Fünf Städte in Südfrankreich
Tour de Soleil - im Herbst ab nach Südfrankreich

Herbstferien! Unsere Zeit um zu verreisen. Wenn man sich auf dem Blog umschaut, dann sieht man hier eine gewisse Kontinuität. Das liegt nicht zuletzt daran, dass im Herbst Nebensaison ist und sich diese Tatsache begünstigend auf die Reisepläne einer SingleMom auswirkt. Auch das Wetter ist unserer Ansicht nach schöner. Nicht mehr sommerlich heiß, die Natur zeigt sich von ihrer bunten Seite und gleichzeitig verleiht sie allem eine gewisse Dramatik. Lange Rede, kurzer Sinn: Frollein Tochter und ich haben uns auf den Weg nach Südfrankreich gemacht, immer der Sonne entgegen.

Ein Koffer für zwei Personen

Angesichts der Tatsache, dass wir zwei nicht so muskelbepackte Mädels und außerdem mit dem Zug unterwegs sind, war die Auswahl der Klamotten, die mit auf die Reise dürfen, mit Bedacht vorzunehmen. Schließlich wollte ich als Hauptkofferverantwortliche nicht die Woche mit einem Bandscheibenschaden beenden, auch wenn der Koffer zwar Rollen hat. Erfahrungsgemäß muss man in Zügen das Gepäck irgendwohin wuchten und oft findet man auf die Schnelle auch nur die Wegstrecken innerhalb von Bahnhöfen, die über Treppen zu bewältigen sind. Ich spreche aus Erfahrung…

Deswegen gab es auch nur einen mittelgroßen Koffer für uns beide und für jeden noch einen vollgepackten 25-Liter-Rucksack. Das musste reichen. Okay, noch eine kleine Umhängetasche pro Person für die ganz wichtigen Dinge wie Geld, Tickets und Papiere.

Katzen lieben frisch gepackte Koffer
Miss Neko kontrolliert noch einmal den Koffer, bevor wir uns auf den Weg nach Südfrankreich machen

 

Ergo kamen in den Koffer nur Klamotten, die zum einen unempfindlich, zum anderen durch die Bank untereinander zu kombinieren und für jede Wetterlage tragbar waren. Unser konsequent durchgezogenes (Nicht)farbthema war grau, schwarz und weiß, dazu Jeans, also Hosen aus Denim. Denim? Warum ich das so betone, werdet ihr in einem der nächsten Artikel erfahren.

Abfahrt 6:51 Uhr – Gleis 9

Meine größte Sorge bei Zugreisen mit Zugbindung ist immer die, dass ich einen Zug oder Anschluss verpassen könnte. Dann wäre nämlich mindestens ein Ticket für die Katz‘, je nach Konstellation aber auch alle nachfolgenden. Deswegen war mein größtes Anliegen natürlich, unseren Zug nicht zu verpassen. Zum Glück habe ich eine Schwester, die irgendwie aufwachfreudiger ist als ich. Sie rief mich morgens um 5:30 Uhr an und rettete mir damit sozusagen die Reise. Unsere Wecker hätten wir nämlich konsequent ignoriert…

Als wir dann selbst soweit reisefertig waren, stand dann auch schon das vorbestellte Taxi vor der Tür und brachte uns sicher und pünktlich zum Stuttgarter Hauptbahnhof. Hier brauchten wir dann nur noch in den richtigen Zug einzusteigen.

Umsteigen in Paris

Paris hat sechs Bahnhöfe und jeder dieser Bahnhöfe bedient Züge in eine bestimmte und von einer bestimmten Richtung. Wir landeten aus Deutschland mit dem ICE kommend auf dem Gare de l’Est und hatten die nächste Zugverbindung eine gute Stunde später ab dem Bahnhof Gare de Lyon in Paris. Hört sich nach viel Zeit zum umsteigen an. Im Vorfeld informierte ich mich schon, wie wir am besten vom einen zum anderen Bahnhof kommen würden. Die Nutzung der Metro schien hier die sicherste Methode zu sein, Taxis und Busse könnten ja im Straßenverkehr stecken bleiben.

Die Verbindung war einfach, nur einmal umsteigen und man würde innerhalb von einer guten Viertelstunde am anderen Bahnhof sein. Das Problem war eher der Ticketkauf in Paris. An allen Ticketschaltern war ziemlicher Andrang. Ähnlich wie an der Kassenschlange im Supermarkt wählt man auch hier wohl mit einer gewissen Zielsicherheit genau den Ticketautomaten aus, an dem es besonders lange dauert. Ungefähr 20 Personen vor uns stand eine Großfamilie, die gewisse Probleme beim Bedienen des Automaten hatte.

Glücklicherweise entschloss ich mich nach der halben Wartezeit, Frollein Tochter mit Münzgeld ausgestattet alleine in der Warteschlange vor besagtem Automaten stehen zu lassen und mein Glück bei einem anderen Ticketdrucker um die Ecke zu versuchen. Das war unsere Rettung. Töchterlein geholt, zum Metro-Bahnsteig gesprintet, gerade die richtige Linie in die richtige Richtung erwischt und dann das:

 

 

 

 

 

Mit uns stieg ein Straßenmusiker in die Bahn ein, der gleich anfing ein sehr bekanntes Stück zu interpretieren, dessen Titel mir jetzt erst beim Schreiben wieder einfällt: Petite Fleur, 1951 komponiert und arrangiert von Sidney Bechet in Paris. Das war für mich jedenfalls die perfekte Begrüßung in Paris und deswegen bekam Mademoiselle gleich den Auftrag, die Situation auf Zelluloid zu bannen.

Im Galopp durch den Gare de Lyon in Paris

Kaum hatten wir die Linie 14 verlassen, schon zeigte uns ein Blick auf die Uhr, dass wir tatsächlich eigentlich keine Zeit mehr hatten, um noch einen Blick auf die schöne Architektur des Bahnhofes zu werfen, geschweige denn Bilder davon zu machen. Schnellen Schrittes ging es zu einem der Displays, auf denen angezeigt wird, von welchem Gleis aus der richtige Zug starten würde. Das ist einerseits eine gute Methode, um die Gleise frei von Passagieren zu halten, die erst in zwei Stunden fahren, andererseits aber auch etwas stressig für die Reisenden, wie ich mehrfach auf der Tour durch Südfrankreich feststellen durfte.

Wir nahmen also im vorbeirennen die Informationen zum Gleis auf und stellten dabei fest, dass es ein Gleis war, das sich in größtmöglicher Entfernung zu unserem aktuellen Standpunkt befand. Ab diesem Zeitpunkt kannten wir kein Halten mehr und galoppierten los – ohne Rücksicht auf Verluste. Wir erreichten den TGV 6211 nach Nîmes kurz bevor er seine Pforten für immer schloss – nur um dann eine dreiviertel Stunde lang per Durchsage im Fünfminutentakt über eine verspätete Abfahrt aufgrund technischer Probleme informiert zu werden…

Wie im französischen Spielfilm

Wie wir dann so auf die Abfahrt warteten und auch später, während der TGV 6211 die Fahrt Richtung Süden aufnahm, hatten wir genügend Zeit um Leute im Abteil zu beobachten. Bestand in den Zügen aus Deutschland nach Paris die Mehrzahl der Passagiere noch aus ziemlich deutsch aussehenden Menschen, so entdeckte ich jetzt auf einmal lauter bekannte „Typen“ aus französischen Spielfilmen. Natürlich waren es keine Schauspieler, aber genau diese Charaktere, mit denen französische Filme gerne besetzt werden.

Zum Beispiel das etwas ungleiche Paar, welches aussah wie ein Pariser Chefarzt im besten Alter mit seiner jungen Assistenzärztin auf „Familienauszeit“ unterwegs nach Südfrankreich. Oder der etwas mollige, stets futternde Mittfünfziger mit der dünnrandigen Brille, den dicken schwarzen Augenbrauen und der grobgenarbten ledernen Aktentasche, die nur Fresspakete zu beinhalten schien. Oder das gertenschlanke Model mit den endlos langen Beinen, das extrem gut gekleidet und auf Stöckelschuhen immer mal wieder durch den wackeligen TGV balancierte. Ich erkannte sie alle, kein Wunder, schaue ich mir doch im Kino am liebsten Filme aus Frankreich an!

Immer der Sonne entgegen

Als wir morgens in Stuttgart losfuhren, war es noch dunkel und kalt. Die Helligkeit änderte sich wenig später, die Kälte blieb. Bis wir mittags in Paris waren, durchfuhren wir stundenlang eine reichlich vernebelte Landschaft – sicherlich herbstlich romantisch, aber von Sonne bis dato noch keine Spur. Nach Paris und nach circa einer Stunde Fahrt Richtung Süden war sie auf einmal da: die Sonne! Ja, das Motto unserer Reise war damit zumindest schon in Erfüllung gegangen: immer der Sonne entgegen!

Auf der Strecke Paris-Nîmes aus dem Zugfenster fotografiert
Ein Blick aus dem Zugfenster macht Hoffnung: die Sonne lässt sich immer mehr blicken je weiter wir in den Süden fahren.

 

Wie es weitergeht, wo wir jeweils Station machten und was wir dabei so gesehen, gegessen, erlebt und/oder entdeckt haben, das erfahrt ihr, wenn ihr demnächst wieder hier vorbeischaut! Bis dahin freue ich mich natürlich über eure Kommentare, Likes & Shares [Wink mit dem Zaunpfahl]

Habt ihr auch schon so eure Erlebnisse auf Pariser Bahnhöfen gehabt? Wie hat das Umsteigen bei euch geklappt?

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Atout France im Zuge des French City Awards. Hier werden aber ausschließlich unsere Erlebnisse und Meinungen verbloggt.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here