52. Stallwächterparty der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin

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Global Digital – Industrie 4.0 

Unter dem Motto der globalen Digitalisierung fand die diesjährige Stallwächterparty in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin statt. Eingeladen haben der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann und der Minister für Bundsrat, Europa und Internationale Angelegenheiten Peter Friedrich zur größten politischen Sommerparty in Berlin.
Seit 1964 findet diese Party statt, zunächst als Grillfete im kleinen Kreise für die Angstellten der Landesvertretung, die während der parlamentarischen Sommerpause den „Stall hüten“ durften, damals noch in Bonn. Inzwischen stehen auf der Gästeliste der Stallwächterparty rund 1.500 Gäste und wer dabei ist, darf sich glücklich schätzen.
Dieses Jahr durften 10 BloggerInnen mit von der Partie sein und als SocialMediaReporterInnen die SocialMediaWalls des Landes Baden-Württemberg füttern. Eindrücke von der Party wurden beispielsweise via Twitter oder Instagram ins Netz geladen, mit dem Hashtag #stallwaechter15 versehen und landeten dadurch offiziell sichtbar auf den Screens, die im Hause aufgestellt waren. Natürlich ließ sich über diesen Weg die Party auch übers Netz mitverfolgen. Bemerkenswert war übrigens die Relation 80 % männliche zu 20 % weiblichen SocialMediaReportern. Mädels, da geht noch was! 
v.l.n.r.: Finanz- und Wirtschaftminister Nils Schmid, Ministerpräsident Winfried Kretschmann
und Minister Peter Friedrich mit einem Roboter
Quelle: Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund

Neben Menschen aus Fleisch und Blut war bei der diesjährigen Party auch eine gewisse Dichte von Androiden festzustellen, die teilweise sogar mit verschiedenen Aufgaben betraut waren.

So gab es den porträtierenden Zeichenroboter, für den man nur ein paar Sekunden Modell zu stehen brauchte und schon hatte er mittels einer Kamera die wesentlichen Gesichtszüge und Frisurmerkmale erfasst und begann automatisiert zu zeichnen.

Bei der jungen Dame auf dem Bild hatte ich zufällig die Möglichkeit des direkten Vergleiches. Okay, der Roboter hat die wesentlichen Merkmale erfasst, aber die Dame sah live einfach viel besser und vor allem hübscher aus. Da heißt es dann doch noch ein wenig üben für den Roboter…

Mit seinen zwei anthropomorphen Händen mischt der Serviceroboter HoLLiE vollautomatisch Cocktails nach den Wünschen der Gäste. HoLLiE ist ein hochmoderner, zweiarmiger Roboter, der im Rahmen des FZI House of Living Labs in Karlsruhe entwickelt wurde und in diesem Jahr auf der Stallwächterparty der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin präsentiert wird.
Quelle: FZI Karlsruhe

Selbstverständlich war nicht alles digitalisiert, was es auf der Stallwächterparty in Berlin zu sehen, erleben oder genießen gab. Deswegen tauchte auch auf einmal beim Stand des Landesmarketing Baden-Württemberg, besser bekannt unter #BWjetzt, auch auf einmal diese analog beschriftete Kreidetafel mit dem Spruch Analog oder Digital? #Stallwaechter15 kann beides! auf. Die Grillstationen im Garten der Landesvertretung waren auf jeden Fall ziemlich analog und was man da an olfaktorischen Eindrücken sammeln konnte, lässt sich bislang so noch nicht digitalisieren und entferntem Publikum übermitteln. Aber wer weiß, vielleicht arbeitet der eine oder andere Konzern schon dran…

Wenn wir schon beim Thema sind: Google war auch vertreten, auch wenn der Suchmaschinenriese jetzt nicht direkt als baden-württembergische Firma durchgeht. Aber sie passten eben zum Thema Digitalisierung und hatten ein nettes Gadget vorzuführen, mithilfe dessen man in Kombination mit einer App 360° Panoramaansichten von Stadtlandschaften oder ausgewählten Museen betrachten konnte.

Und teilweise war sogar die Bekleidung annähernd digital. Diese junge Dame mit dem strahlenden Rock kam an den Stand des Landesmarketings, um erstmal wieder ihren Aku zu laden. Strahlen ohne Strom geht eben noch nicht und deswegen nutzte die Dame die „Saftbar“, die allen Gästen zur Verfügung stand, welche dringend ihre Smartphones, Tablets oder eben Klamotten aufladen mussten.

Hätte Superman einen Navi 4.0 gehabt, dann wäre ihm das sicherlich nicht passiert. So aber musste er wohl ein jähes Ende an einer Wand in der Landesvertretung in Berlin nehmen. Oder war er vielleicht ein Zeitgenosse von der Sorte, die immer mit dem Kopf durch die Wand müssen? Wir wissen es nicht. Unbstritten ist nur, dass dieses Kunstwerk sicherlich eines der begehrtesten Fotomotive an diesem Abend war.

Mich persönlich hat die Architektur des Gebäudes beeindruckt, die teilweise noch mit der entsprechenden Beleuchtung hervorgehoben wurde. Von außen habe ich das Gebäude eigentlich fast nicht richtig wahrgenommen, was sicherlich auch daran lag, dass einfach jede Menge Menschen anwesend waren. Dafür fand ich die Innenansichten umso spannender, zumal es auch immer wieder überraschende Momente zu entdecken gab, zum Beispiel eine hölzerne Nische im Obergeschoss, die zur Meditation einladen sollte, an diesem Abend aber Treffpunkt für eine Handvoll Leute war, die einfach ihren Kaffee in Ruhe genießen wollten.    
Der Kaffee wurde in der Bibliothek ausgeschenkt und die Bohnen dafür kamen aus dem afrikanischen Staat Burundi, mit welchem Baden-Württemberg eine Partnerschaft im Rahmen der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) eingegangen ist. Auf diese partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Burundi und dem Land Baden-Württemberg bin ich übrigens auch im April auf der FairTrade im Stuttgarter Messezentrum aufmerksam geworden. Der Kaffee schmeckt ganz excellent und ich kann jedem nur empfehlen, diesen zu probieren, wenn sich die Gelegenheit bietet.  
Ein weiteres Highlight waren die Kostproben aus der Molekularküche, die ebenfalls im ersten Obergeschoss zu entdecken waren. Das, was man hier auf den Fotos sieht, ist eine Art Insalata Caprese, also Tomaten mit Mozzarella und Basilikum. Nur dass man hier den Basilikum neu strukturiert in Würfelform kredenzt bekommt, aus der Tomate zur Deko einen hauchdünnen „Keks“ bastelt und ebenso die Molke vom Mozzarella über chemische Prozesse zu einem festen, hauchzarten Blättchen werden lässt, was sich als Deko einsetzen lässt. Auf dem oberen Bild sieht man so eine Art Dampf oder Rauch. Das ist flüssiger Stickstoff, der kurz vor dem Verzehr bzw. kurz vor dem knipsen dazu gegeben wurde. Ganz unter uns: mir ist das Original lieber…  

Ebenfalls zu bewundern gab es Nobelkarrossen von Audi und Mercedes, wobei natürlich Audi nicht unbedingt zu den baden-württembergischen Automobilherstellern zählt. Aber schöne Limousinen bringen sie trotzdem auf den Markt. Dass Daimler mit Mercedes vertreten ist, dürfte selbstverständlich sein, schließlich ist diese Marke unter anderem ein baden-württembergisches Original.

Ein weiteres Original aus dem Ländle ist der Vorvorgänger des jetzigen Ministerpräsidenten, Günther Oettinger, der inzwischen das Amt des EU-Kommissars für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft bekleidet. Dass ihm die Stallwächterparty sichtlich Spaß machte, ist kaum zu übersehen, zumal zum Zeitpunkt des Fotos der offizielle Teil vorbei und die Reden alle längst gehalten waren.

Auch wenn ich den vielen Promis gar nicht so sehr über den Weg gelaufen bin – vielleicht habe ich auch einfach nicht alle zuordnen können, so habe ich doch die grüne Stuttgarter Landtagsabgeordnete Muhterem Aras sofort erkannt. Schließlich begegnet sie mir in der Landeshauptstadt immer mal wieder und deswegen konnte ich sie gleich richtig zuordnen, als ich sie beim Fotoshooting vor dem Bluescreen entdeckte. Ich vermute stark, dass der blaue Hintergrund dann über eine Bildbearbeitung mit einer Landschaft o.ä. ersetzt wurde. Von Weitem habe ich übrigens noch Cem Özdemir, seit 2008 Bundesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen, und Boris Palmer, seit Januar 2007 Oberbürgermeister der Stadt Tübingen, entdeckt. All die anderen sind mir irgendwie in der Menschenmenge entkommen…

Die Stallwächterparty 2015 wurde von vielen Sponsoren aus der Wirtschaft möglich gemacht, Es flossen Geld- und Sachleistungen im Gesamtwert von ca. 260.000 Euro, deren Verteilung man hier in dieser Liste einsehen kann. Unter den Sponsoren waren nicht nur die Großen, wie beispielsweise Google, Daimler oder Audi vertreten, sondern auch junge Start-ups wie zum Beispiel „Heldenpause“ mit einer sehr leckeren Limonade. Meiner Meinung nach sind solche Veranstaltungen sicherlich eine gute Möglichkeit für Gründer, auf ihre Produkte aufmerksam zu machen, auch ohne über ein riesiges Werbebudget zu verfügen.

Alles in allem war die Stallwächterparty 2015 eine sehr gelungene Veranstaltung, die Stimmung war großartig und man konnte interessante Gespräche führen und vielversprechende Kontakte knüpfen. Alle, die mich über Instagram, Twitter, Facebook oder tumblr verfolgt haben, bekamen schon einige Bilder zu sehen, die hier nicht zu sehen sind. Wer neugierig ist, nimmt sofort die Verfolgung auf und kann sich meine Eindrücke von der Party auch noch im Nachhinein anschauen.

So, und nun seid ihr dran. Kommentare zur Veranstaltung sind gerne willkommen, sachliche Kritik ebenso.

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