten Breite bekommt, ganz zu schweigen von den Wunschfarben.

Zu diesen beiden schön bedruckten Baumwollstoffen hatte ich nur das schmale Gummiband farblich passend. Beim Schrägband musste ich dann einen Kompromiss schließen, es hätte sowohl dieser bräunliche Farbtonals auch das helle Orange dazu gepasst. Wir haben uns für Orange entschieden.

Aber zum Glück ist der Kreativität keine Grenze gesetzt und so lassen sich bei den Behelfsmasken einfach auch unterschiedliche Farbkombis ausprobieren. Bei bunten Stoffen findet man sicherlich ein oder zwei Farben unter den vorhandenen Gummibändern und Schrägbändern, die entweder einen schönen Kontrast bilden oder aber gegebene Farbtöne aufgreifen. Auch wenn es nicht hunderprozentig passt, mit entsprechend ausgewähltem Nähgarn lässt sich dann alles perfekt verbinden – auch farblich. Wer einigermaßen gerade Nähe hinbekommt, kann sichtbare Steppnähte auch in der gleichen Farbe wie verwendete Gummi- oder Schrägbänder steppen.

Musterverlauf berücksichtigen

Wichtig bei Streifen- und Karostoffen ist, dass man den Musterverlauf berücksichtigt. Gerade beim Maskenmodell „Affenschnauze“ bzw. bei der Form, die an FFP2-Masken erinnert, wirkt es sich positiv auf das Erscheinungsbild aus, wenn man bei gestreiften oder karierten Stoffen darauf achtet, dass sich die Muster an den sichtbaren Nähten treffen. Dazu steckt man beim Zuschnitt bereits die Stoffe so aufeinander, dass sich markante Quer- und Längsstreifen auf der gleichen Position befinden, natürlich rechts auf rechts. Dann sollte es hinhauen, dass die Muster akurat zusammengefügt werden und nicht, wie ich es bei dem einen oder anderen DIY-Influencerlein ohne Nähkenntnisse gesehen habe, die eine Hälfte der Maske längs und die andere dezent schräg waagrecht gestreift ist.

Bei dieser Maske, die im Prinzip nur aus 4 Viertelkreisen besteht, habe ich darauf geachtet, dass an der Außenseite die Streifen penibel aufeinander treffen. Innen ist es mir um 1 mm verrutscht…

Design an vorhandenes Material anpassen

Wer in der glücklichen Lage, genügend 5 mm breites Gummiband in attraktiven Farben zu besitzen, der kann natürlich Ohrschlaufen aus Gummi nähen. Entweder eingefädelt in einen seitlichen Tunnel links und rechts der Maske oder aber die Sparversion, bei der nur ca. 15 cm lange Schlaufen links und rechts in die Naht mit eingearbeitet werden. Hat man jedoch nur breiteres Gummiband, dann lässt sich dieses entweder als eine Art Riegel für den Hinterkopf in zwei Ohrschlaufen aus Schrägband einbauen – sozusagen das, was derzeit als Ohrenschoner im Netz umhergeistert.

Hätte ich mal als Kind das Haus vom Nikolaus öfter gezeichnet. Eigentlich wollte ich das diagonal durchkreuzte Rechteck in einem Rutsch aufsteppen. Aber irgendwie ist es mir nicht gelungen. Vielleicht weil das Dach vom Haus vom Nikolaus fehlt … aber egal, was ich eigentlich zeigen wollte: man kann auch mal kreativ ein Gummiband annähen.

Oder aber man näht das breite Gummiband beispielsweise sportlich und mit Kontrastnähgarn – also eine andere Farbe – direkt auf die Maskenseiten auf. Beispielsweise im Quadrat und mit einem diagonalen Kreuz abgesteppt. Hat man nun Schrägband im Überfluss, so kann man dieses natürlich auch als Bändel verwenden. Aber bitte das vorgebügelte Schrägband an den umgebügelten Kanten doppelt zusammensteppen und nicht – wie ich es auch schon gesehen habe, die umgebügelten Kanten einzeln feststeppen. Nach dem ersten Waschen sieht das nämlich ziemlich abgeratzt und ausgefranst aus, auch wenn man denkt, schräg geschnittener Stoff franst nicht aus.

Eine Maske aus Möbelbezugsstoff und mit unterschiedlich farbigem Schräg- und Gummiband. Wichtig ist beim Schrägband, dass offene Kanten vermieden werden, da diese spätestens beim ersten Waschen unansehnlich werden.

Diese Tipps sind natürlich nicht vollständig. Ich bin mir sicher, ihr da draußen, die ihr auch Masken genäht habt, könnt hier bestimmt auch noch das eine oder andere ergänzend hinzufügen. Am besten in den Kommentaren – ich würde mich freuen! Übrigens, alle abgebildeten Masken habe ich vom Design über den Schnitt bis zur Ausführung an der Nähmaschine selbst gemacht.

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