Ein neues Kochbuch ist immer spannend
Rustikal, aber liebevoll verpackt erhält man das Grundkochbuch Süd, wenn man es direkt bei den beiden Autorinnen bestellt.

Das nachhaltigste Geschenk meines Vaters an meine Mutter – wohlgemerkt 4 Tage nach der Hochzeit – war: ein Kochbuch der deutschen Küche! Meine Ma war gerade achtzehneinhalb Jahre, mein Vater ein paar Jährchen älter und seitdem existiert dieses Kompendium an Rezepten in Mutters Kochbuchschrank und wird regelmäßig verwendet. Genauso regelmäßig aber höre ich ihr Lamento darüber, wie ein Mann seiner frisch angetrauten Ehegattin so ein Buch zu Weihnachten schenken könne. Meine Erklärung dafür: sie waren beide jung, hatten wenig Geld und mein Vater dachte eben praktisch. Viele der Rezepte in diesem großen Kochbuch sind mittlerweile überholt, aber einige gehören nach wie vor zum Familienrepertoire an Lieblingsrezepten.

Deswegen habe ich mich auch sehr gefreut, als ich das Grundkochbuch Süd der Autorinnen Ingrid und Johanna Meißner entdeckte. Zuerst beim Osiander, unserem örtlichen Buchhändler am Marktplatz, wenig später auf der SlowFood Messe in Stuttgart.

Das Kochbuch wird ausgepackt
Beim Auspacken des Kochbuches bleibt es spannend – es ist noch einmal in Papier eingeschlagen und mit Visikenkarte und Postkarte versehen.

Für mich war es eine klare Entscheidung: dieses Kochbuch muss her, damit das Kind mal richtig kochen lernt. Frollein Tochter hat zwar mit ihren vierzehn Jahren schon so einiges gezaubert, jedoch waren das meistens irgendwelche Rezepte aus dem Netz, die eher exotisch in Richtung Crosscooking gingen, jedoch nichts mit süddeutscher Küche zu tun hatten.

Nachdem das Grundkochbuch Süd nun schon eine Weile bei uns im Regal stand, haben wir jetzt endlich Zeit und Muse gefunden, es auch einmal praktisch einzusetzen. Ich fragte also vor ein paar Tagen Frollein Tochter, ob sie Lust habe, etwas am Wochenende zu kochen, möglichst alleine und möglichst aus besagtem Kochbuch. Sie sagte zu.

Grundkochbuch auch für Teens und junge Erwachsene
Schon von außen wirkt das Buch sehr aufgeräumt und appetitlich

Daraufhin verzog sie sich erstmal mit dem Buch und blätterte genüsslich darin. Zwischendurch kam sie immer mal wieder zu mir und schwärmte mir vor, wie toll dieses Kochbuch sei. Auf meine Frage, warum sie davon so begeistert sei, bekam ich zu hören: Endlich kann ich mal nachschauen, wieviel man wovon pro Person als Verzehrmenge berechnen kann und endlich bekomme ich mal klar und deutlich erklärt, was solche Begriffe wie zum Beispiel dämpfen, dünsten oder schmoren bedeuten. Auch die Rezepte seien super erklärt und mit den bebilderten Schritt für Schritt Anleitungen sehr gut nachvollziehbar.

Okay, dachte ich, dann wollen wir’s mal probieren. Unter Berücksichtigung der bereits vorhandenen Vorräte suchten wir ein Rezept aus, das zum einen gut zur frühsommerlichen Küche passt, zum anderen dem Anspruch von Frollein Tochter gerecht werden sollte, sich möglichst gesund und slow carb zu ernähren.

Die Wahl fiel auf den Linsensalat von Seite 50. Das einzige, was wir hierfür noch kaufen mussten, waren eben Linsen, da ich nur rote und gelbe Linsen zuhause hatte. Frollein Tochter entschied sich für die kleinen, schwarzen Beluga Linsen, die von Haus aus schon sehr würzig duften.

Salat mit Linsen und Gemüse
Der Linsensalat aus dem Grundkochbuch Süd sollte es werden

Der Rest war dann eigentlich ein Selbstläufer. Ich durfte lediglich ein paar niedrige Tätigkeiten als Küchenhilfe verrichten wie Gemüse vorbereiten oder zwischendurch etwas spülen. Den Rest machte Mademoiselle alleine nach Rezept. Sogar beim Zwiebelschneiden legte sie sich voll ins Zeug und schnitt sie dieses Mal nicht „italienisch“, sondern würfelte sie in der Tat sehr fein.

 

Super an den Rezepten ist, dass man jeweils ein Grundgerüst an die Hand bekommt, nach dem man sich gut richten kann und gleichzeitig aber Gestaltungsfreiheit hat, indem es zum Beispiel heißt „Gemüse (z. B. Gurke und Tomate)“. Entsprechend haben wir dann auch ein wenig variiert und uns nach den vorhandenen Gemüsevorräten gerichtet.

 

Das Ergebnis war dann auch überzeugend, der Linsensalat nach dem Rezept aus dem Grundkochbuch Süd von Ingrid und Johanna Meißner schmeckte ganz hervorragend, sowohl Frollein Tochter als auch mir. Übrigens sind die beiden Autorinnen des Kochbuchs auch ein Mutter-Tochter-Gespann.

Von uns gibt es eine klare Empfehlung für dieses Kochbuch. Die größtenteils traditionellen Rezepte sind gut strukturiert aufgebaut, lassen aber trotzdem Raum für individuelle Noten. Die Aufteilung in die Bereiche Suppen und Eintöpfe, Salate und Kleinigkeiten, vegetarisch/fleischreduziert, Fleisch/Fisch/Geflügel und Süßspeisen/Desserts/Gebackenes ist übersichtlich und bietet eine ganze Menge an Rezepten, die sich auch gut zu Menüs zusammenstellen lassen.

Linsensalat mit Saisongemüse
Frollein Tochter präsentiert stolz Kochbuch und Salat – okay, ich habe ihr gesagt, ich möchte gerne alles auf ein Bild bekommen – das kam dabei heraus

Eingerahmt wird das Kochbuch von einem Teil, in dem verschiedene Fachbegriffe erklärt sowie Mengenangaben unter die Lupe genommen werden und von dem Teil mit den Grundrezepten zur Herstellung von Suppenbrühen, Soßen und Co. sowie einigen hilfreichen Tipps zu Nachhaltigkeit, Kräuteranbau und zu hauswirtschaftlicher Organisation in der Küche.

Alle Rezepte verwenden überwiegend regionale und saisonale Produkte und sind nicht mit einer Zutatenliste versehen, für die man erstmal mindestens fünf Läden abklappern muss, sondern die Zutaten sind überschaubar und gut erhältlich. Außerdem wird komplett auf Showeffekte verzichtet, das heißt, die Gerichte glänzen nicht durch kunstvoll Gestapeltes und effektvolle Dekorationen, sondern sind das, was man landläufig unter „ehrlicher Küche“ versteht. Was mir ebenfalls gut gefällt: auch wenn es sich überwiegend um traditionelle Rezepte handelt, so kommt dieses Kochbuch keinesfalls manieriert oder verstaubt daher, sondern modern, aufgeräumt und mit zeitgenössischem Layout.

Wer also seinem flügge werdenden Nachwuchs etwas Basiswissen in Sachen Kochen vermitteln möchte, ist mit dem Grundkochbuch Süd bestens beraten. Ich spekuliere ja darauf, dass Frollein Tochter zukünftig öfters mal den Kochlöffel schwingt und mich kulinarisch verwöhnt.

Dieses Kochbuch ist bewusst nicht beim Online-Riesen Amazon erhältlich, sondern ist entweder direkt bei den Autorinnen zu bestellen oder zum Beispiel über den regionalen Buchhändler Osiander.

Übrigens finde ich das Grundkochbuch Süd nicht nur für Anfänger gut, sondern auch als alter Hase konnte ich hier den einen oder anderen Tipp entdecken!

18 KOMMENTARE

  1. hei meine Liebe! Die Idee finde ich klasse, ich denke ich gleiche hier deiner Tochter, denn wenn ich mal was ausprobiere dann meistens irgendein Rezept aus dem Internet.. meine Mutter mag dass dann auch nicht, das es die Zutaten nirgendswo so ruck zuck zu finden gibt! Dabei hätte ich von der Kochschule auch so ein Grundrezeptbuch mit ganz vieleeeen einfachen, heimlichen Ideen.
    ich wünsche euch noch weiterhin viel Spass beim ausprobieren!

  2. So ein Grundkochbuch würde mir auch nicht schaden… Ich hab die wichtigsten österreichischen Gerichte vor ein paar Jahren von meiner Oma gelernt und koche sie einfach regelmäßig, damit ich sie nicht vergesse… Ich sollte die Rezepte aber wirklich mal niederschreiben… Hausmannskost ist einfach etwas ganz Feines 🙂

    Alles Liebe, Katii

  3. Ich habe so ein Grundkochbuch von meinen Eltern geschenkt bekommen als ich ausgezogen bin… Heute bin ich leidenschaftlicher Hobbykoch, dass Kochbuch war ein erster Schritt dazu!

    Viele Grüße

    Andreas

  4. unter dem Begriff Süddeutsche Küche habe ich mir doch tatsächlich was anderes vorgestellt und dachte erstmal, nee nciht so meins 😉
    aber gut, dass du mich eines Besseren belehrst! solche leichten Salate LIEBE ich!!!

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von Liebe was ist

  5. Ein Grundkochbuch habe ich jetzt nicht unbedingt. Aber als ich von zu Hause ausgezogen bin bekam ich ein paar Rezeptbücher, vor allem zum Thema backen und schnelle Gerichte für günstiges Geld 🙂
    Zur Zeit hole ich mir die Ideen aber eher aus dem Internet

  6. Unter süddeutscher Küche konnte ich mir beim Lesen des Titels noch gar nichts vorstellen. Dein gezeigter Linsensalat sieht aber mega lecker aus…und so ein Grundkochbuch würde mir auf keinen Fall schaden 😉

    Liebe Grüße,
    Verena

  7. Super Idee mit dem Grundkochbuch. Ich würd sowas nie gebrauchen, hab schon damals mit meinen Eltern mitgekocht und da sehr viel lernen dürfen.

    Trotzdem sicher eine tolle Sache für Kochanfänger.

    Alles Liebe,
    Julia

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