Das Thema mit dem Aufräumen scheint derzeit ein Dauerbrenner zu sein, nicht nur bei mir. Heute morgen begegnete mir direkt ein auf den Konmari-Hype gemünzter Kommentar im Magazin der Süddeutschen Zeitung, der genau das ausdrückte, was mir gestern tatsächlich noch unter den Nägeln brannte, als ich meinen vorigen Artikel verfasste.

Das eigentliche Problem ist nicht das Aufräumen, die Organisation oder die Haushaltsführung. Das eigentliche Problem liegt in der 24/7 Warenverfügbarkeit und damit einhergehender Konsumverführbarkeit. Es ist ein einziger Kreislauf derzeit, Weniger Kger Konsumaus dem es schwer auszubrechen ist. Vielleicht für einzelne einfach, für die Masse hingegen bedürfte es größeren Umdenkens. Und genau hier liegt vermutlich die Krux.

Wer möchte denn schon gerne freiwillig auf den Zweitwagen, geschweige denn den ersten verzichten. Und wer greift nicht gerne zu, wenn gerade irgendwelche tollen Schuhe, Handtaschen oder Sonnenbrillen gehyped werden und es diese Begehrlichkeiten auch noch rabattiert und zeitlich limitiert im Netz gibt!? Schließlich möchte man zeigen, dass man dazu gehört.

Weniger Konsum, mehr Ordnung

Genau genommen brauchen wir aber den ganzen Mist in dieser Menge gar nicht. Wir brauchen ihn, um das Rad in Bewegung zu halten, mit all den teilweise verheerenden Folgen, die da auf uns oder unsere Kinder und Kindeskinder zukommen werden. Okay, wird sich manch eine*r denken, Kinder in diese Welt zu setzen ist sowieso verantwortungslos. Ja, ist es, solange wir all das ignorieren, womit wir gerade global die Lebensgrundlage als solche sabotieren.

Wenn alles ein wenig zurückgefahren würde, wenn der Konsum wieder in vernünftigem Rahmen stattfände und nicht über den vorhandenen Bedarf, dann ließen sich bestimmt einige Probleme lösen, die uns derzeit beschäftigen.

Verzicht auf Ausbeutung von Mensch und Tier

Würden wir auf Überflüssiges verzichten, würde sicherlich auch nicht soviel produziert und letztlich vernichtet werden. Entsprechend müssten weniger wertvolle Ressourcen ausgebeutet werden und wenn wir schon bei Ausbeutung sind, dann ist mein nächster Gedanke, dass es dadurch auch weniger Ausbeutung von Mensch und Tier geben dürfte.

Ich denke, die Zeiten des ewigen Wachstums, der ständigen Gewinnmaximierung und der Bedienung von renditegeilen Anlegern sind Schnee von gestern. So langsam dürfte es eher um Themen gehen, wie man den erworbenen Standard einigermaßen aufrecht erhalten kann, ohne dass es irgendwann zu einem globalen Kollaps kommt. Natürlich kann man sagen, mir egal, nach mir die Sintflut. Das aber ist meiner Meinung nach rein egoistisch gedacht und sicherlich weniger bei den Leuten zu finden, die Kinder in die Welt gesetzt haben und denen hoffentlich ein gutes Leben wünschen.

Was tun gegen Verschwendung?

Wer jetzt wissen möchte, was eigentlich mein Beitrag dazu ist, um die Welt ein wenig zu verbessern oder nicht weiter zu belasten, dem kann ich hier nur antworten, dass ich diesbezüglich auf dem Weg der Besserung bin, aber lange noch nicht perfekt.

Was ich momentan mache, um das Rad der Überproduktion und Verschwendung und der damit einhergehenden Umweltzerstörung langsamer laufen zu lassen, ist deutlich weniger zu konsumieren als zuvor. Bei Klamotten zum Beispiel setze ich eher auf langlebige Klassiker als auf modische Kurzlebigkeit. Verführbar bin ich bei Wohnungsdeko und solchen Sachen. Aber hier habe ich mir mittlerweile angewöhnt, nur noch die Dinge zu kaufen, die ich wirklich unbedingt brauche und dann auch nur, wenn sie schon zweimal reduziert wurden. Damit kurble ich wohl das Rad nicht an, sondern nehme etwas, was ohnehin schon produziert ist und schon länger auf einen Abnehmer wartet – bevor es vielleicht verschrottet wird. Und nein, ich kaufe keinen Schrott, sondern wirklich nur das, was ich brauche. So bin ich zum Beispiel neulich zu zwei neuen (Nacht)Tischlämpchen à 4 Euro gekommen, die normalerweise 60 Euro pro Stück gekostet hätten…

DIY, Upcycling und Co

Ebenfalls gut finde ich, wenn man unter Familie, Freunden oder Bekannten das eine oder andere Stück tauscht. Jemand hat sich vielleicht an einer Stehlampe satt gesehen, ein anderer findet sie ganz toll – also einfach weitergeben statt entsorgen. Wer ein Händchen dafür hat, kann mit ein wenig DIY selbst aus wirklich sehr altbackenen Lampen wieder richtige Schmuckstücke machen.

Ideen gibt es noch viele dazu, die würden heute jedoch den Rahmen sprengen. Was sind eure Tipps, um ressourcenschonender zu leben? Ich bin gespannt auf eure Antworten in den Kommentaren!

16 KOMMENTARE

  1. Ich werde derzeit mehr und mehr zum DIY-Fan. Man kann soviel aus Dosen, Flaschen usw. zaubern und muss noch lange nicht alles wegschmeissen. Auch weniger Konsum steht bei mir ganz oben. Bisher klappt es ganz gut. Hier bin ich gespannt, wie es das das Jahr über durchhalte.
    Liebe Grüße zum Wochenanfang
    Sandra

  2. Ich versuche ich mich immer mehr daran zu halten und werde schon langsam ein richtiger Upcycling Fan. In puncto Essen hab ich ja das Glück, dass ich das meiste selbst anbauen und lagern kann, oder eben beim Bauern um die Ecke einkaufe.

  3. Hallo Salvia,

    ich bin ja immer sofort dabei wenn man von DIY und upcycling spricht. Der Vorteil dabei ist, dass man tolle Unikate bekommt. Auf meinem Blog stelle ich immer wieder einige Upcycling-Projekte vor.
    Ich bin auch ein großer Fan von Flohmärkten online und offline. Da bekommt man oft tolle Schnäppchen und wird seine alten, schon satt gesehenen Dinge los.

    Liebe Grüße
    Bea

  4. Deswegen werde ich jetzt auch den großen Online Versandhandel Ama*** nicht weiter bewerben, verlinken und nutzen! und das kann ich jedem nachhaltigen Blogger im Sinne der Vorbildfunktion nahelegen 🙂

  5. Seit ich meine Wohnung kräftig ausräume, ist mir der ganze Konsumwahnsinn auch deutlich bewusster geworden. Ich habe schon gar keine Lust mehr, mein Geld für irgendetwas anderes als Nahrungsmittel oder Dinge die ich unbedingt brauche auszugeben und möchte auch nur noch Kleidung kaufen, wenn ich wirklich welche brauche. Ich hoffe, dass dieses Denken bei mir lange anhalten wird.

  6. Wir leben schon lange eher minimalistisch und fahren damit seit Jahren gut. Ich mag auch gar nicht gerne kaufen und lasse mich da eher weniger beeinflussen.

    LG aus Görlitz
    Ina

  7. Ein sehr interessanter Beitrag! Ich finde ja, dass wir alle mehr oder weniger zum Konsum gezwungen werden. Die waren sind qualitativ immer schlechter, alles geht immer mehr kaputt. Nehmen wir als Beispiel elektronische Geräte. Ich habe nun innerhalb 6 Monaten einen Backofen, ein Kühlschrank und trockner austauschen müssen (ja mit zwei Kindern und ohne Wäscheraum zum aufhängen bin ich auf einen trockner angewiesen) und meine 3 Jahre alte Waschmaschine macht auch bald einen Abgang… Handys werden nach gewissen Updates schlechter und kaum mehr brauchbar. Es hört nicht auf sich zu drehen…
    Viele Grüße
    Wioleta von http://www.busymama.de

  8. Schön, dass du auf so ein wichtiges Thema aufmerksam machst. Also ich kaufe mittlerweile auch weniger und überlege auch genau – man hat ja eigentlich schon alles 🙂 Icu versuche vor allem nichts an Lebensmitteln wegzuschmeißen und immer alles aufzubrauchen.

    Liebst,
    Sarah von http://www.vintage-diary.com

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