Produkttest-Anfrage und deren Folgen
Dies war eine der beiden besagten Mails von gestern, auf die ich mich dann bei der entsprechenden Plattform beworben hatte.

„Drum prüfe, wer sich ewig bindet“ – diesen Rat von Friedrich Schiller kann man heute noch ebenso gut anwenden, auch wenn die Ewigkeit mitunter heutzutage zeitlich etwas kurzfristiger terminiert ist.

Genau das habe ich gestern nicht getan, richtig geprüft, mit wem ich da eine Verbindung eingehe. Mir flatterten zwei Mails in das Postfach von einer Plattform, die angeblich Publisher und Advertiser zusammenbringt. Die Produkte, die es zu bewerben galt, fand ich auf den ersten Blick ganz interessant, vor allem deswegen, weil es eben nicht so das übliche war und weil der Fokus ganz klar auf Instagram lag.

Also klickte ich auf den Button „bewerben“, zumal ich genau von dieser Plattform schon seit einer kleinen Ewigkeit immer wieder angeschrieben wurde, mich dort wohl auch mal angemeldet hatte. Nur war eben bislang nichts dabei, was mein Interesse geweckt hätte.

Curiosity Killed The Cat

Lange Rede, kurzer Sinn: ich drückte den Button „bewerben“, durfte mich dann über meinen Facebook-Account einloggen und bei der Gelegenheit wurde mir angezeigt, welche Daten genau übermittelt werden sollten. Ich dachte noch: „Hmmm, ist aber ein wenig happig, ich klick mal ein paar Sachen wieder weg…“

Also entfernte ich die Häkchen bei genau den Werten, die ich auf „nicht öffentlich“ gestellt hatte, wie zum Beispiel Freundesliste oder Wohnort. Gewundert habe ich mich trotzdem noch, dass die Daten abgreifen können, die angeblich auf privat gestellt sind. Soviel zu „Trau! Schau! Wem?“

Der nächste Schritt war dann nur noch, die Verbindung mit Instagram herzustellen, was ja an sich nichts ungewöhnliches ist, da ja die meisten Plattformen dieser Art Einblicke in die Entwicklung des Accounts haben möchten und natürlich sehen wollen, ob die Relation von Postings zu Followers und Interaktionen hinhaut – obwohl, manchmal scheint es, als schauen sie da nicht genauer nach – bei 10 Bildern, mehreren zigtausend Followern und mehreren Tausend Likes pro Foto.

Instagram Influencer und die Folgen
Das war die zweite Anfrage, auf die ich mich aber wegen falscher Parameter nicht bewerben konnte…

 

Okay, so weit, so gut. Zumindest fast. Ich versuchte es im Anschluss noch bei einem anderen Angebot von eben dieser Plattform, da funktionierte aber die Bewerbung nicht, da ich wohl schon anhand meiner Eckdaten auf Facebook vermutlich aussortiert wurde – warum auch immer. Zu alt, die verkehrten Freunde, die falschen Likes – keine Ahnung.

Ruckzuck mehr Abonnements auf Instagram!

Nachdem diese beiden Punkte abgehakt waren, widmete ich mich wieder anderen Dingen. Etwas später am Tag schaute ich mal bei Instagram vorbei und musste gleich zwei- oder dreimal gucken. Ich weiß nicht, ob mir dabei die Kinnlade runterfiel, aber möglich ist es schon. Meine Abonnements, also nicht meine Followers, hatten sich schlagartig vermehrt. Die Anzahl der Accounts, denen ich angeblich folgte, lag auf einmal um die 800 bis 1000 höher als die Zahl, die ich zuvor noch in Erinnerung hatte.

Bei der Durchsicht der Accounts, denen ich angeblich folgte, erkannte ich ziemlich schnell, dass ich denen niemals bei vollem Bewusstsein gefolgt wäre. Egal, ob goldbehangene Rapper, A*sch&T|tten-Ladies, aufgeblasene Bodybuilder, vermeintliche Scheichs oder russische Neureiche – einfach quer Beet all das, was mich nicht interessiert. Und alle von denen hatten zigtausende Follower und selbst nur eine Anzahl im unteren dreistelligen Bereich an Abonnements…

 

EDIT: Falls ich jemanden versehentlich entfolge, dann bitte bei mir melden! 😑 DUBIOS Scheinbar über Nacht hat sich die Zahl derer, die ICH abonniert habe, massiv erhöht. Die letzte Zahl, die ich in Erinnerung habe, waren so ungefähr 2.300. Vorhin entdeckte ich, dass ich angeblich über 3.000 Accounts abonniert habe. Bei Durchsicht der Accounts konnte ich mich nicht erinnern, dass ich irgendeinen davon aktiv abonniert haben könnte. Ich habe inzwischen schon welche entfolgt, aber das geht ja nicht so schnell… Ist das jemandem von euch auch schon passiert? Irgendwelche Tipps? Gibt’s ein Tool mit dem man die zahlenmäßige Entwicklung der abonnierten Accounts sehen kann? Freue mich auf Antworten! #liebstoeckelschuh #abonnements #seltsam #achtung #irgendwasistkomisch

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Ich startete damit, die Accounts zu entfolgen, immer bis zu einer glatten Anzahl, die ich mir gut merken konnte. Wenn ich nach einer Weile wieder drauf schaute, waren meine Abonnements schon wieder in die Höhe gegangen. Also Passwort geändert und 2-Wege-Authentifizierung eingerichtet, nicht dass jemand bereits jetzt vollen Zugriff auf meinen Instagram-Account hat und demnächst damit macht, was derjenige will. Oder dass mir Instagram den Account sperrt, weil ich binnen 24 Stunden dann die Höchstzahl an Abonnements ausschöpfe…

Verbindungen radikal trennen

Als nächstes steuerte ich meinen Account via Webbrowser an und entfernte sämtliche Verbindungen zu irgendwelchen „Third Parties“, die mir dubios vorkamen. Also nicht die, denen ich schon seit Jahren friedlichen Zugriff gewähre, sondern eben die aktuell eingerichteten und ein paar andere, die zwar alt, aber nicht mehr aktuell waren, zum Beispiel der Zugriff von iconosquare, bei denen ich mal war, als sie noch kostenlose Dienste anboten.

Seitdem bin ich jetzt damit beschäftigt, meine Abonnements sukzessive zu löschen, natürlich nur die, die mir sozusagen aufgebrummt wurden. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen…

Ist euch so etwas auch schon mal passiert? Wie habt ihr das dann gelöst? Oder kennt ihr einfache, funktionierende Tools, mit denen man sich beispielsweise den Anstieg der Abonnements als Diagramm anschauen kann? Ich habe gestern danach gesucht, aber nichts passendes gefunden. Meist werden einfach nur Verlaufskurven zur Entwicklung der Followers, Likes, Postings & Comments angeboten. Für mich wäre der Verlauf der Abonnements aber gestern interessant gewesen, einfach um bestätigt zu bekommen, dass es an einem einzigen Tag eine Steilkurve nach oben gegeben hatte…

Ich habe übrigens Instagram von der ganzen Sache in Kenntnis gesetzt. Bin gespannt, ob ich eine Reaktion darauf bekomme oder ob das einfach irgendwo im Sande verläuft…

Dieser Beitrag darf gerne geteilt werden als Warnung an diejenigen, die in eine ähnliche Falle tappen könnten!

18 KOMMENTARE

  1. Deinen Artikel fand ich wirklich interessant.
    Ich halte von Influencerprogrammen, wo man seine Accounts verbinden (und sogar das Passwort angeben ) muss absolut nichts. Tatsächlich war ich bei einem Programm angemeldet, mit allen meiner Accounts, und im Nachhinein habe ich nach einem Tag dann doch alles wieder gelöscht. Warum muss man denn auch mein Instagrampasswort haben? Ich habe auch schon die Löschung meines Accounts gebeten…
    Im Endeffekt war das alles einfach sehr dubios.

    • Nunja, Influencer ist einfach der erweiterte Begriff für Blogger und Leute, die auf verschiedenen Social Media Kanälen zugange sind. Wennn Du ein Produkt in deinem Blog vorstellst und damit dein Publikum zum Kauf oder dagegen beeinflusst, bist du automatisch Influencer…
      LG
      Salvia von Liebstöckelschuh

  2. Boah, das ist ja der Wahnsinn! Sehr dreist, was diese Seiten so machen. So locken sie dann wohl Leute an und verkaufen auf der anderen Seite Follower, indem sie einfach dein Profil nehmen und dir Abos rein hauen. Da muss man mittlerweile wirklich aufpassen und das werd ich nach deinem Artikel gleich doppelt tun!

    LG, Katja

    • Ja, vermutlich werden sie die Follower verkaufen. Diese Profile waren auch alles welche mit mehr als Zehntausenden Followers, die sich ganz bestimmt welche dazugekauft hatten. Und da es dann „echte Followers“ sind, lässt sich das vermutlich von IG nicht ahnden.
      Liebe Grüße
      Salvia von Liebstöckelschuh

  3. Das ist der Knaller was dich manche Unternehmen leisten wirklich…
    Dreister kann man teilweise wirklich nicht sein. Ich meine es gibt heutzutage tausende von gekauften Follower auf Instagram, sodass man wirklich mal die Relationen von Likes und Abonnenten abchecken sollte…
    Wirklich guter Beitrag!
    Liebst, Malin von https://www.soulsdesire.at

  4. Ui Ui. Das nenne ich mal verarsche. Gut das du es so schnell bemerkt hast und direkt alles gekappt hast. Was manche sich eigentlich denken. Dreist und unverschämt. Danke für den guten Beitrag. Werde jetzt noch mehr drauf achten.

    lg Nadine von http://naddisblog.de

  5. Danke dass du mich auf deinen Artikel aufmerksam gemacht hast. Du glaubst es nicht…ich bekomme von dieser Shelby fast jeden Tag Emails. Habe die schon mehrfach gesperrt und immer direkt in den Papierkorb verfrachtet. Daran es es bei mir also nicht liegen. Allerdings habe ich eine App mit Insta verbunden….ich werde sie sofort deinstallieren 😊
    Liebe Grüße Nadine von tantedine.de

  6. Ops, da wäre ich auch entsetzt gewesen. Danke für den Hinweis, autorisiterte Anwendungen im Browser auf Instagram anzusehen. Da hatten mehrere Apps bei mir Zugriff, an die ich mich nicht erinnern kann.

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