Vor ein paar Tagen las ich mal wieder ein Buch, nämlich Todesarie von Sibylle Luise Binder, erschienen im Silberburg-Verlag in der Reihe Baden-Württemberg Krimi. Gut, als Landeshauptstädterin ist man ja immer ein wenig anfällig für Bücher, die Lokalkolorit bieten und alleine schon diese Tatsache, verleitet dann dazu, sich das eine oder andere Buch anzulachen. Ein weiterer Knackpunkt bei mir ist, wenn das Buch auch noch in der Opern- oder Konzertszene spielt, da ich auch hier ein wenig vorbelastet bin und mich, sowohl was die Musik betrifft, einigermaßen auskenne, als auch wie der Umgang in der Szene untereinander ist. Wenn es sich dann auch noch um einen Krimi handelt, dann verspricht das Buch automatisch ein gewisses Maß an Spannung, so dass es für  mich spätestens ab hier eigentlich keinen Grund mehr gibt, das Buch im Regal stehen zu lassen.

 

Ein Mord, eine Leiche im Sack bei Rigoletto und viel Unterhaltung
Dieser Opernkrimi war seit langem mal wieder ein hundertprozentiges Lesevergnügen für mich!

Deswegen habe ich mich auch erwartungsvoll auf den Baden-Württemberg Krimi Todesarie von Sibylle Luise Binder gestürzt, die mit diesem Titel bereits ihren dritten Kriminalroman veröffentlicht hat.

Kurz zum Klappentext:

Musikjournalistin Juliane ist natürlich darauf gefasst, dass die Sopranistin bei der „Rigoletto“-Premiere an der STUTTGARTER Oper erwürgt wird und im Sack landet. Blöd ist nur, wenn die Sängerin dann tatsächlich tot ist. Und noch blöder, wenn diese Sängerin eine Freundin von ihr war und obendrein der Regisseur der Oper verhaftet wird. Denn der ist Julianes ehemalige große Liebe. 

Juliane beginnt nachzuforschen und stellt dabei fest, dass das Leben der Sängerin verwickelter war als sie dachte. Da ist der Gesanglehrer, der eine berechtigte Abneigung gegen seine Schülerin hatte. Da ist der trauernde Witwer, den die Verstorbene nach allen Regeln der Kunst betrogen hat. Da ist der jugendliche Liebhaber, der einiges zu verbergen hat. Und schließlich ist jemand hinter Juliane her…

 

 

Rigoletto, eines der Meisterwerke Giuseppe Verdis, bietet für den Krimi die perfekte Kulisse. Rund um diese Oper baut die Autorin Sibylle Luise Binder einen unterhaltsamen und gleichermaßen spannenden Krimi auf, der eine ähnlich dichte Handlung wie eine italienisches Musikdrama aufweist.

Musikjournalistin Juliane, die für die Stuttgarter Allgemeine schreibt, stolpert nachgerade durch den Mord an ihrer Freundin am renommierten Stuttgarter Opernhaus kopfüber in einen Kriminalfall, bei dem sie parallel zur ermittelnden Kommissarin auf eigene Faust zu recherchieren beginnt. Dabei deckt sie nicht nur zutiefst verflochtene Beziehungen auf, deren Beschaffenheit für den einen oder anderen durchaus auch einen Grund zu morden hätten liefern können, nein, sie begegnet im Laufe der Geschichte auch noch ein paar anderen frischen Leichen und wäre fast zusammen mitsamt ihrer wiederentdeckten großen Liebe auch noch aufgebahrt worden. Spannung, Verwicklungen, menschliche Abgründe – all das und noch vieles mehr ergeben hier einen überaus unterhaltsamen Kriminalroman, den ich mit Spannung bis zum Schluss verfolgte.

 

 

Der Autorin gelingt es hervorragend, die unterschiedlichen Charaktere rund um die Oper zu zeichnen, nämlich genau so, dass man glaubt, den einen oder anderen Mitspieler aus dem echten Leben zu erkennen, auch wenn alle Ähnlichkeiten mit Personen laut Autorin rein zufällig sind. Die Gespräche der beteiligten Musiker, Sänger, Bühnenarbeiter usw. untereinander, die Atmosphäre vor und hinter den Kulissen der Stuttgarter Staatsoper, die Beschreibung der Gegebenheiten vor Ort – alles stimmt und fühlte sich für mich an, als sei ich mitten drin und nicht nur Leser eines Romans.

 





Todesarie habe ich durchgehend am Stück gelesen, nur mit den notwendigen Unterbrechungen, die man benötigt, um am Leben zu bleiben. Die Handlung, das Thema, die lockere Schreibe und die gute Recherche bereiteten mir allergrößtes Lesevergnügen. Sowohl Krimifans als auch Stuttgarter*innen und natürlich ganz besonders Opernliebhaber*innen kann ich den Krimi Todesarie nur empfehlen.

 

 

Von mir also eine ganz klare Empfehlung, dieses Buch zu lesen, auch wenn man nicht Stuttgarter, Krimifan und Opernliebhaber in Personalunion ist. Es reicht auch, wenn eine der Voraussetzungen vorliegt 😉

Hier noch die technischen Daten zum Buch:

Todesarie
Baden-Württemberg Krimi
Sibylle Luise Binder
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Silberburg; Auflage: 1 (1. Juli 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3842514840
ISBN-13: 978-3842514843

Preis: € 12,90 

Übrigens wird in dieser Saison wieder Rigoletto an der Stuttgarter Staatsoper gegeben, den Spielplan der Saison 2016/17 findet ihr hier. Wer beispielsweise noch ein tolles Geschenk für ein opernbegeistertes Geburtstagskind sucht, schenkt den Krimi mitsamt zwei Tickets zur Rigolette. Passender geht es kaum. Alternativ, für alle, die nicht nach Stuttgart reisen können, geht natürlich auch der Krimi mit einer guten Aufnahme von Rigoletto.

Wer von euch kennt diesen Krimi bereits oder die Oper Rigoletto von Giuseppe Verdi? Wäre dieses Buch auch etwas für euch? Ich freue mich auf eure Kommentare!

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