Das neue Jahr ist noch frisch, die Gedanken sind noch frei und alle Möglichkeiten liegen vor einem. Man muss nur zugreifen. So zumindest fühlt sich der Beginn eines Jahres bei mir immer an. Ein gesunder Nährboden also für gute Pläne und Vorsätze aller Art.

Den gestrigen Tag habe ich teilweise damit verbracht, mal auf anderen Seiten rumzustöbern, vorzugsweise auf amerikanischen, um mir ein wenig neue Inspirationen zu holen. Unter anderem bin ich da auf eine ganz gute Idee gestoßen, die so ein wenig an Großmutters heimliche Spardose im Küchenschrank erinnert.

ergeben am Ende des Jahres eine nette Summe
Omas Klassiker war die Kaffeedose gefüllt mit Geldscheinen


Ich weiß nicht, ob ihr auch so eine Oma hattet wie ich derer zwei? Obwohl beide wirklich nicht reich waren, geschweige denn eine tolle Rente bekamen, so hatten sie doch immer Geld auf der hohen Kante, mit dem sie ihren Enkeln eine Freude machen konnten. Sei es ein Zuschuss zu einer Reise, zum Führerschein oder zum Auto – die Großmütter, die aufgrund schlechter Zeiten das Sparen gewohnt waren, konnten irgendwie immer mal wieder einen größeren Betrag scheinbar aus dem Ärmel schütteln. Zumindest kam mir das so vor.

Heute zerrinnt einem oft das Geld sprichwörtlich zwischen den Fingern, das Budget für einen Monat reicht meist gerade so, ohne dass man das Gefühl hätte, man habe kräftig auf den Putz gehauen. Oft sind es aber viele kleinere Beträge unnötiger Ausgaben, die man sich hätte sparen können, und hätte man sich diese Ausgaben alle gespart, dann würde am Ende des Jahres ein Extra-Urlaub, ein Betrag für die Zahnspange des Kindes, eine neue Kamera oder einfach ein höherer Betrag für einen Herzenswunsch zur Verfügung stehen.

Die Großeltern wussten schon:

Wer den Pfennig nicht ehrt, ist den Taler nicht wert

Eine Redensart, die heute zwar reichlich antiquiert klingt, da wir heutzutage lieber alles gleich und sofort kaufen, notfalls auch auf Pump, anstatt sich das Gewünschte anzusparen. Genau aus diesem Grund haben mir zwei Ideen, Geld mit System anzusparen, gut gefallen und ich habe die beiden Systeme gleich mal für mich umgesetzt. Das Jahr ist ja noch frisch, da kann man noch viel guten Willen zeigen!

Was wir für beide Sparsysteme benötigen, ist jeweils ein Gefäß wie ein Marmeladen- oder Einmachglas mit Deckel und einen Plan bzw. ein Etikett, auf welchem steht, wie das System funktioniert.

365 Tage Cent-Sparplan

Das System ist schnell erklärt. Wir gehen davon aus, dass das Jahr 365 Tage hat, auch wenn 2016 ein Schaltjahr mit 366 Tagen ist. Wer mag, kann seinen Plan entsprechend anpassen, ich nehme dann den 31.12.2016, um mein angespartes Vermögen zu verjubeln.

 

bemerkt man nicht im Geldbeutel und wird am Ende belohnt.
Jeden Tag ein kleines Sümmchen…

Zurück zum Plan. Er funktioniert ganz einfach. An Tag 1 sparen wir 1 Cent, an Tag 2 werden 2 Cent zurückgelegt, an Tag 3 natürlich 3 Cent. Am hundertsten Tag des Jahres sind es 100 Cent, also 1 Euro, am zweihundertsten Tag des Jahres sind es 2 Euro und an Tag Nr. 365 werfen wir ganze € 3,65 in die Spardose. Wenn alles richtig zusammengerechnet wurde, müssten dann € 667,95 in der Spardose sein.

 

...am Ende hat man fast 670 Euro zusammen.
Das Jahr ist noch jung, entsprechend wenig befindet sich im Glas

 

Reicht in etwa für eine gute Bridge-Kamera von führenden Herstellern wie Nikon, Panasonic oder Sony, reicht aber auch für andere schöne Dinge oder hilft im Januar einfach, das finanzielle Loch zu überbrücken, dass dank diverser Abbuchungen von Versicherungen regelmäßig entsteht…

 

Dieses Etikett einfach downloaden, ausdrucken und auf ein Einmachglas kleben

 

52-Wochen Sparplan

Der andere Sparplan ist schon ein wenig kniffliger, hier benötigen wir ein größeres Glas und sicherlich ein wenig mehr Disziplin. Ich weiß selbst noch nicht, ob ich es durchhalten werde, vor allem gegen Ende des Jahres, wenn die Beträge, die man zurücklegen soll, immer höher werden. Aber wir werden sehen und ich werde hoffentlich hin und wieder mal daran denken, darüber zu berichten.

der Betrag steigert sich mit der Nummer der Kalenderwoche
Wer mehr spart, hat am Ende natürlich mehr im Glas

 

Hier legen wir jede Woche einen bestimmten Betrag ins Glas, der sich allerdings wöchentlich steigert, parallel zur Nummerierung der Kalenderwochen. Gehen wir von einem Startbetrag von 1,00 € in KW 1 aus, so sind es in KW schon 2,00 €, in KW 26 demzufolge 26,00 € und in KW 52 werden ganze 52,00 € in die Spardose befördert. Wer durchhält, wird am Ende mit 1.378,00 € belohnt, die sich einfach so übers Jahr angesammelt haben. Wer lieber mehr oder weniger sparen möchte, fängt mit einem entsprechende niedrigeren oder höheren Betrag an. Sinnvoll ist aber, sich vorher zu überlegen, ob man die letzten Monate auch tatsächlich finanziell durchhalten kann und entsprechend den Betrag lieber nach unten anzupassen, bevor die Motivation flöten geht.

 

...hat nach 52 Wochen mehr als 1.300 Euro zusammen gespart
Erst ein Euro im Glas, schließlich haben wir noch KW 1

 

Natürlich sind diese Pläne weniger dafür geeignet, Altersvorsorge und ähnliches zu betreiben. Sie sollen lediglich ein Anreiz sein, die oft flüchtigen pekuniären Mittel bewusster einzusetzen, einen Teil davon eben nicht für vermeidbare Kinkerlitzchen auszugeben wie beispielsweise den zehnten Lippenstift in Marsala oder den 22. Nagellack in Taupe und stattdessen lieber einen größeren Betrag anzusammeln, mit dem man sich eine Extrafreude machen kann. Übrigens habe ich eine Vorlage für diesen Sparplan gemacht, die ich euch zum Download hier bereit gestellt habe. In einem Tabellenkalkulationsprogramm kann man sich so einen Plan schnell selbst erstellen, bei dem man nur noch oben den Startbetrag eingeben muss und ruckzuck errechnet das Programm, was am Ende bei konsequenter Durchführung angespart sein sollte. Für Kids um Taschengeld anzusparen, bietet sich zum Beispiel ein Anfangsbetrag von 10 Cent an, um am Ende 137,80 € in der Spardose zu haben.

Wer jetzt auf die Idee kommt, dass es sinnvoller sei, dieses Geld auf dem Sparbuch/-konto anzusammeln, den muss ich leider enttäuschen. Bei den derzeitigen Zinssätzen p.a. lohnt sich der Weg zur Sparkasse kaum. Genau genommen ist hier vermutlich der Reifenabrieb und die Schuhsohlenabnutzung auf dem Weg dorthin teurer als der Zinsertrag je decken könnte…

Weitere Systeme, um gefühlt ohne Belastung ein mehr oder weniger großes Sümmchen übers Jahr anzusparen, sind zum Beispiel

 

  • alle 2-Euro-Münzen, die im Geldbeutel auftauchen, sofort in der Spardose untertauchen zu lassen
  • das Pfandgeld gleich in das Sparglas geben
  • wöchentlich oder monatlich einen festen Betrag weglegen
  • jeden verkniffenen Latte Macchiato o.ä. in barer Münze daheim einzahlen
  • wöchentlich zum Beispiel Sonntagabend sämtliches Kleingeld aus dem Geldbeutel entfernen und in der Spardose verschwinden lassen

Sicherlich gibt es noch mehr Möglichkeiten, wie man sich selbst daran erinnern kann, immer wieder einen kleineren Betrag zur Seite zu legen, damit man sich unmerklich ein kleines finanzielles Polster für größere Wünsche, unvorhergesehene Ausgaben oder ähnliches schaffen kann.

Habt ihr zusätzliche Tipps? Wie stellt ihr das an? Ich meine damit jetzt nicht regelmäßig bediente Aktienfonds, Bausparverträge oder Rentenversicherungen, sondern einfach die kleineren Beträge, die man im Alltag einsparen kann und die sich letztlich doch summieren. Ich freue mich auf eure Kommentare!

8 KOMMENTARE

  1. wahnsinnig aufwendiger, wie hilfreicher post! lieben dank für die mühe den ein oder anderen tipp kannte ich tatsächlich noch nicht 🙂

    xx, laura <3

  2. Bei mir kommt auch immer, allerdings in eher unregelmäßigen Abständen, das Kleingeld in die Spardose. Außerdem buche ich jeden Monat das "nicht benötigte Geld" auf mein Sparbuch um und ich habe einen festen Betrag der monatlich auf das Sparbuch geht.
    Wenn ich, aus welchem Grund auch immer, irgendetwas umtauschen muss, verschwindet das Geld auch in die Spardose. Denn es war ja eh schon ausgegeben.
    Oder auch wenn ich etwas von meinen Sachen verkaufe, kommt das Geld auch in die Spardose oder auf das Sparbuch.
    So kommt auch immer ein gutes Sümmchen zusammen und ich habe nicht das Gefühl auf irgendwas verzichten zu müssen.

  3. Das ist wirklich eine ganz tolle Idee und ich werde beide Varianten ausprobieren. Ich weiß nicht ob ich es schaffren werde aaaber es ist ein Versuch 😉 Danke für den tollen Artikel 😉

  4. Hallo Salvia,
    ich habe eine Dose für Kleingeld, in die ich sporadisch die ganz kleinen Münzen reinwerfe. Seit diesem Jahr will ich mehr tun und für den Winterurlaub sparen. Danke für die Tipps und das Etikett zum Ausdrucken!

    Lieben Gruß
    Renate

  5. Na ja, ich finde nicht, dass man mit der ersten Methode so unbemerkt diesen Betrag ansparen kann. Ich jedenfalls nicht…Anfangs natürlich schon, aber schon ab 2 Euro pro Tag sind es immerhin 60 Euro im Monat, und das steigert sich dann bis man im Dezember dann locker mal weit über 100 Euro einzahlt…

    Da finde ich die letzten Vorschläge schon besser. Ich hab früher mal alle D-Mark Stücke und von Zeit zu Zeit das Kleingeld aus dem Geldbeutel entfernt. Da wundert man sich am Ende auch was für eine Summe da doch zusammen gekommen ist.

    Allen viel Durchhaltevermögen, wie immer ihr es angeht!

    LG Sabine

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