Rezension No Shame - Wie wir den Teufelskreis der destruktiven Scham verlassen

Vor ein paar Wochen flatterte eine Buchempfehlung durch meine Facebook-Timeline, die mich sofort neugierig machte: „No Shame – Wir wir den Teufelskreis der destruktiven Scham verlassen“ von der als Sportreporterin bekannten Autorin Jessica Libbertz. Gespannt auf den Inhalt und ein paar neue Erkenntnisse erhoffend bestellte ich mir das Buch, zumal mich auch der Klappentext neugierig machte:

Wer kennt das nicht? Das bohrend schlechte Gewissen, die Schamesröte im Gesicht und die qualvolle innere Überzeugung des eigenen Versagens. Wir alle schämen uns. Manchmal nur flüchtig, wenn wir uns ertappt fühlen – bisweilen ergreift uns aber auchc eine nachhaltigere Scham, die unser Wohlbefinden massiv beeinflusst und krank machen kann. Der tief sitzende Grundgedanke „Ichc bin nicht gut genug“ führt dazu dass viele unter ihren Möglichkeiten leben. Doch die gute Nachricht lautet: Es gibt einen Ausweg aus der Schamfalle!

Jessica Libbertz demonstriert uns, wie es geht. Jahrelang fühlte sie sich ungenügend und stolperte durch verschiedene Krisen. Erst als sie den Schlüssel zum Kern ihrer Probleme fand, gelang ihr die Wende. Die Autorin erzählt von ihrem Kampf und ihrem Sieg über die Scham – und zeigt uns sowohl persönliche als auch wissenschaftlich fundierte Wege aus dem Teufelskreis der destruktiven Scham. Ein motivierendes Beispiel und eine wunderbare Anleitung zum Glück.

Das Buch ist in vier große Kapitel unterteilt, die mit den Überschriften NO SHAME, NO PAIN, NO STRiNGS und NO REGRETS schon in etwa die Laufrichtung des Buches andeuten. Man arbeitet also vom Problem langsam zur vermeintlichen Lösung hin, was ja grundsätzlich schon mal ein guter Ansatz ist.

Über den Inhalt möchte ich jetzt gar nicht soviel detailliert verraten, nur über die Art und Weise wie der Inhalt präsentiert wurde. Ich erwartete eine Art Ratgeberbuch, etwas, was relativ neutral geschrieben und für mich als Leserin leicht umsetzbar ist. Denn auch ich bin von dem Problem betroffen, dass ich bei manchen Dingen lieber vor Scham im Boden versinken würde, anstatt völlig enthemmt die Sachen anzugehen und damit möglicherweise sogar dem einen oder anderen auf den Schlips zu treten. Mag eine Erziehungs- und Generationensache sein, keine Ahnung, war aber für mich der Grund, warum mich dieses Buch neugierig gemacht hat.

Was ich hier inhaltlich vorfand, war für mich eher eine kleine Enttäuschung. Autorin Jessica Libbertz berichtet hier sehr subjektiv von ihren eigenen Erfahrungen und wie sie sich letztendlich von destruktiver Scham befreien konnte. Für mich zu sehr auf ihre Person gemünzt und zu wenig breit gefächert oder neutral. Es gibt einige Ansatzpunkte, die ich zwar sehr interessant finde und die es sicherlich auch näher zu beleuchten wert sind, aber insgesamt war ich von dem Buch eher enttäuscht. Ich halte es aber für möglich, dass viele andere das Buch mit Begeisterung lesen, weil sie vielleicht ähnlich wie die Autorin „ticken“.

Rezension No Shame Jessica Libbertz

Das Thema an sich ist interessant und dürfte ziemlich viele Menschen betreffen, keine Frage hat hier Frau Libbertz ein „heißes Eisen“ angefasst. Von daher kann ich das Buch empfehlen, um sich von hier aus einen weiteren Weg zu suchen, um sich aus destruktiver Scham zu lösen. Hier könnt ihr weitere Rezensionen lesen.

No Shame: Wie wir den Teufelskreis der destruktiven Scham verlassen

Autorin: Jessica Libbertz
Taschenbuch: 192 Seiten
Verlag: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH (6. März 2019)
ISBN-10: 3833868244
ISBN-13: 978-3833868245
Preis: € 16,99


1 KOMMENTAR

  1. Ich finde es immer schwierig, wenn in Ratgebern oder Coaching-Bücher immer nur Beispiele aus dem eigenen Leben des Autors oder von anderen Personen aufgezählt werden. Ich kann mich dann nur wenig mit dem Leben der anderen und deren Problemlösungen identifizieren.
    Danke für deine Buchbeschreibung. Ich hätte mich fast für das Buch interessiert.
    LG
    Sabienes

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