Rotvioletter Kartoffelsalat
Dieser Kartoffelsalat in ungewöhnlicher Farbgebung schmeckt außergewöhnlich gut. Vielleicht für Heiligabend etwas zu schwülstig, aber spätestens an Silvester dürfte dieser Kartoffelsalat der Renner am Partybuffet sein.
Lesedauer 2 Minuten

Durch Zufälle entstehen ja oft die besten Rezepte. Genau so einen Zufall hatte ich gestern. Zufällig noch 1,5 kg La Violette übrig gehabt, eine Art Urkartoffel, die violett in Erscheinung tritt und auch nach dem Kochen noch tiefdunkellila auftritt. Also bestens für einen dramatischen Kartoffelsalat geeignet. Zudem ist diese Sorte auch noch richtig festkochend, was sie für mich geradezu ideal macht. Mittags haben wir die Hälfte als „Kartoffeln mit Butter und Salz“ verspeist, wobei wir hier die Butter durch Kürbiskernöl und das Salz durch selbstgemachtes Gomasio – japanisches Sesamsalz – ersetzt hatten. Sehr lecker!

Jedenfalls blieb ungefähr die Hälfte der abgekochten Pellkartoffeln übrig und ich entschied mich dafür, diese dann als Kartoffelsalat zu verwerten. Die lila Farbe der Kartoffelsorte knallt ja schon rein! Und auch geschmacklich sind sie absolut premium, um das mal im Vokabular meiner Tochter auszudrücken.

Also habe ich den Rest der Kartoffeln gepellt und in Scheiben geschnitten. Dazu kamen dann noch 2-3 Frühlingszwiebeln, weil ein wenig Grün tut dem Dunkellila schon ganz gut. Damit die sündhafte Bordellfarbgebung erhalten bleibt, habe ich zu diesen tiefdunkelviolett noch ein wenig Rot kombiniert, und zwar in Form von kleinen, süßen Paprikaschoten – gewürfelt natürlich – und ein paar geschmacksintensiven, geachtelten Cocktailtomätchen.

Und da mir bei der ganzen Geschichte so rein geschmacklich und habtisch noch etwas fehlte, was nicht frisch aus dem Kühlschrank, vom Marktplatz oder dem Acker kommt, habe ich einfach mein vor vier Monaten angesetztes Ferment geöffnet und dazu kombiniert. Farblich der Kracher, geschmacklich ebenso! Fermentierte Rote Bete mit Schalotten. Passten wunderbar zu den violetten Fingerkartöffelchen. Sehr genial. Hätten farblich auch ebenso zu meinen diesjährigen Ostereiern gepasst, aber das ist eine andere Geschichte.

Angemacht habe ich diesen sündhaft gefärbten Kartoffelsalat mit Salz, Pfeffer, Cayenne, Balsamico und Kürbiskernöl. Mehr nicht. Weniger ist oft mehr.

Als Kartoffelsalat für Heiligabend wird dieses Rezept wohl für die meisten unter euch schwierig werden. Ich gehe einfach davon aus, dass ihr keine fermentierte Rote Bete im Vorrat habt. Die sauer eingelegte aus dem Supermarkt könnt ihr dafür nicht nehmen. Schmeckt nicht. Dann lieber warten bis Silvester – der Salat ist bestimmt auch auf einem Partybuffet der Hit. Oder aber warten bis zu Heiligabend 2020… es lohnt sich!

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