Ein Hut ist keine Tarnkappe

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Je nachdem in welchem Umfeld man sich bewegt, fällt man mit Kopfbedeckung mal mehr, mal weniger auf. Wäre ich als Cowgirl in einem Western und mit dem passenden Hut unterwegs, dann würde ich damit vermutlich kaum aus der Reihe tanzen, geschweige denn auffallen. Stolziere ich hingegen mit einem aufwändig dekorierten Florentiner Hut durch eine Kleinstadt, dann wird es wohl kaum ausbleiben, dass mich jeder bemerkt und möglicherweise direkt angafft.

 

Nehmt euch in Acht! Die beiden scheinen stets Blödsinn auszuhecken…


So ungefähr war es auch vor einiger Zeit noch in Stuttgart. Wer damals mit feschem Hütchen unterwegs war, dem wurde nachgestarrt oder irgend etwas hinterher gepöbelt. Daran kann ich mich noch ziemlich gut erinnern, zumal ich eine Phase hatte, in der Hut unbedingt zu meinem Outfit gehörte. Sei es eine Pillbox mit schwarzem Netz zum strengen Schneiderkostüm oder eher ein Borsalino zum Trench – ich liebte es wirklich immer den passenden Deckel zum jeweiligen Outfit zu tragen.

Mittlerweile sind auch hier in der Landeshauptstadt zwischen Wald und Reben die Bewohner ein wenig weltoffener geworden. Zwar trage ich nicht mehr so häufig Hut wie früher, sondern jetzt fast nur noch im Sommer, um mir keinen Sonnenstich zuzuziehen. Dafür aber scheint Frollein Tochter in meine Fußstapfen zu treten und hat ebenfalls ein Faible für ausgefallene Kopfbedeckungen entwickelt.

Waren es früher noch mehr so normale Mützen und Käppis, wie Beanies oder NY Caps, die sie haben wollte, so stehen mittlerweile auch ausgefallenere Kopfbekleidungen auf dem Programm. Im Winter sah man sie hin und wieder mit ihrer grünen Master Yoda Mütze oder mit ihrer russischen Uschanka, diese Art von Pelzmützen, wie man sie noch von älteren Herren kennt oder von Politikern zu Zeiten des Eisernen Vorhangs.

Gerald Ford (links mit Uschanka) und Leonid Breschnew treffen sich in Wladiwistok (1974)
Foto: David Hume Kennedy/Gerald R. Ford Library

 

Für mich bemerkenswert ist, dass ich selbst als Teenie damals die Russenmütze meines Vaters mit Vergnügen getragen habe. Selbige war in der Zeit natürlich noch aus echtem Pelz, heute ein absolutes NoGo. Ohne dass ich meiner Tochter jetzt davon erzählt hätte, kommt sie glatt auf die gleichen Ideen wie ich damals.

Für den Sommer hat sie sich auch schon wieder etwas in den Kopf gesetzt, was sie dann zukünftig auf dem Kopf tragen möchte: Bandanas – und zwar in allen möglichen Farben. Zum Glück hatten wir noch so ein paar Tücher hier irgendwo verstaut, die ich mal gekauft hatte, als Mademoiselle noch klein war und mit diesen quadratischen Baumwolltüchlein einen hübschen Kopfputz verpasst bekam. Das funktioniert zwar heute nicht mehr, weil der Kopfumfang beträchtlich gewachsen ist, dafür kann sie sich diese Nickitücher mit Polkadots oder Paisleymuster lässig und cool als Stirnband oder Piratentuch binden. Diverse Kombis zusammen mit Beanies und Baseball-Caps hat sie auch schon durchprobiert und je nach Look für gut befunden oder verworfen – schließlich möchte sie kein stilistisches Risiko eingehen, wenn sie sich morgens in Windeseile für die Schule aufbrezelt…

Ich jedenfalls werde im Sommer wieder zum breitkrempigen Strohhut greifen, der mir tatsächlich den Kopf kühlt und mir vor allem die Sonne von den Augen abhält. Das funktioniert zwar auch mit solchen Schirmmützen, aber die passen eher zu sportlicheren Typen und Outfits.

Wie sieht es bei euch aus? Tragt ihr Mützen, Hütte, Caps oder andere Kopfbedeckungen? Wenn ja, was bevorzugt ihr? Ich freue mich auf eure Kommentare!

1 Kommentar

  1. Ja, ich trage Strohhüte. Grade der letzte Sommer war so heiß und es waren immer so wenige Wolken am Himmel, dass ich jeden Tag mit Sonnenhut unterwegs war. Im Herbst trage ich eigentlich gerne einen Filzhut, aber mich stört die große Krampe im Nacken, weil ich immer dicke Schals trage, da schiebt man sich beim Bewegen immer den Hut nach vorne, das nervt. Diesen Herbst werde ich mir so einen kleinen Hut holen. Ansonsten habe ich noch ein rotes Filzhütchen, das wärmt sogar etwas, das mag ich sehr gerne.

    Viele Grüße,
    Moppi

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