Haferflockensuppe mit Gemüse
Diese Suppe hat nichts mit Rekonvaleszenzkost zu tun. Sie schmeckt super gut und ist perfekt, um eine leichte, warme Mahlzeit zu servieren.
Lesedauer 3 Minuten

Nicht erst seit der aktuellen CoronaKrise bin ich ein Fan alter und einfacher Rezepte. Schon länger koche ich so, dass ich mit möglichst wenigen Grundzutaten zurecht komme und je nach Vorrat dann variieren kann. Ein wenig hilft mir dabei auch ein Kochbuch aus den 50er Jahren, in welchem der Nachkriegszeit entsprechend Rezepte zu finden sind, die komplett auf exotische Zutaten verzichten und die auf die heutige Zeit übersetzt eine gute Basis liefern, die man je nach Geschmack, Geldbeutel und derzeit auch Verfügbarkeit von Lebensmitteln entsprechend abwandeln kann.

Haferflocken sind eine Grundzutat, die man eigentlich immer vorrätig habeen sollte. Man kann sie sowohl als süßes Frühstück warm oder kalt genießen, aber auch herzhaft verarbeiten oder zum Beispiel auch Cookies oder Bratlinge daraus basteln. Sie lassen sich ebenfalls gut in Kuchen oder Brote mit einarbeiten und letztendlich sind sie auch recht günstig zu haben. Derzeitig in konventioneller Qualität – also nicht BIO – im Discounter für knapp 0,50 € für 500 g. Deswegen habe ich immer ein paar Päckchen Haferflocken in kerniger und zarter Beschaffenheit zuhause. In BIO-Qualität vom Discounter liegen wir hier preislich ungefähr beim Doppelten – also immer noch ziemlich günstig.

Vor zwei Jahrzehnten zauberte meine Ma immer mal wieder ein Haferflockensüppchen mit Kressetopping aus einem Kochbuch irgendeines Sternekochs, der vermutlich auch vorher in den Kochbüchern seiner Mutter und Großmütter gestöbert hatte. Ich habe nun wie gesagt in einem Nachkriegskochbuch eine sehr einfache Version gefunden, die ich als Basis für sämtliche Varianten verwenden kann.

Ich mag jetzt nicht anfangen, eine großartige Zutatenliste zu schreiben. Dieses Rezept soll einfach in Prosa sein und soviel Raum wie möglich für individuelle Interpretationen geben. Diese wiederum sind ja auch ein wenig abhängig davon, welche Saison gerade ist und welche Vorräte man derzeit hat bzw. was frisch erhältlich ist.

Wie immer fange ich damit an, 1-2 Zwiebeln zu würfeln und in etwas Butter oder Butterschmalz anzudünsten. Wer mag, fügt noch 1-2 kleingehackte Knoblauchzehen hinzu und eine getrocknete kleine Chilischote. Bei mir befanden sich im Kühlschrank noch Karotten und Stangensellerie. Deswegen mussten ca. 3 Karotten klein gewürfelt und 2 Stangen von der Sellerie – ebenfalls klein gewürfelt – dran glauben und mit gedünstet werden. Nach ein paar Minuten bei geringer bis mittleerer Hitze gab ich dann 8-10 Esslöffel kernige Haferflocken dazu und rührte sie gut unter.

Anschließend mit ca. 1,5 Liter Wasser auffüllen und aufkochen. Salz, Pfeffer, Muskatnuss und nach Belieben auch Cayennepfeffer dazu geben und 15 Minuten bei geringer mittlerer Hitze köcheln lassen. Zwischendurch immer mal wieder umrühren. 3 Minuten vor Ende der Garzeit noch 1/8 – 1/4 Liter Milch dazugeben – ich mache das so aus der Lamäng – also aus dem Handgelenk. Wer hat, der kann aus dem Kräutertopf noch Petersilie und Liebstöckelschuh ernten und kleinhacken und dieses Grünzeug nach Ende der Garzeit einfach über die Suppe streuen. Fertig ist die sehr leckere und sehr günstige Haferflockensuppe, die absolut nichts mit Krankenhauskost zu tun hat. Für eine appetitliche Färbung sorgt noch eine Prise Kurkuma – aber wie gesagt, das ist nur Kosmetik…

Je nachdem, was ihr für Gemüse zuhause habt, könnt ihr zum Beispiel auch Pastinaken, Knollensellerie, Petersilienwurzel oder auch Tiefkühlerbsen oder Frühlingszwiebeln als Zutaten verwenden. Ich könnte mir auch gewürfelte Tomaten gut vorstellen – hier sind der Phantasie sicherlich keine Grenzen gesetzt. Als Topping ließe sich auch Kresse verwenden, Schnittlauch oder mit orientalischer Würzung vielleicht kleingehackte Minze.

Das ist so meine Art zu kochen. Selten so, dass ich irgendeine Zutatenlliste und ein Rezept minutiös abarbeite, sondern lieber mit einer bewährten Basis, die jederzeit variiert werden kann – je nachdem, was die Umstände gerade so bereithalten.

Mit so einer Suppe könnt ihr eine vollwertige Mahlzeit zaubern, wenn ihr zum Beispiel noch einen Salat dazu reicht und anschließend ein obstlastiges Dessert. Damit werden nicht nur in Krisenzeiten alle satt und glücklich sein.

Wer kann, der sollte sicherstellen, dass eine genügend große Auswahl an Kräutern auf der Fensterbank, auf dem Balkon oder optimalerweise im Garten gedeihen. Mit verschiedenen Kräutern gelingt es, auch dem langweiligsten Kohlehydratfraß noch ein wenig Geschmack einzuverleiben 😉 – in diesem Zusammenhang empfehle ich auch die Recherche nach Rezepten der italienischen Küche aus der Sparte „Cucina povera“.

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