Liegt es am Wetter, liegt es an mir oder liegt es möglicherweise an meinem Alter!? Früher jedenfalls habe ich, kaum hingen in den Läden die Klamotten der neuen Saison, sofort beherzt zugegriffen und mich gleich mal komplett mit neuen Teilen eingedeckt, um diese dann auch möglichst schnell auszuführen. Das führte mitunter dazu, dass ich im Februar oder März heftigst in leichten Frühlingskleidern vor mich hinfror oder aber bereits im Hochsommer im alljährlichen Chic in Strick und hochrotem Kopf kurz vor dem Hitzekollaps stand.

 

Wie dünn müssen Fashionblogger sein?
Muss man als Modeblogger unbedingt Size Zero tragen? Wir haben es zumindest mal versucht…


Mittlerweile hat sich das bei mir irgendwie ein wenig normalisiert. Oder auch nicht, je nachdem aus welcher Perspektive man das betrachtet. Eigentlich wollte ich mir ja um Ostern rum ein oder zwei hübsche Frühlingskleider zulegen, bin auch wirklich fündig geworden, und zwar nicht zu knapp. Letztendlich wäre es bei der Auswahl dann zum heiteren Auszählen gekommen, welche der Kleider dann den Weg zu mir finden dürften, so viele hatte ich auf meiner Wunschliste.

 

Fashionblogger setzen sich in Szene
Ganz ehrlich, aber mir gefällt die Dame am rechten Bildrand tausendmal besser als die zwei Magermodels in der Mitte

 

Das einzige Problem bei der Suche nach Frühjahrsklamotten war, dass ich wirklich frierend vor dem Rechner saß. Da schaltete sich dann irgendwann das Stammhirn ein, um das Überleben zu sichern und steuerte mich zielgerichtet auf warme Wollmäntel. Wie ferngesteuert wühlte ich mich durch sämtliche Wintermäntel, die ich mir unter Verwendung von Filtern wie Farbe (freundlich lebhaftes Schwarz), Größe (sag ich nicht!) und Form (Eiform, war ja schließlich Ostern) anzeigen ließ. Und ich wurde fündig. Am Schluss blieben nur noch ungefähr drei Modelle übrig, unter denen ich mich entscheiden musste und mit einem beherzten Klick auf einen Mantel der Marke Samsoe & Samsoe landete dieser dann bei mir im Warenkorb. Noch ein Tuch dazu und fertig!

Fashion urban und tragbar
Während Frollein Tochter bei den samstäglichen Temperaturen im hauchdünnen Trenchcoat daherkommt,
habe ich mich lieber in den eiförmigen Wollmantel gekuschelt.

 

Kaum waren die Feiertage vorbei, war der Mantel mitsamt Tuch auch schon bei mir. Reingeschlüpft, wohlgefühlt und sofort getragen. Zum Glück ist es immer noch kalt. Von mir aus kann es auch noch bis Anfang Mai kühl bleiben. Der Mantel ist so gemütlich und vertraut, dass ich fast das Gefühl habe, wir wären zusammen aufgewachsen. Und natürlich musste ich in diesem Zusammenhang an André Kostolany denken, Finanzexperte und Börsenguru, der stets propagierte, man solle sich am Markt antizyklisch verhalten. Recht hat er gehabt, der alte Knabe! Der Mantel hat nämlich nur noch ungefähr halb soviel wie ursprünglich gekostet und da es ja immer noch kalt und der Schnitt total klassisch ist, habe ich sowohl jetzt meine Freude mit dem Ding als auch im kommenden Herbst.

Bleibt trotzdem abzuwarten, wie sich das Wetter weiter entwickelt und ob ich nicht doch demnächst ein wenig Kapital in die Hand nehme und in ein paar schöne Frühlings-/Sommerkleider investiere. Manche Occasionen darf man auch mitnehmen, wenn der Kurs noch nicht die Talsohle erreicht hat, aber trotzdem noch ein wenig Luft nach oben vorhanden und eine gewisse (persönliche) Wertsteigerung möglich ist.

authentisches Ootd
Das Tuch ist übrigens entgegen mancher Vermutung keines mit Leo-Muster, auch wenn es auf die Ferne so wirkt.

 

Übrigens, wer sich jetzt wundert, warum ich im Zusammenhang mit Mode einen Ausflug an die Börse unternehme, dem kann ich sagen, dass es angeblich einen direkten Zusammenhang zwischen diesen beiden Fachgebieten gibt: den sogenannten Rocksaum-Index. Rutschen die Rocksäume nach oben, dann steht eine gute Konjunktur ins Haus, die wiederum an der Börse die Bullen und mit diesen die Hausse auf den Plan ruft. Rutschen hingegen die Rocksäume nach unten, dann winken die Bären und die Baisse lässt Spekulanten auf fallende Kurse setzen. Im Prinzip alles ganz einfach, man muss nur immer den richtigen Zeitpunkt erwischen – sowohl bei der Mode als auch auf dem Parkett.

Ein Mantel gemütlich wie eine Strickjacke
Wenn der eisige sibirische Ostwind hier vorbei weht, dann kann ich einfach den Stehkragen bis nach oben zuknöpfen.

 

Noch was zu unseren Fotos. Ich habe jetzt nicht so den Profi-Fotografen oder Amateurknipser mit Ehrgeiz an der Hand. Früher war das anders. Da konnte ich alle durch meine bloße Anwesenheit dazu bringen, dass sie mich unbedingt knipsen und groß rausbringen wollten. Sobald man aber älter als 30 ist, muss man entweder Kohle hinlegen, damit man fotografiert wird, Selfies mit dem Handy machen oder aber im Familienbetrieb arbeiten. Wir haben uns für letzteres entschieden. Das heißt, ich habe im konkreten Fall immer Frollein Tochter testgeknipst, damit ich wusste, wie weit der Abstand zwischen Model und Fotograf sein muss und anschließend haben wir einfach die Rollen getauscht. Frollein Tochter bekam die Kamera und meinen Einkaufsbeutel und ich habe vor der Granitverkleidung der Deutschen Bank rumgehampelt. Ist eben ein authentisches Outfit of the Day an einem typischen Samstagvormittag. Nichts gestellt und nichts inszeniert, sondern echt…

Und jetzt freue ich mich natürlich über deine Meinung zu meinem neuen Mantel. Gefällt er dir? Okay, du kannst jetzt nicht dieses Touch & Feel Erlebnis haben wie ich, aber so rein von der Optik her lässt es sich ja auch einschätzen. Der geht natürlich nicht nur zu Jeans & Sneakers, sondern macht auch elegant gestyled ein gute Figur. Vielleicht taucht er ja irgendwann nochmal in einem anderen Look hier auf.

10 KOMMENTARE

  1. Liebe Salvia,
    das Shooting ist euch gelungen! Ich liebe Mäntel und kann gar nicht aufzählen, wie viele ich zu Hause habe. Viel zu wenige! Die helle Farbe deiner Tochter als auch dein Mäntelchen sehen toll aus!

    Liebe Grüße,
    Alex.

  2. Aus diesem Grund (Frieren im Frühling) habe ich mir schon im Herbst extra einen Wollmantel für das Frühjahr gekauft. Aber einen hellen mintgrünen, denn schwarz mag ich nicht so nach dem Winter, wo man immer dunkle Farben trägt. 😉 Aber die Form von Deinem Mantel finde ich super und er steht Dir auch toll.

    Liebe Grüße,
    Moppi

  3. Schick seht ihr aus und viel Spaß hattet ihr sicherlich auch. Ich habe vor ein paar Tagen auch erschreckend festgestellt, wie viele Jacken und Mäntel ich eigentlich habe. Aber trennen kann ich mich auf keinen Fall!

  4. Ich mag generell sehr gerne Klamotten, die man zu verschiedenen Gelegenheiten kombinieren kann. Ob nun lässig mit Jeans oder ein bissel schicker am Abend.
    Der Mantel steht Dir und die Kombi mit den Sneakern find ich persönlich sehr kuhl. 😉

  5. Liebe Moppi,
    auch ich unterscheide je nach Jahreszeit, welche Farben ich bevorzugt trage. Im Herbst/Winter darf es ruhig mal ein tiefdunkles, dramatisches Schwarz sein und im Frühjahr/Sommer stehe ich doch eher auf farbenfrohe Klamotten, hauptsache sie sind schwarz…
    Okay, ganz so schlimm ist es noch nicht, aber fast ^^
    LG
    SvL

  6. Schöne Fotos!
    Ich liebe Mäntel auch sehr, nur leider nehmen sie auch jede Menge Platz im Kleiderschrank weg 🙁
    Ich kaufe übrigens auch sehr gerne antizyklisch, so kann man jede Menge Geld sparen!

    Liebe Grüße,
    Stefanie

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