Lesedauer 4 Minuten

Ist euch auch schon mal aufgefallen, dass stets zum Jahresbeginn das Thema „Ordnung und Sauberkeit“ sehr prominent gegenüber „Fitness“ und „Renovierung“ platziert wird? Sämtliche Discounter, Kaffeeröstereien und Frauenzeitschriften arbeiten sich jetzt durch diese drei großen Themen durch, bis es neue Highlights wie Valentinstag, Ostern und Muttertag gibt.

Tatsächlich bin auch ich jedes Jahr aufs neue von dem Wunsch beseelt, hier mal alles so richtig super toll in Ordnung zu bringen. Ihr wisst schon, am besten so, dass es für immer in diesem Zustand bleibt. Hahaha!

Tatsächlich ist es wohl bei den meisten so, dass die liebe Ordnung der empfindlichste Zustand sowieso ist. Kaum hat man mal soweit alles aufgeräumt und hoffentlich auch geputzt, schon kommt irgendjemand daher und schmeißt sein Zeug dorthin, wo es nicht hingehört. Socken vom Liebsten, Bücher oder Spielzeug vom Nachwuchs, eigene Klamotten oder Dinge, die sich eben so ganz automatisch an irgendwelchen Hotspots ansammeln. Zum Beispiel überflüssige Werbesendungen, Dinge die noch keinen festen Platz haben und anderes Zeug.

Oft mangelt es an Motivation zum aufräumen

Wie schön wäre es doch, wenn man endlich mal den kompletten Haushalt im Griff hätte und alles so wunderbar aufgeräumt wäre, dass jederzeit geschwätzige Nachbarn unangemeldet hereinschneien könnten! Genau deswegen habe ich mich jetzt mit ein paar „Tools“ versorgt, die mir dabei helfen sollen, diesen Zustand der Wohnung dauerhaft herbeizuführen.

Ordnung machen dank Facebook

Als erstes bin ich einer Facebook-Gruppe beigetreten, deren ausgemachtes Ziel es ist, die in erster Linie weiblichen Mitgliederinnen zum Ausmisten, Aufräumen und dauerhaft Ordnung zu halten zu animieren. Wie gesagt, fast nur Frauen in dieser Gruppe. Aber okay, wichtig ist nur, dass die Motivation stimmt! Hier wird übrigens frei nach Marie Kondo und Fly Lady gearbeitet.

Lieber Magic Cleaning nach Marie Kondo…

Magic Cleaning von Marie Kondo ist ja derzeit der Netflix-Hit schlechthin. Man schaut einfach zu gerne den anderen Leuten beim Aufräumen zu. Das ist schon fast so befriedigend, wie selbst aufzuräumen. Mir persönlich sagt die Methode von Marie Kondo nicht ganz zu, aber das ist vermutlich Typsache. Ich gehöre eher zu den Typen „Sammler“, die eben tatsächlich auch mal etwas jahrelang unbeachtet, aber nicht vergessen, irgendwo verstaut haben können. Und irgendwann kommt der große Tag, da braucht man genau dieses eine Ding und wenn es nach fünf oder zehn Jahren ist. Das würde nach der Methode von Marie Kondo vermutlich in einem persönlichen Desaster für mich enden, weil ich dann genau dieses Teil wohl entsorgt hätte, wenn es die letzte Zeit nicht benötigt wurde. Also nichts für mich.

…oder eher eine magische Küchenspüle mit Fly Lady Maria Cilley?

Da ist mir die Fly Lady Maria Cilley, die mir schon seit bestimmt zehn Jahren immer mal wieder im Netz begegnet, schon etwas näher. Sie ist nicht ganz so radikal dabei, sofort alles rauszuschmeißen, was ja auch nicht wundert, wenn man bedenkt, das japanische Appartements ungleich weniger Fläche zur Verfügung haben als amerikanische Einfamilienhäuser. Klar, dass Marie Kondo so ungefähr alles rausschmeißt, während man sich mit Fly Lady Maria Cilley sukzessive in Baby-Steps von Zone zu Zone vorankämpft. Ihr Buch „Die magische Küchenspüle“, was es mittlerweile auch auf deutsch gibt, habe ich erst vor ein paar Tagen gelesen und finde die Methode dahinter ziemlich hilfreich, auch wenn der Schreibstil sehr amerikanisch übermotiviert und dezent frömmelnd ist. Je nachdem, wo man sich auf der Ordungs-Unordnungs-Skala befindet, können die Tipps von ihr allerdings sehr förderlich sein, weil sie einfach so vorgeht, dass möglichst keine Überforderung entsteht.

Dank Perfektionismus zum perfekten Chaos

Überforderung beim Ordnung machen sähe dann beispielsweise so aus, dass sämtliche Schränke im Schlafzimmer auf einmal sortiert werden sollen und man am Ende des Tages weder fertig damit ist noch weiß, in wessen Bett man eigentlich übernachten könnte. Also schmeißt man alles, was man zuvor aus den Schränken gewühlt hat, auf die Schnelle wieder unsortiert hinein und schwupps! ist das Chaos größer als zuvor. Da dieser dahinter steckende Perfektionismus – alles oder nichts – eher kontraproduktiv ist, setzt Fly Lady Maria Cilley auf kleine Schritte, Baby Steps, um nach und nach die Bude auf Vordermann zu bringen. Ein paar Ideen habe ich mir davon schon abgeschaut und kann sagen, dass es bei mir tatsächlich etwas bringt.

Wir putzen jetzt wie ’ne WG

Ein weiteres Helferlein, was ich mir jetzt angelacht habe, um die Bude endlich mal dauerhaft auf Hochglanz zu bringen und die Streitereien mit Frollein Tochter um Mitarbeit im Haushalt etwas zu einzudämmen, ist eine App. Frollein Tochter, Miss Neko und ich haben uns jeweils auf unsere Smartphones die App Flatastic installiert, mit deren Hilfe wir die Aufgaben rund um Sauberkeit und Ordnung organisieren können. Wir drei haben uns sozusagen als WG angelegt und es gibt verschiedene Aufgaben, die entweder ausschließlich von einem oder abwechselnd erledigt werden können. Pro erledigter Aufgabe gibt es eine unterschiedlich hohe Punktzahl und wer am meisten Punkte am Ende einer Woche oder eines Monats hat, hat natürlich gewonnen. Übrigens, derzeit auf Platz 1 ist Miss Neko, da sie sich selbst ungefähr dreißigmal am Tag putzt und dafür stets vier Punkte kassiert…

Ein weiterer Ratgeber, den ich mir mal zum Thema „Ordnung“ gekauft hatte, ist dieser hier, den ich anfangs zwar ganz gut fand, dann aber aus zeitlichen Gründen irgendwie den Faden verloren habe. Deswegen kann ich jetzt gar nicht viel dazu erzählen, außer, dass er mir damals ganz brauchbar erschien. Aber warum und wieso – keine Ahnung! Vielleicht kennt das Buch ja jemand von euch besser als ich und kann im Kommentar etwas dazu sagen.

Habt ihr die besten Ordnungstipps für mich?

Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr die absolut organisierten Ordnungsmenschen oder gehört ihr auch eher zur Fraktion der ChaosQueens!? Ich sag mir ja immer, dass nur ein Genie das Chaos beherrscht und selbstverständlich auch, dass derjenige der Ordnung hält nur zu faul zum suchene ist…

Ich überlege gerade, ob ich euch an meinen Fortschritten teilhaben lassen soll oder ob es vielleicht doch nicht so interessant für euch ist. Was meint ihr dazu!? Eine MinimalismusChallenge wird das bei mir sicherlich nicht. Minimalismus als Trend ist ja eh nur dazu auserkoren worden, dass man erstmal alles wegschmeißt, um sich dann mit neuem „Kruscht“ einzudecken, der möglichst minimalistisch designed ist. Und wenn man sich daran dann sattgesehen hat, springt man einfach auf den nächsten Zug und richtet sich opulent ein – aber das sind nur meine 5 Cent zum Thema…

17 KOMMENTARE

  1. Hallo Salvia,

    ich habe auch mal angefangen nach Marie Kondo aufzuräumen. Kurz vor einem Umzug und das war tatsächlich eine gute Idee, denn so musste bei weitem nicht alles mit. Aber grundsätzlich bin ich auch eher für die Babysteps. Das frustriert nicht so schnell und gibt einem nicht so ein schlechtes Gewissen, was man alles unnötiger weise hat. Ich stelle immer fest, dass ich mal grundsätzlich aufräumen muss, wenn ich etwas suche, von dem ich weiß, dass ich es habe….

    Liebe Grüße
    Bea

  2. Liebe Salvia,

    ich gebe dir recht – die Themen sind alle sehr vorhersehbar und langweilen mich schön langsam ;-). ich habe meinen Perfektionismus als Working Mom schon längst beiseite gelegt, aber bin leider eher der Typ der wenn er einen Rappel bekommt, alles entsorgt. Später bereue ich es dann irgendwann bitter. In einem Entsorgungswahn habe ich einmal all meine Fluguniformen (ich hatte 4 nagelneue Garnituren von Lauda-Air und Austrian Airlines) aufgehoben und dann weggeschmießen. Jetzt würde ich alles dafür geben sie noch zu haben und meiner Kleinen zeigen zu können.

    Liebe Grüße
    Verena

  3. Ich kenne beide Systeme, habe jedoch keines der beiden Bücher gelesen. Zwar schaue ich aktuell die Kondoserie auf Netflix, kannte es jedoch bereits vorher. Aktuell miste ich fleißig meine Wohnung aus und es ist echt befreiend. Aber das System mit dem „macht es mich glücklich?“ ist absolut nichts für mich 😀

    • Ja, das ist für mich auch die falsche Fragestellung 😉 – Staubsauger zum Beispiel machen mich nicht unbedingt glücklich, ich brauche eben einen, der funktioniert… naja, wichtig ist letztlich nur, dass man sich hin und wieder von dem alten Zeug trennt, egal nach welcher Methode!

  4. Ordnungstipps habe ich keine. Ich bin ein Genie und beherrsche das Chaos! Nur Küche und Klo müssen immer sauber sein. Also zumindest sollte da nix länger als 24 unbeachtet herumliegen, sonst bekommt es am Ende noch Füße… Die Netflixserie will ich mir auch anschauen, wobei ich auch mehr der Sammler bin und mich emotional nur schwer trennen kann von Erinnerungsstücken. Das war ein Geschenk von meinem Vater, meiner Oma, oder sonst wem. Sowas wirft man doch nicht einfach weg!

  5. Obwohl ich schon länger in der selben Facebook Gruppe bin, habe ich erst jetzt so richtig zu entrümpeln begonnen. Zu Weihnachten hab ich das Buch zur Konmari Methode bekommen und freue mich richtig, nun durchzustarten. Wenn ich dann nur noch von Dingen umgeben bin, die mich glücklich machen, schaffe ich es auch hoffentlich ENDLICH mal Ordnung zu behalten. Auch dir wünsche ich alles Gute! 🙂

  6. die Marie Kondo Mtehode finde ich auch super genial! ich habe es zwar nicht zu 100% durchgesetzt, aber sehr wichtige Aspekte für mich mitgenommen – das wirft eine ganz andere Perspektive auf das eigene Leben und den Alltag 🙂

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von Liebe was ist

  7. Grundsätzlich achte ich schon auf Sauberkeit, aber staubfrei ist es nicht. Durch den stressigen Alltag kommt man ab und an nicht zum staubsaugen. Damit habe ich mich abgefunden. Einmal in der Woche putze ich das komplette Haus und unter der Woche fallen Kleinigkeiten an. LG, Claudia

  8. Also, es heißt ja immer „Ordnung ist das halbe Leben“ – ich lebe ganz klar in der anderen Hälfte. Komischerweise behalte ich trotzdem immer den Überblick. Seitdem ich meinen Konsum Richtung „Minimalismus“ runtergefahren habe, schaffe ich es aber verstärkt Ordnung zu halten. Schon allein deswegen, weil ich nicht mehr so viel habe um Unordnung zu stiften 😄

    Ein Lächeln,

    Miri

HINTERLASSE EINE ANTWORT

Bitte trage deinen Kommentar ein!
Bitte trage deinen Namen hier ein