Katzen kommunikation
Katzen sind echte Kommunikationstalente. Jedenfalls beweist und das Miss Neko jeden Tag aufs Neue. Da könnte sich bestimmt so manch ein wortkarter Mitbewohner ein Scheinbchen abschneiden...

Man muss nicht unbedingt eine „crazy old cat lady“ sein um zu wissen, dass Katzen sehr wohl reden bzw. mit Menschen kommunizieren können. Es reicht auch schon, wenn man das Katzentier aufmerksam beobachtet, um festzustellen, dass der Miez eine ganz schön breite Palette an Möglichkeiten zur Verfügung steht, sich verständlich auszudrücken.

Auch meine früheren Katzen konnten „sprechen“ und nach einer gewissen Zeit wusste ich genau, was mit welcher Geste oder mit welchem Ton gemeint war. Die Kommunikation ging inhaltlich erheblich über ein „Ich habe Hunger“ hinaus.

Eine wahre Kommunikationskünstlerin ist Miss Neko. Möglicherweise liegt es daran, dass sie als Einzelkatze zu uns kam und von daher schon von Anfang an ziemlich auf Mensch-Katze-Verständigung konditioniert war. Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass sie nicht nur übernatürlich hübsch, sondern mindestens auch genauso intelligent ist, die Süße. Rein objektiv betrachtet natürlich…

Aber wie redet jetzt Miss Neko mit uns? Oder was erzählt sie uns bzw. welche Kommandos gibt sie ihren Dosenöffnern?  Abgesehen vom Gebrüll, das jeweils zu Essenszeiten stattfindet und das so eindeutig ist, dass man es kaum missverstehen kann, hat Miss Neko so allerlei drauf, um mir bestimmte Dinge mitzuteilen.

Spiel mit mir!

Nur zu sagen „ich möchte spielen“ wäre zu einfach, denn hier unterscheidet sich die Art der Kommunikation schon sehr stark dahingehend, was Miss Neko genau spielen und dass sie vor allem nicht allein spielen möchte.

Katz‘ und Maus

Will sie sich von mir durch die Wohnung jagen lassen, dann steht sie aufmerksam und sprungbereit in einem Abstand von ca. zwei Metern vor mir und schaut mich mit großen Scheinwerferaugen an. Da muss ich dann nur so tun, als ob ich ihr gleich hinterher rennen würde und schon rast sie in ein Zimmer am anderen Ende der Wohnung. Dort erwartet sie mich, um, sobald ich aufgetaucht bin, sofort wieder die Flucht zu ergreifen und vor mir davon zu rennen. So spielen wir das eine viertel oder halbe Stunde lang, bis Madame ermüdet ist. Zwischendurch kommt von ihr immer ein freundschaftlicher Blinzelblick, vermutlich um mir einfach zu signalisieren, dass das alles Spiel und keine böse Absicht ist…

Vogel-flieg-Spiel

Will sie mit einer Federangel spielen, dann setzt sie sich so lange vor den Schrank im Flur und maunzt, bis es die begriffsstutzige Dosenöffnerin endlich kapiert hat und das Katzenspielzeug aus dem Schrank holt, um mit ihr zu spielen.

Die Jagd nach der roten Amöbe

Möchte Madame dem roten Punkt des Laserpointers hinterherjagen, dann setzt sie sich brav vor mich, natürlich mit einem Mindestabstand von einem Meter, und schaut hektisch hin und her, genauso, als ob sie den Leuchtpunkt des Zeigegerätes verfolgen würde.

Fang den Radiergummi

Hat Miss Neko hingegen eher Lust, einem kleinen Gegenstand hinterherzujagen, dann schippert sie diesen so lange über den Boden zu mir, bis ich kapiert habe, dass ich das Ding werfen soll, damit sie hinterhersprinten kann. Nur leider apportiert sie nicht. Das konnten meine ersten Katzen sehr gut, ich weiß nur nicht mehr, wie ich es ihnen beigebracht hatte.

Leckerli-Weitwurf

Will die Miez aber Leckerlis hinterjagen, dann hat sie eine ganz besondere Art und Weise, mir das zu verklickern. Im Büro steht ein altes hölzernes Puppenhaus meiner Tochter, keine Antiquität, sondern einfach so ein Ding aus unbehandeltem Holz. Dieses Haus ist mittlerweile das Katze-darf-Leckerlis-haben-Haus, vor allem wenn wir die  Wohnung verlassen, gibt es da noch 3-4  Leckerlis für sie, damit sie nicht mit zur Wohnungstür raushuscht.

Katzen und Kommunikation
Manchmal bin ich wirklich neugierig und möchte zu gerne wissen, was in diesem wunderschönen Katzenköpfchen so gedacht wird…

Mittlerweile hat sie sich aber etwas neues ausgedacht. Manchmal möchte sie gar nicht einfach nur ein paar „Bonbons“ abholen, sondern sie möchte, dass ich ihr diese auf den Balkon werfe, damit sie hinterher jagen kann. Also hüpft sie aufs Puppenhaus, schaut mich eindringlich an, hypnotisiert mich nachgerade, und wenn bei mir dann endlich der Groschen gefallen ist und ich mich anschicke, ihr ein paar Katzenbonbons aus der Tüte zu kramen, dann springt sie runter und setzt sich vor die Balkontür. Das heißt soviel wie: mach jetzt gefälligst die Tür auf und wirf die Dinger, damit ich die Leckerlis fangen kann – am besten noch ganz cool mit links in der Luft…

Ab ins Bett!

Aber Miss Neko kann sich nicht nur dahingehend äußern, wenn sie gerne spielen möchte, sondern sie sagt mir zum Beispiel auch: „Es ist spät und du solltest jetzt ins Bett gehen. Mit mir!“ Meist so gegen Mitternacht holt sie mich vor dem Rechner ab, maunzt mich an und lockt mich in mein Schlafzimmer. Wenn ich ihr dann folge, hüpft sie schonmal in mein Bett, fläzt sich hin und murmelt irgendwas wie: mach dich jetzt endlich fertig und komm‘ auch ins Bett – du musst mich noch kraulen! Nein, das interpretiere ich jetzt nicht einfach so rein, sondern es ist tatsächlich genau das, was mir die Miez mitteilt.

Tiefsinnige Gespräche mit der Katz‘

Und so quatscht Miss Neko lustig und munter mit uns und wir verstehen tatsächlich das meiste, was sie sagt. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass wir so gut wie alles verstehen und sie im Gegenzug ebenfalls jegliche Ansprache von uns kapiert. Auch wenn wir vordergründig nicht die gleichen Vokabeln verwenden, so findet doch eine Kommunikation auf einer Ebene statt, die weniger durch Worte definiert als durch das Zusammenspiel von Gesten, Artikulierungen und Lauten.

Ich bin jedenfalls sehr davon überzeugt, dass unsere vierbeinigen Familienmitglieder mehr verstehen als vordergründig erwartet wird.

Wie reden eure Haustiere mit euch? Habt ihr auch schon festgestellt, dass die Kommunikation mit einem Haustier über die Themen „Futter“ und „Freude“ o.ä. hinausgeht? Ich empfinde die Unterhaltungen mit unserer Katze fast schon als „komplex“, da sie über die reine Mitteilung von Befindlichkeiten hinausgehen. Mich interessiert jetzt wirklich, wer ähnliche Beobachtungen gemacht hat – egal ob beim Hund, bei der Miez oder beim Goldfisch 😉

7 KOMMENTARE

  1. Oh ja meine Katzen haben auch immer mit mir geplaudert. Und vor allem diesese „Komm jetzt ins Bett“ kommt mir auch sehr bekannt vor.

    Meine Minoutschi liebt ja die Federangel heiß und innig und wenn sie mal nicht spielen mag, weiß ich da stimmt was nicht. – So funktioniert die Kommunikation auch ganz gut.

    Alles Liebe,
    Julia
    https://www.missfinnland.at

  2. Auch wir haben mit unseren Katzen kommuniziert. Jede hatte ihre eigene Art uns verstehen zu geben, was sie will. Allerdings gibt es auch Laute, die bei allen unseren Katzen, uns zu verstehen gaben, dass sie in den Garten möchten. Sie setzten sich vor die Tür schauten uns an und mauzten uns mit“ Mama mauauau..!“ so lange energisch an, bis wir die Tür aufmachen. Auch wenn sie Hunger hatten, hatten sie bestimmte Laute uns das zu sagen bzw.zu zeigen. Aber auch andersherum war es genauso. Ein energisches Nein war eine klare Ansage , dass man etwas falsch gemacht hat. Auch wenn sie etwas angestellt hatten liefen sie mit eingezogen Kopf, gesenktem Blick und eingezogenem Schwanz an uns vorbei in eine Höhle vom Katzenbaum. Nach dem Motto“ Wenn ich Dich nicht sehe,dann siehst Du mich auch nicht!“ saßen sie dann dort einige Zeit, um später dann schnurrend um unsere Beine zu streichen. Meistens war dann der Ärger verloren. Katzen sind einfach wunderbare Geschöpfe, die auch sehr schnell merken, wenn es einem nicht gut geht oder man traurig ist. Dann springen sie einem auf den Schoß und kuscheln sich an einen um eine zu sagen“ Nicht traurig sein, ich bin doch da!“ Ich liebe sie einfach so wie sie sind.

  3. Oh ich kenn das auch, meine sieben sprechen auch unglaublich viel mit uns. Das beste Beispiel ist einfach, man liegt morgens nichts ahnend im Bett und wälzt sich noch ein wenig hin und her. Da kommt unser Geronimo ins Bett gehechtet, leckt uns die Nase ab und mauzt so herzzerreißend, dass wir nicht anders können als genervt aufzustehen, dem Herrn und seinem Gefolge den Futternapf füllen und uns dann erst wieder hinlegen können.

    Aber wir lieben ihn genauso, wie all die anderen! 😀

    Liebe Grüße
    Sarah

  4. Ich finde es super, dass es anderen auch so geht, haha. Ja, sowas geht weiter als nur ums Futter. 🙂
    Lustig wird es wirklich, wenn man mal so darüber nachdenkt: wie viel man eigentlich am Tag mit ihnen redet und diskutiert und oft auch eine Antwort von ihnen bekommt… würden die Tiere nicht da sein, wäre das Leben viel zu still um einen herum. 🙂
    Liebe Grüße

HINTERLASSE EINE ANTWORT

Bitte trage deinen Kommentar ein!
Bitte trage deinen Namen hier ein