Blumen und Katzen

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Manchmal hat man ja schon seltsame Ideen. Wie ich zum Beispiel heute. Wir waren auf unserem samstäglichen Revierrundgang und schauten noch kurz im Einkaufszentrum vorbei um dort dann nichts einzukaufen, weil uns zuviele Menschen den Appetit verdarben.

Also wieder den Heimweg angetreten und auf diesem an einem Klamottenladen vorbeigekommen, der sein 12-jähriges Bestehen feierte. Zu diesem Zwecke verkaufte eine bekannte Floristin schöne, außergewöhnliche Blümchen zu einem sehr günstigen Preis. Meine Tochter und ich wurden gleichzeitig auf die fast schwarzen Calla aufmerksam und ich dachte mir, die sähe doch bestimmt hübsch aus als Solitär in einer schlanken Vase.


Gedanklich bin ich da immer sofort dabei, die schönsten Dekorationen zu entwickeln, ungeachtet der Tatsache, dass gar nicht unbedingt alles so funktioniert, wie ich mir das vorstelle. Und weil diese eine Blüte so schön war, ließen wir gleich noch eine zweite in einem RoséTon für meine Mutter mit etwas dekorativem Ziergras binden. Also zweimal das Gleiche, nur in unterschiedlichen Farben.

Zuhause angekommen brachte Frollein Tochter die roséfarbene Calla gleich zu ihrer Oma, während ich versuchte, die Wohnung zu betreten ohne dass die Katze entfleucht. Also fuchtelte ich ihr mit dem Blütenbündel vor der Nase rum und gackerte, während ich die Wohnung betrat. Das Gackern funktioniert immer, dann läuft sie rückwärts und denkt vermutlich, ich sei verrückt geworden…

Nur hatte ich heute die Rechnung ohne die Katz‘ gemacht. Kaum hatte sie die mit Ziergras gebundene Calla entdeckt, ging die Jagd auf das Gras los. Sie dachte wohl „Hui, ein neues supertolles Katzenspielzeug!“ und hüpfte meterhoch aus dem Stand, um im wahrsten Sinne des Wortes und nicht im übertragenen ins Gras beißen zu können. Dabei steht ein Töpfchen mit Katzengras auf dem Balkon, auf dem sie sich täglich mehrere Stunden aufhält.

Miss Neko wurde dermaßen wild auf den Strauß, dass ich schon überlegte, ob ich ihn nicht einfach irgend jemandem auf der Straße schenken sollte. Ich konnte dieses Gebinde nicht eine Sekunde weglegen, ohne dass die Wildkatze drauf und dran war das Teil zu fleddern.

Dann stellte ich zu allem Überfluss auch noch fest, dass ich nicht einmal eine geeignete Vase für den Stengel habe, geschweige denn eine schöne Glasflasche, die einsatzbereit gewesen wäre. Also sperrte ich irgendwie die Katze aus der Küche, entfernte von einer kleinen weithalsigen PET-Flasche das Etikett, befüllte diese mit Wasser und stellte das überdimensional große Kalla-Gebinde in das Fläschlein. Und da ich egal in welcher Vase diese Blüte nirgends in der Wohnung hätte aufstellen können ohne dass die Katz rankommt, habe ich das Ganze schlichtweg auf den Küchenbalkon ausgelagert, der sowieso nur als Abstellplatz genutzt wird und den die Katze nie betreten darf.

Mit anderen Worten: Man kann nur eines haben: entweder Katzen oder Blumenarrangements. Ich hoffe ich merke mir das…

3 Kommentare

  1. Als ich heute nacht "liebevoll" vom Kater geweckt wurde, weil ihm mal wieder langweilig war und nach Futter gelüstete, kam ich auch in die Küche, nur um festzustellen, dass meine Blumenvase mit den Lilien umgeschmissen wurde. Katzen können manchmal solche A*löcher sein – meiner macht das vor Allem mit Absicht, um Krach zu machen und uns wach zu machen! Ich finde die Calla (oft gehört, nie gewusst wie der Name von dem Blümchen ist) jedenfalls wirklich schön – gerade in dieser tiefdunklen Farbe wirklich toll. 🙂 Und da nächste Mal sind wir dann beide wieder schlauer!

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