Streetfood für zuhause – dieses Kochbuch macht’s möglich!

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Streetfood in Deutschland sah vor wenigen Jahrzehnten noch so aus, dass man sich an der Wurstbude zwischen Currywurt mit Pommes rot-weiß, einer Roten vom Grill und einer Bratwurst entscheiden konnte. Mehr gab es nicht. Streetfood kannte man entweder von anderer Leute Erzählungen, wenn sie aus fernen Ländern zurück kamen oder man hat diese Art zu speisen eben selbst kennengelernt. Zum Beispiel auf Asienreisen die Garküchen am Straßenrand, wo man allerlei Exotisches probieren und dabei auch noch günstig und frisch zubereitet speisen konnte. Mittlerweile ist Streetfood auch in Europa und selbst in Deutschland angesagt, in größeren Städten werden regelmäßig Streetfood Markets abgehalten, wo entsprechende Foodtrucks und andere mobile Küchen mit ihren Spezialitäten aufwarten.

 


Ende März erschien im ZS Verlag der Titel Eat on The Street von Jutta Mennerich und Stefan Braun, denen hier gemeinsam ein kleines Meisterwerk gelungen ist. Ich kann mich schwer festlegen, ob ich das Buch als Kochbuch, als Reiseführer oder als sehr inspirierenden Bildband betrachten soll. Irgendwie hat es von alledem etwas und macht sowohl Lust auf die vorgestellten Speisen als auch darauf, schnurstracks die Koffer zu packen und abzureisen, um die Speisen vor Ort zu genießen.

Achtzig Rezepte aus aller Welt warten darauf, nachgekocht zu werden. Dabei ist das Buch übersichtlich in sechs große Kapitel aufgeteilt, unter denen man dann die Rezepte aus der jeweiligen Region findet. Diese sind „New York“, „London“, „Istanbul“, „Berlin, Hamburg, München & Co.“, „Hanoi, Saigon, Bangkok & Co.“ und „Porto“.

 

New York zum Beispiel lockt mich mit Pastrami Sandwich oder Burritos con Pollo, aber auch Rezepte für Pulled Pork Burger oder Lobster Roll finden sicherlich ihre Anhänger. In London hingegen findet man Multikulti-Küche par excellence, wenig verwunderlich, war doch das United Kingdom auf der halben Welt mit seinen Kronkolonien vertreten. Entsprechend vielfältig sind die Angebote in Sachen Streetfood. Die Klassiker Fish and Chips sowie Thunfisch-Sandwich mit Ei finden sich neben den Rezepten mit indischen, pakistanischen oder arabischen Einflüssen.

Istanbul lockt mit vielen Gerichten, die man mittlerweile auch bei uns bei fast jedem türkichen Imbiss verkosten kann. Interessant fand ich auch das Kapitel über Streetfood aus Deutschland, wo man einen kleinen Überblick über die Foodtruckszene erhält. Einiges was man kennt, aber doch auch ein paar neue Sachen, die es sich nachzubasteln lohnt. Asien wartet mit der hohen Kochkunst der Garküchen auf, auch hier läuft mir alleine beim Durchblättern und beim Betrachten der stimmungsvollen Fotos das Wasser im Mund zusammen. Den Abschluss macht Porto mit ein paar wirklich deftigen Gerichten, wie man sie an der rauen Atlantikküste sicherlich gerne verspeist.

 

 

Ausprobiert habe ich ein Rezept aus der Londoner Streetfood Szene, nämlich Chicken Tikka Masala, ein indisch angehauchtes Essen, das laut Beschreibung zum Rezept erst in den frühen 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kreiert wurde und mittlerweile in keinem inidschen Restaurant in Großbritannien mehr von der Karte zu denken ist. Das Rezept selbst ist eine Mischung aus englischer und indischer Küche und mittlerweile wurde wohl Chicken Tikka Masala 2001 vom amtierenden britischen Außenminister Robin Cook sogar in den Rang eines Nationalgerichtes erhoben.

Das Rezept war schlüssig geschrieben, ließ sich dadurch einfach nachkochen und geschmeckt hat es so gut, dass Frollein Tochter beschloss, das solle es jetzt öfters geben. Wenn das nichts ist! Aber ich will ja eigentlich auch noch ein paar andere Rezpte aus diesem Buch ausprobieren!

 

Zu Beginn eines jeden Kapitels gibt es eine kleine Einführung in die jeweilige Streetfood Szene, anschließend beginnt der Rezeptteil. Jedes Rezept nimmt eine Doppelseite ein, die auf der einen Hälfte mit tollen Fotos aus Garküchen, von den Speisen oder den Gewürzen Lust aufs Essen macht. Auf der textlastigen Hälfte findet man das entsprechende Rezept und eine kleine Beschreibung dessen, was es mit diesem Gericht so auf sich hat. Mit anderen Worten: dieses Buch ist mehr als nur ein Kochbuch, es ist zusätzlich noch Reiseführer und Bildband.

Für Leute, die gerne reisen und bei Streetfood keine Berührungsängste haben, ist dieses Buch sicherlich eine Offenbarung, um zuhause den ein oder anderen kulinarischen Genuss nachzukochen. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass man gerade jetzt im kommenden Sommer für Gartenparties ein paar leckere Multikulti-Rezepte aus diesem Buch zusammenstellen kann und die Gäste mit Streetfood aus aller Herren Länder bewirtet.

Hier noch die Infos zum Buch:

Eat on The Street –
80 Rezepte aus aller Welt

Jutta Mennerich und Stefan Braun
Hardcover , 176 Seiten
ISBN: 978-3-89883-522-0
ZS-Verlag München

€ 21,99
Direkt beim Verlag gibt es mehr Infos über den Fotografen Stefan Braun und die Foodstylistin Jutta Mennerich sowie ein Rezept zum Nachkochen.
Dieses Buch ist auch bei Amazon erhältlich.

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