Soeben habe ich bei meinem angestammten Wetterdienst mal geschaut, wie sich die Temperaturen hierzulande in den nächsten 30 Tagen so entwickeln werden. Naja, also mit frühsommerlichen Temperaturausbrüchen muss man wohl nicht rechnen, wenn man mal davon absieht, dass hin und wieder zur Mittagszeit das Thermometer auf knapp unter 20° C klettern wird.

Aber abends und morgens sollen wir teilweise immer noch Werte kurz über dem Gefrierpunkt haben – ganz wichtig auch für die Hobbygärtner, die demnächst ihre mediterranen Kübelpflanzen wieder in die Freiheit entlassen möchten! – und da brauchen wir doch noch irgendwelche Klamotten jenseits von schulterfreien Festivalkleidchen, CropTops oder UltraMiniRöckchen. Ist ohnehin nicht jedermanns Sache, auch nicht wenn draußen die 40° C Marke erreicht wird.

Mein Look von neulich…

Deswegen möchte ich hier nochmal auf unseren Streetwear Look von neulich eingehen, den ich hier beschrieben hatte. Ich bin immer noch glücklich mit dem Mantel und bin derzeit wirklich jeden Tag froh, dieses unkomplizierte Kleidungsstück zu besitzen. Heutzutage ist es ja super einfach, nach Wetter und nicht nach diktierter Saison zu shoppen – nicht zuletzt dank der Möglichkeit des Online-Shoppings. Ich hoffe, ich riskiere jetzt hiermit nicht einen Shitstorm der radikalen Verfechter des lokalen Einzelhandels. Letztendlich entscheidet natürlich immer der Kunde, wo er einkaufen möchte und wenn es online die besseren Angebote gibt, dann bekommen natürlich die entsprechenden Anbieter den Zuschlag.

 

Verleugnen zwecklos – irgendwie sieht man die Ähnlichkeit zwischen Frollein Tochter und mir auch ohne DNA-Test

 

Vor noch nicht allzu langer Zeit fand man ja außerhalb der Saison kaum ein Kleidungsstück, weil die Läden eben möglichst zum Ausverkauf alles nach und nach verramschten. Wer also im Winter in die Tropen flog und dafür ein schönes luftiges Kleid haben wollte, der war dann auf den Fundus im eigenen Kleiderschrank angewiesen. Heute kein Problem mehr – egal zu welcher Jahreszeit wir in welche entgegengesetzte Klimazone fliegen, irgendeine passende Klamotte können wir uns immer noch kurz vorher kaufen. Deswegen seht ihr heute hier nochmal den Look von neulich aufbereitet, natürlich weitgehend nur mit ähnlichen Stücken, weil man ja nach gewisser Zeit nicht mehr hundertprozentig die gleichen Modelle findet. Aber macht ja nichts…

Während ich also versuche, mein fortschreitendes Alter mit betonter Lässigkeit und leichten Stilbrüchen zu vertuschen, versucht Frollein Tochter mit ihren Anleihen an BritChic möglichst größer, erwachsener und älter zu wirken. Ich lasse ihr da übrigens weitgehend freie Hand beim Styling, da es nur so möglich ist, seinen eigenen Stil zu entwickeln.

Als ich in dem Alter oder ein paar Jährchen älter war, begann ich auch so langsam klamottenmäßig meinen eigenen Kopf durchzusetzen, auch wenn das damals noch etwas mehr unter der Zensur der Eltern stand als heute. Mit Ripped Jeans in die Schule oder CropShirts beim Familientreffen, das wären absolute NoGos gewesen. An einem Tag wollte ich mich kleiden wie die Landpomeranze aus irgendeinem Herzschmerzfilm und zog romantische weite Röcke mit romantisch aufgebauschten Blusen an und am nächsten Tag wollte ich dann wieder galaktisch cool daherkommen und trug einen hellgrauen Overall aus leicht glänzendem Baumwollchintz, der für damalige Verhältnisse absolut hip war und entfernt an den Mondflug der Apollo 11 und die Crew um Neil Armstrong erinnerte.

So ändert sich dann im Laufe der Zeit der persönliche Stil, der sich aber tatsächlich nur entwickeln kann, wenn man verschiedene Looks ausprobiert und von mir aus auch mal kräftig daneben greift. Wenn ich mir Bilder von früher anschaue, dann bin ich teilweise wirklich erstaunt, wieviel Mut zur Mode ich damals noch hatte… anders ausgedrückt: manchmal war ich nahe dran am FashionVictim, nur kannten wir damals diesen Ausdruck noch nicht.

Wie habt ihr euch früher gekleidet? Mutig oder eher angepasst? Erscheint ihr heute in einem völlig anderen Look oder seid ihr euch und eurem Look über die Jahre treu geblieben? Wie geht es euch damit, wenn ihr alte Bilder seht? Denkt ihr „OMG! Wie konnte ich nur!?“ oder eher „Ooooh, schon damals einen guten Geschmack gehabt!“? Verratet es mir in den Kommentaren!

4 KOMMENTARE

  1. ICh bin auch schwer dafür, dass man sich mit Kleidung austobt, dafür ist Mode schließlich da. Man soll mit ihr spielen, und mit ihr brechen und sie sich zu eigen machen. Dann wird daraus auch ein eigener Stil 🙂
    Und so ein Mantel (am besten noch wasserfest) ist leider immer noch total angesagt, liegt aber eigentlich nur am Wetter, das hoffentlich bald besser wird 🙂

    LG Biene
    http://lettersandbeads.de

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