Den neuesten Auswertungen des Statistischen Bundesamtes zufolge lag 2013 die Geburtenziffer in Deutschland bei sage und schreibe 1,42 Kindern je Frau, neuesten Schätzungen zufolge wird diese Ziffer für 2014 leicht ansteigen, aber vermutlich immer noch im europäischen Raum eher keinen Rekord brechen. Woran es liegt, dass insgesamt gesehen weniger Frauen Kinder bekommen und diese auch weniger Kinder bekommen als in anderen Ländern, darüber kann ich nur spekulieren.

Ein Grund mag sein, dass der Trend bei Frauen heute eher dahin geht, zunächst das Leben in Freiheit zu genießen, Karriere zu machen und als Sahnehäubchen vielleicht irgendwann noch ein oder zwei Kinder zu bekommen. Ein weiterer Grund könnten auch nicht flächendeckend angebotene Betreuungsmöglichkeiten von Kleinkindern sein, die es den Eltern und hier vor allem den Müttern erleichtern könnten, wieder in den Beruf einzusteigen. Und bestimmt ausschlaggebend ist auch die finanzielle Überlegung, wie man eben langfristig ein oder mehrere Kinder durchfüttern soll.

Wenn die Eltern genügend Zeit für den Nachwuchs haben können, freut sich das Kind.

Um zumindest am Anfang eines Elternlebens die finanzielle Situation etwas abzufedern, hat die Bundesregierung für seit 1. Juli 2015 geborene Kinder das Elterngeld Plus (mehr Infos hier) konzipiert, mit dem frischgebackenen Müttern und Vätern der Einstieg ins Familienleben erleichtert werden soll. Sie sollen damit Kind und Kegel, Familienzeit und Arbeitsleben mit möglichst wenig finanziellen Einbußen unter einen Hut bringen können, zumindest in der Anfangszeit, die noch nicht unbedingt durch Fremdbetreuung abgefedert werden kann.

Elternpaare können mit Hilfe geschickter Aufteilung von beruflicher Vollzeittätigkeit und Teilzeittätigkeiten zwischen 25 und 30 Wochenstunden das Elterngeld Plus mit Partnerschaftsbonus bis zu 28 Monate beziehen, wie man in folgendem Video schön erklärt bekommt. Außerdem können Eltern einen Teil der Elternzeit für später aufheben, um für das Kind präsent zu sein, wenn es eingeschult wird. Einen Teil der Elternzeit kann man nämlich zwischen dem 3. und 8. Lebensjahr des Kindes nehmen.

Aber auch Alleinerziehende sollen vom Elterngeld Plus profitieren können, indem sie frei wählen können, ob sie für den Standardzeitraum von 12 Monaten entweder die volle Rate des Elterngeldes beziehen oder aber für den maximalen Zeitraum von 24 Monaten jeweils die halbe Zahlung pro Monat erhalten. Wie das für Alleinerziehende allerdings in der Praxis aussieht, wird sich noch zeigen. Voraussetzung für eine Teilzeitbeschäftigung von 25 – 30 Wochenstunden und den verlängerten Bezug vom Elterngeld Plus ist ja, dass das Kind während der Abwesenheit des alleinerziehenden Elternteils gut untergebracht ist. Genau hier sehe ich dann Herausforderungen auf Betroffene zukommen, die es zu meistern gilt. 
Das neue Elterngeld Plus soll jungen Eltern mehr Flexibilität ermöglichen, sowohl in ihrer Zeitaufteilung hinsichtlich der eigenen Kinderbetreuung als auch dahingehend, dass eventuelle finanzielle Einbußen, die es unweigerlich bei Teilzeitarbeit geben wird, etwas abgefedert werden.
Ich kann hier nur empfehlen, sich über den Elterngeldrechner verschiedene Szenarien durchzurechnen und im Ernstfall möglichst eine Beratung bei einer zuständigen Elterngeldstelle vor Ort in Anspruch zu nehmen. Dann können alle Gegebenheiten berücksichtigt werden und das Elterngeld Plus optimal geplant und ausgeschöpft werden.
Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr dank Nachwuchses nach dem 1. Juli 2015 betroffen von dieser Neuerung? Habt ihr den für euch optimalsten Plan gefunden? Habt ihr vor, einen Teil der Familienzeit auf später zu verlegen? Ich freue mich auf eure Kommentare!
Dieser Blogpost entstand in Kooperation mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

1 KOMMENTAR

  1. Tja, immer das Lied von den egoistischen Frauen, die ja Kariere und das süße Leben dem Kind vorziehen.. Das ist doch nicht so..

    Erstmal verdienen wir nicht mehr wie unsere Eltern genug Geld um uns Familie überhaupt leisten zu können. Zeitarbeit, Werksverträge ec. tun ihren Zweck.. Das wir über einen Mindestlohn von 8,50€ überhaupt groß rumdiskutieren müssen sagt doch alles..

    Wenn man dann doch in der Situation ist, dass ein Kind kein all zu großes Risiko ist (Und im Ernst, es ist für JEDE Frau an irgend einer Stelle ein Risiko…) dann kommt das nächste Problem: Bist du eine der Glücklichen, die den Gürtel ordentlich eng schnallen und daheim bleiben kannst: Glückwunsch, du hängst deinem Mann auf der Tasche ist dann die Rede. Die Wirtschaft braucht doch Frauen! Du Egoistin!! Über die mögliche Rente, die einen dann am Lebensende erwartet reden wir mal nicht.

    Oder gehst du schnell wieder arbeiten? Du Rabenmutter!! Frau bekommt doch keine Kinder um sie direkt wieder ab zu schieben! Außerdem ist dein Kind nun im Beruf ein Makel, du wirst dir wohl, alles gefallen lassen müssen von deinem Chef, denn wenn der dich vor die Türe setzt, dann ist's relativ Essig mit was neuem…

    Das viele Frauen sich gegen ein Kind entscheiden liegt nicht am Egoismus, sondern an unserer gesamten Gesellschaft und dem Wert, dein sie einer Mutter gibt. Ich verstehe, dass sich einige Frauen dagegen entscheiden. Vermutlich ist der eigentliche Egoismus ist, doch eins zu bekommen.. Aber das läuft dann nach dem Motto: Augen zu und durch..

    Zum Thema Elterngeld Plus: JA, feine Idee. Vor allem die Partnermonate. Aber funktionieren tut das wohl nur, wenn beine Partner ungefähr gleich gut verdienen. Und wir wissen alle, dass eine Frau durchschnittlich 23% weniger verdient als ein Mann.

    Ich werde das Elterngeld Plus wohl beantragen. Denn ich werde eine Rabenmutter die ihr Kind abschiebt, damit wir Haus und Hof behalten können. Das Elterngeld Plus wird dann zumindest nicht gekürzt wenn ich dazuverdiene. Vielleicht bin ich aber doch gezwungen daheim zu bleiben, weil mein Arbeitgeber verlangen kann ,dass ich dann Vollzeit wieder anfange, und mich ggf. vor die Türe setzt, wenn ich das nicht möchte? 2 – 3 – Risiko… 😉

    Sagen wir so: Das neue Elterngeld mach das Ganze minimal besser, weil die Kürzung wegfällt.

    (Sorry für den langen Text.. Dabei hab ich mich schon kurz gehalten o.O)

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