Die erste vollständige Novemberwoche und was so alles ansteht.
Diese Woche überschlagen sich förmlich die Ereignisse - aber lest selbst!

Diese Woche kommt so harmlos daher mit so einem stinknormalen Montag, aber tatsächlich haben es die folgenden sieben Tage in sich. Zumindest für die Leute, die veranstaltungsmäßig überall dabei sein möchten.

29 Jahre Mauerfall

Abgesehen vom Neumond am Mittwoch, der ja immer stark den Neubeginn einer Sache unterstützen soll, feiern wir am 9. November tatsächlich schon 29-jähriges Mauerfallsjubiläum. Wer hätte das gedacht!? Als im sogenannten Westen Aufgewachsene hatten wir auch nahe verwandtschaftliche Beziehungen in die damalige DDR. Von daher ist mir noch durchaus bewusst, was es stets für ein Aufwand war, wenn mal wieder ein Besuch im Osten anstand. Andersherum ging’s ja fast nicht, da mussten schon sehr wichtige familiäre Ereignisse stattfinden wie Eheschließung oder Tod eines direkten Verwandten, damit ein DDR-Bürger einen Besuch im Westen hätte abstatten können. Da man damals aber noch keineswegs so oft heiratete wie heutzutage, waren die Gelegenheiten eher rar gesät. Niemand hätte übrigens vermutet, dass sich an der innerdeutschen Grenze jemals etwas würde rütteln lassen – und nächstes Jahr wird dieses Ereignis schon 30 Jahre hinter uns liegen! Und was schließen wir daraus!? Erwarte das Unerwartete!

Laterne, Laterne…

Ebenfalls neu in dieser Woche sind am Sonntag gleich drei Ereignisse. Zum einen wäre da der Martinstag, an dem man wieder Horden von Kindern in Begleitung lustiger Erziehungsberechtigter durch die nächtlichen Straßen ziehen sieht – meist endet der Martinsumzug dann bei feuchtfröhlichem Umtrunk mit Glühwein und Kinderpunsch. Mitunter kommt es hier aber durchaus zu Verwechslungen bei der Getränkeausgabe, wie wir es selbst schon erlebt haben…

Ausgeschnattert

Ab sofort werden wohl in sämtlichen Restaurants mit mehr oder weniger bürgerliche Küche die Martinsgänse landauf, landab serviert. Oft sind’s arme, geschund’ne Tiere, die ihr unglückseliges Dasein nach nur kurzer Zeit als beendet sehen mussten. Grundsätzlich habe ich nichts gegen den Verzehr von Martinsgänsen, bin hier aber eher der Meinung, dass man diese wenigstens direkt vom Bauern und aus artgerechter Haltung beziehen sollte. Kostet natürlich etwas mehr als der zähe Vogel aus dem Supermarkt, aber ist insgesamt auch um einiges besser.

Endlich darf man in die Weihnachtsbloggerei

Ebenfalls mit dem Martinstag beginnt traditionellerweise die Weihnachtszeit. Also, ab Sonntag braucht man sich über allgegenwärtige Angebote in Sachen Weihnachtsgebäck oder Weihnachtsdeko nicht mehr aufzuregen. Ab diesem Zeitpunkt gilt die Weihnachtszeit offiziell als eröffnet, selbst wenn die Hartgesottenen sich diesem Glitter noch verweigern bis der Totensonntag vorüber ist.

Helau, Alaaf…

Für alle Kölner, Mainzer und andere Karnevalisten ist der kommende Sonntag natürlich ebenfalls ein Jahreshighlight. Richtig, es ist der Elfte Elfte und somit beginnt die fünfte Jahreszeit. Das bringt nicht nur die Tanzmariechen auf Trab, sondern man wird jetzt wieder häufiger und öfter Schmalzgebäck in den Bäckereien finden. Passt ja auch ganz gut in die kalte Jahreszeit. In Stuttgart wird man an diesem Tag um elf Uhr elf die offizielle Eröffnung der närrischen Zeit auf der Rathaustreppe mitverfolgen können.

Diese Woche ist schon einiges geboten, egal ob man da jetzt mitmacht oder nicht. Wer Kinder hat, wird um das eine oder andere nicht drumherum kommen, Laterne basteln sollte da schon mindestens drin sein.

Was steht bei euch diese Woche an? Seid ihr beim Gans essen, Laterne laufen oder gar beim närrischen Rathaussturm dabei?

7 KOMMENTARE

  1. Wir waren gestern bei einem Martinsfeuer und morgen steht der Laternenlauf vom Kindergarten an. Ich finde es super, denn meine Tochter nimmt es zum ersten mal so richtig bewusst wahr und ist ganz fasziniert und singt Laternenlieder 🙂

    Liebe Grüße,
    Diana

  2. Liebe Salvia,
    ich gehöre tatsächlich zu den „Hartgesottenen“. Meine Oma hat immer gesagt, dass sich vor Totensonntag kein Weihnachtsschmuck in der Wohnung gehört. Daran halte ich mich bisher. Vielleicht sollte ich das auch noch mal überdenken.

    Wir waren nur noch zum Martinssingen. Ansonsten war die Woche einfach auf Grund von familiären Zusammenhängen super Nerven aufreibend.

    Liebe Grüße,
    Mo

  3. An den Mauerfall kann ich mich noch ganz genau erinnern … wir saßen in der Küche und meine Mutter hat den Radio ganz laut gestellt … so ein wichtiger Tag in der Geschichte! Martinstag bzw. Laternenumzug hatten wir zum allerersten Mal nicht mehr im Kindergarten … man möchte keine anderen Religionen „zwangsbeglücken“ … sehr traurig. Es wurde nicht einmal eine Laterne gebastelt.

    Liebe Grüße
    Verena

  4. Ach ja der Mauerfall, erinnere ich mich noch gut daran als 10 jähriger vorm TV und Radio mit der ganzen Familie verfolgt! St. Martin war für mich immer ein Highlight, leider gibt es ihn und die Umzüge immer weniger bei uns…, sehr schade!

  5. Das war damals schon toll mit dem Mauerfall! Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich hochschwanger auf dem Sofa gesessen bin und einfach nicht nach Berlin in diese Euphorie fahren konnte.
    Ich habe keine Verwandten im Osten und für mich war das wirklich, als hätte sich ein Vorhang geöffnet. Und ich finde es heute noch interessant, mit Leuten „von drüben“ zu reden.
    LG
    Sabienes

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