Gab es da nicht mal so einen Schlager, der im Refrain lautete „Schuld war nur der Bardolino…“? Oder war es gar kein Bardolino, sondern eher ein Bossa Nova? Na gut, bei mir war’s der Bardolino, der mich neulich dazu brachte, in Gedanken zu schwelgen und sehnsüchtig zurück an unsere Reise in die Bretagne zu denken. Warum ausgerechnet ein italienischer Rosé mich gedanklich in die Bretagne schickte? Vielleicht lag es daran, dass wir dort gerne einen Côte de Provence Rosé zu unseren Meeresfrüchteplatten tranken?
Garnelen und Meeresfrüchte direkt am Atlantik genießen
Allein schon farblich passt hier ein Rosé am besten dazu!

Vielleicht lag es aber auch daran, dass mich die Eindrücke aus dem pittoresken Ort Camaret-sur-Mer noch verfolgten und ich eine optische Assoziation zu einer der farbig umrahmten Ateliertüren in diesem kleinen Künstlerort an der bretonischen Küste hatte. Wer weiß es schon, welche Synapsen der italienische Rosé aktivierte und warum ich dank ihm mental ausgerechnet in Frankreich landete, als ich zusammen mit meiner Mutter diesen Wein verkostete.  
Ateliertüre
Passt farblich perfekt zusammen!

Jedenfalls war ich flugs in der Bretagne im Département Finistère gelandet und genau in diesem Örtchen, das mich dermaßen fasziniert hat, dass ich unbedingt wieder hin möchte. Wir waren insgesamt nur eine Woche dort, entdeckten Camaret-sur-Mer auf der Halbinsel Crozon eher zufällig denn gezielt, weil wir auf der Suche nach einem Supermarkt waren. Bei unserem ersten Anlauf kauften wir in der Tat nur kurz ein, hatten das Auto aber mit Blick über den Hafen geparkt und uns vorgenommen, am nächsten Tag mit mehr Zeit nochmals hinzufahren, was wir dann auch machten.

Yachthafen von Camaret sur mer
Überblick über den Hafen von Camaret bei Ebbe

Der Hafen von Camaret ist wunderschön in einer Bucht gelegen und beim Spaziergang Richtung Yachthafen bekam ich auf einmal wahnsinnig Lust, endlich mal wieder einen Segelurlaub zu machen, von Hafen zu Hafen und überall so lange zu bleiben, wie es einem gefällt. Das wär’s doch! Am liebsten hier in dieser wunderschönen Gegend, die so viele interessante Sehenswürdigkeiten und Landschaften zu bieten hat und außerdem kulinarisch interessant ist.

Festungsanlagen von Vauban
Die kleine Kapelle und die Festung am Hafen von Camaret

Speziell der Yachthafen von Camaret-sur-Mer scheint eine beliebte Anlaufstelle unter Langfahrern zu sein, was sicherlich nicht zuletzt an der offensichtlich guten Infrastruktur der Marina liegt. Auch der Ort Camaret-sur-Mer hat so einiges zu bieten. Zur See hin gibt es die belebten Hafenpromenaden, auf der einen wurde während unseres Besuches gerade ein Jahrmarkt aufgebaut, der genau dann eröffnet werden sollte, wenn wir uns schon wieder auf der Heimreise befinden würden.

Hafen von Camaret
Hafen von Camaret-sur-Mer, sogar noch mit echten Piraten und ihren Bräuten

Außerdem findet man einen sehr malerischen Schiffsfriedhof im Hafen von Camaret-sur-Mer, der neben der Kapelle Notre-Dame de Rocamadour und in der Nähe der 2008 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannten Festungsanlagen von Vauban liegt.

Camaret-sur-Mer
Skelett eines Schiffes auf dem Schiffsfriedhof
Camaret sur mer
Plakativer Eindruck vom Schiffsfriedhof in Camaret-sur-Mer

Camaret sur mer
Einst war Camaret-sur-Mer ein bekannter Hafen für Langustenfischerei

Landeinwärts kommt man gleich hinter der Hafenpromenade in die kleinen Gassen des Künstlerviertels, wo sich viele kleine Ateliers befinden, in denen man je nach künstlerischer Ausrichtung interessante Objekte entdecken und kaufen kann. Angefangen von Kunsthandwerk bis hin zu Bildern oder Skulpturen kann man hier einiges sehen und wenn man, wie wir, erst abends durch das Viertel bummelt, dann sieht man zumindest viele farbig angemalten Fensterläden, Ateliertüren, farblich passende Tische und Stühle und mitunter ein auf der Straße abgehaltenes Abendessen an der langen improvisierten Tafel.

Camaret sur mer
Kunterbunt wie eine Patchworkdecke sind die Eindrücke aus dem Künstlerviertel 

Kein Wunder, dass ich mich in diesen Ort gleich verliebt habe! Und zwar so dermaßen verknallt, dass ich unbedingt wieder hin möchte, nicht nur für einen Nachmittag und Abend, sondern lange genug, um wirklich alles erkunden zu können und ausreichen Zeit zum fotografieren zu haben. Es war einfach wunderschön dort!

Bretagne Finistère
Aus Steinen baut man in der Bretagne Häuser, Hafenmolen oder kleine Steintürmchen

Den Abend verbrachten wir damals noch in einem Restaurant mit Hafenblick, das vom kulinarischen Aspekt her nicht so gut aufgestellt war wie von der schönen Aussicht her. Aber man kann nicht alles haben und da wir müde und hungrig waren, wollten wir uns möglichst schnell einen aussichtsreichen Sitzplatz ergattern. Gut, das Essen war nicht schlecht, aber auch nicht so gut, wie wir es in der Bretagne zuvor bereits kennen lernen durften. Mehr darüber habe ich hier geschrieben.

Camaret sur mer
Muscheln essen an der Hafenpromenade

Mit diesem schönen Blick über den Yachthafen von Camaret-sur-Mer, aufgenommen während der blauen Stunde, kehren wir wieder ganz sanft zurück aus unserer Traumreise und landen wieder im Hier und Jetzt, nicht ohne noch einen sehnsüchtigen Blick über das Hafenpanaroma zu werfen.

Bardolino – Rosé aus Italien

Angespornt durch den Farbrausch dank der Bretagnefotos habe ich diesen Bardolino, der mir sozusagen einen Urlaub aus der Flasche bescherte und meiner Mutter einige Erzählungen von der Reise, direkt noch vor farblich passendem Hintergrund aufgenommen, sozusagen monochrom Rosé oder besser gesagt monochrom Orange. Und natürlich habe ich noch ein wenig an der Farbschraube gedreht, damit es mehr reinknallt und optisch einen schönen Farbkontrast zum blauen Hafenpanorama bildet. Da sieht man’s mal wieder: ein gutes Glas Wein setzt Kreativität frei…

Flaschenpost für die Blogparade „Urlaub aus der Flasche“

Aber warum ich das alles geschrieben habe? Neulich bekam ich über Facebook mit, dass sich Studenten der „Weinuni“ in Geisenheim im Rahmen ihres Medienpraktikums eine Blogparade zum Thema „Urlaub aus der Flasche“ einfallen ließen. Dafür konnte man sich bewerben, was ich natürlich tat, und wurde als ausgwählter Teilnehmer mit sechs Flaschen Wein bedacht, gesponsert von Netto Marken-Discount. Die Aufgabe lautete dann, die Urlaubserinnerungen aufzuschreiben, die einem beim Verkosten einer Flasche Wein in den Sinn kamen. Und genau das konntet ihr oben lesen. Die Geschichten der anderen teilnehmenden Blogger lest ihr übrigens auf der Seite Urlaub aus der Flasche.

Schwelgt ihr auch manchmal in Urlaubserinnerungen, wenn ihr ein gutes Glas Wein trinkt oder vielleicht bei einem geselligen Essen sitzt? Inspiriert euch kulinarischer Genuss ebenso wie mich? Ich freue mich auf eure Kommentare!

3 KOMMENTARE

  1. Hallo,

    deine Fotos machen echt Lust auf die Bretagne. Frankreich ist ein sehr schönes Land. Wir wollen unbedingt noch einmal nach Südfrankreich.

    LG Myriam

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