Vergangenen Mittwoch war bei uns in Baden-Württemberg der letzte Schultag mitsamt Zeugnisausgabe und viele Kids haben sich gefreut über gute oder verbesserte Noten. Andere schlichen sich bestimmt heim wie begossene Pudel, weil die Noten nicht erwartungsgemäß oder eben doch wie erwartet, aber nicht wie erhofft ausfielen. Bei uns war alles im grünen Bereich mit Luft nach oben und nach unten.

Donnerstag und Freitag, an den beiden ersten Ferientagen, war Frollein Tochter mitsamt einer Freundin bei der gemeinsamen Veranstaltung vom Landesmuseum Württemberg und dem Mercedes-Benz Museum mit dem Titel „Auf geht’s! Reiselust gestern, heute und morgen“.

Spaß gemacht hat’s beim zweiten Teil der Veranstaltung im Mercedes-Benz Museum, langweilig war es hingegen im Landesmuseum Württemberg – so die unverblümte Kritik der beiden Kids. Den Freitagabend krönten wir dann noch mit einem Essen in einem türkischen Restaurant, wo wir zwei Mütter und die zwei Töchter mal wieder ausgiebig miteinander klönen konnten.

vegane Vorspeise oder veganes Hauptgericht
Inspiriert aus der türkischen Küche: meine Interpretation von İmam bayıldı
Übrigens ist diese gefüllte Aubergine mit Reis total vegan, so wie ich sie zubereitet habe.

Genau dieser Restaurantbesuch und die Empfehlung meiner Freundin, die vegetarisch gefüllte Aubergine zu probieren, brachten mir zum einen dieses Gericht wieder in Erinnerung und mich auf die Idee, das am Samstag gleich mal nachzubasteln. İmam bayıldı – der Imam fiel in Ohnmacht, heißt dieses Hauptgericht, das man aber auch als Vorspeise servieren kann. Ich entschied mich natürlich für ersteres, da ich kein Fan von halben Sachen bin…

Um das Rezept nachzubasteln, ließ ich mich zum einen von einem meiner Kochbücher inspirieren, zum anderen recherchierte ich im Netz um letztendlich dann eine eigene Variante davon zu kochen. Dabei entdeckte ich eine sehr gute Seite um türkische Rezepte zu finden, nämlich kochdichtürkisch.de.


Hier also meine Interpretation von İmam bayıldı:  

Wir brauchen für 3 Personen, die danach pappsatt sind:

3 mittelgroße Auberginen
4-5 aromatische Tomaten
2 Zwiebeln
3-4 Knoblauchzehen
2 grüne spitze Paprika
Petersilie (am besten glatte)
jede Menge gutes Olivenöl, bestimmt 250 ml, hab’s aus dem Handgelenk geschüttet…
Salz
1 TL Zucker
Pfeffer
Harissa als geschrotetes Gewürz
Ras el Hanout
Kreuzkümmel

dazu Reis, und zwar gab’s bei uns sehr aromatischen, edlen

Sadri Reis (aus dem Iran/Gilan)

Vorab sei noch gesagt: Ich habe alleine gekocht und mit Wartezeiten insgesamt 3 Stunden gebraucht. Sicherlich war das bei mir organisatorisch nicht optimiert, aber wer ähnlich begabt ist und lieber seriell als parallel arbeitet, der kann sich auf eine ähnlich Zubereitungszeit einstellen. Mit anderen Worten, wenn das Essen um acht Uhr abends auf dem Tisch stehen soll, dann fängt man am besten zur Teatime an. Wer optimiert arbeitet, kann auch in ca. 2 Stunden fertig sein… 


Zunächst schneiden wir die Auberginen je dreimal vom Scheitel bis zur Sohle ein, aber nicht durch. Dann habe ich diese Taschen gesalzen, die Auberginen mit den Öffnungen nach unten in ein genügend großes Sieb gelegt, mit einem Teller beschwert und uf den auch noch ein Gewicht gesetzt. Sie verlieren dadurch etwas an Flüssigkeit und das Schmorgericht wird dann nicht ganz so wässrig. So lässt man also die Auberginen ca. eine Stunde entwässern, während der man dann wie ich entweder einkaufen geht (haha, deswegen brauchte es bei mir so lange) oder schon mal das andere Zeug vorbereitet.


Jetzt schneiden wir die Zwiebeln in dünne Ringe, die Tomaten je nach Geschmack gehäutet oder nicht, werden gewürfelt, die Paprika ebenso, der Knoblauch wird in Freiform zerkleinert (Würfel, Herzchen, Kreise – was auch immer gefällt) und den Bund Petersilie kann man auch schon putzen und in Form hacken.


Etwas Olivenöl in die Schmorpfanne geben, die Zwiebeln glasig dünsten, dann den Knoblauch dazu geben. Anschließend werfen wir die Paprika und Tomaten dazu. Außerdem habe ich die mittleren Streifen, die durch das Aufschlitzen der Aubergine entstanden, auch rausgeschnitten, klein gewürfelt und zu der zukünftigen Füllung gegeben und ebenfalls angedünstet. Zucker und Salz kann man jetzt ebenfalls hinzufügen.

Sobald die Füllung soweit fertig ist, also noch mit Biss, mischt man die Petersilie unter, würzt gut mit Pfeffer, Harissa, Ras el Hanout, Kreuzkümmel (alles rein, egal ob aus Tunesien, Marokko oder sonst woher, ist zwar dann nicht original türkisch, aber dafür meine Variante) und füllt das ganze in eine separate Schüssel, um dann bequem die Auberginen füllen zu können. Diese hatte ich also dann noch etwas ausgehöhlt, das Fruchtfleisch wie oben erwähnt gewürfelt der Füllung beigemischt und die bereits verwendete Schmorpfanne mit den Auberginen bestückt. Dann die Füllung reingelöffelt, den Rest davon einfach noch lose in die Pfanne gegeben.

Anschließend locker aus dem Handgelenk mit der Ölflasche drüber gehen und ordentlich gutes Olivenöl über die gefüllten Auberginen und direkt in die Schmorpfanne geben. Den Deckel drauf und das Ganze bei kleiner Flamme 45 – 60 Minuten schmoren. Immer mal wieder zwischendurch den Deckel anheben, den Duft inhalieren und auch mal probieren und sich aufs Essen freuen.


Den Reis dann bitte so zubereiten, dass er ungefähr zur gleichen Zeit fertig ist wie der Imam, der in Ohnmacht fiel. Und wenn’s dann endlich fertig ist, dann heißt es essen, schweigen und genießen. Wer mag, kann auch zusätzlich noch türkisches Fladenbrot servieren. Hatten wir nicht, da ich irgendwie gestern keines entdeckt hatte.

Das Kind, was anfangs noch über die Auberginen gemotzt hat und sich zunächst uch weigern wollte, etwas davon zu essen, hat sich dann etwas später heimlich eine Aubergine aus dem Topf geangelt und kam dann irgendwann zu mir und meinte, das habe doch wider Erwarten gut geschmeckt.

Meine Mutter, die den Fototeller bekam, war auch hin und weg. Mir hat’s natürlich auch geschmeckt und ich habe mir fest vorgenommen, das öfter mal zu kredenzen.

Achja, und falls die Frage auftauchen sollte, ob man das Äußere mitessen kann: Ja, man kann. Ich esse auch bei gefüllten Paprika das Äußere mit… natürlich verrate ich jetzt nicht, wer mir diese Frage gestellt hat.

Die Gewürze, Kochbücher und den Reis habe ich euch einfach mal bei Amazon.de rausgesucht, damit ihr mehr Infos per Klick bekommt. Wenn ihr sie direkt über meinen Link bestellt, bekomme ich ein paar Cent Provision und ihr zahlt trotzdem nicht mehr 🙂

Und jetzt viel Spaß bei nachkochen. Kommentare sind wie immer herzlich willkommen!

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