Katzenbalkon wird ausbruchsicher

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In acht Tagen ist astronomischer Frühlingsanfang und ich habe jetzt mal das Projekt „Katzenknast“ in Angriff genommen. Seither bin ich mit der Miez immer nur kurz auf den Balkon und habe mich dann als lebendes Schutzschild am Abgrund entlang geschlichen, damit die Jägerin nicht auf die Idee kommt auf die Brüstung zu springen und von dort aus einer Fliege hinterher zu hechten. Das könnte nämlich aus dieser Höhe und mit einem asphaltierten Trottoir als Landefläche böse für Kätzchen ausgehen.


Und um eben ab sofort nicht immer am Rande eines Sekundentodes zu sein, nur weil die Miez dann doch mal in einer unbeobachteten Sekund aufs Geländer hüpft, habe ich mir Anfang der Woche das ganze Equipment bestellt, was man benötigt um einen nicht überdachten Balkon ohne Bohrlöcher und Dübel katzensicher zu machen.

Für unser Balkongeländer, das sich im Stile der 60er Jahre gleichmäßig hin und her mäandert, benötigte ich sogenannte Mauerklemmen mit Halterungen für Teleskopstangen. Ich hoffe schwer, dass es reicht, wenn ich das Netz einfach hoch genug spanne, so dass ich nicht auch noch eine Überdachung aus dem Schutznetz konstruieren muss. Die Verlängerungen der Teleskopstangen sind nach innen leicht gebogen, so dass die Katze laut Produktbeschreibung davon Abstand nimmt, übers Netz zu klettern. Hoffen wir mal, dass es wahr ist.

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Außerdem habe ich mehrfach gelesen, dass man das Netz eher etwas lockerer als zu straff spannt, damit das Katzentier nicht denkt, es sei eine Klettereinrichtung und einfach am Netz hochklettert und damit noch besser auf gefährliche Simse und Brüstungen gelangt. Wenn uns eine Schildkröte zugelaufen wäre, hätten wir diesen Aufwand nicht gehabt…

Gestern bekam ich also einen riesigen Karton, der einfach wegen der Teleskopstangen so überdimensioniert war. Drin waren wie gesagt fünf Teleskopstangen mit Mauerklemme, da man über längere Strecken alle zwei Meter eine Stange befestigen sollte. Und natürlich an den vier Ecken, die sich bei einem Balkon ergeben. Außerdem noch ein grünes drahtverstärktes Netz mit einer Maschenlänge von 3 x 3 cm, wo also garantiert kein Katzenkopf durchpasst, und ein dazugehöriges Spannseil sowie Haken und Dübel, die ich aber ohnehin nicht verwenden kann.

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Ich probierte dann gestern gleich mal aus, ob die Mauerklemmen auch an unser Balkongeländer passen. Yeah, sie passten! Ich war mir wirklich nicht ganz sicher, ob ich hier das richtige Modell ausgesucht hatte. Aber offensichtlich schon.

Heute befestigte ich dann alle fünf Mauerklemmen und natürlich auch gleich die dazugehörigen Teleskopstangen. Die Nachbarn wunderten sich bestimmt schon, was für eine seltsame Konstruktion da auf meinem Balkon auftauchte. Gegen Abend hatte ich doch tatsächlich noch den Nerv, mich mit dem Netz zu beschäftigen. Ursprünglich wollte ich es mit Assistenz anbringen, aber irgendwie war mein Ehrgeiz geweckt und meine Lust geschrumpft, jemandem genaue Anweisungen geben zu müssen und deswegen versuchte ich Stück für Stück selbst, das Netz anzubringen.

Es geht, wirklich, es funktioniert auch alleine. Zwar vielleicht nicht so schnell wie mit einem Helfer, der weiß, wo er anzupacken hat. Aber garantiert nervenschonender als mit jemandem, der dann grundsätzlich erstmal etwas anderes ausprobieren möchte. Ich habe also das Netz im Format von 6 x 3 m zuerst locker an den jeweiligen Stangen eingehängt, um in etwa abschätzen zu können, wie ich das Netz auf die Strecke von 5,5 m verteilen muss. Es soll ja nicht zu straff sein, aber es darf natürlich auch nicht so sein, dass einem am Ende 20 cm fehlen.

Danach zog ich oben die Spannleine ein, die ich dann natürlich auch jeweils an passender Stelle durch die Ösen der Teleskopstangen fädelte. Anschließend begann ich dann noch, an einem Ende die Netzkante entlang der ersten Stange mit ummanteltem Blumendraht zu befestigen. Hat super funktioniert.

Nur dann wurde es so langsam dunkel, ich fing an zu frieren und verlor dann auch die Lust, weiterzumachen. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag…

Jedenfalls bin ich ziemlich zuversichtlich, dass ich unsere Balkoneinzäunung noch dieses Wochenende unter Dach und Fach haben werde. Dann kann die Miezekatze nach Herzenslust draußen rumspazieren und ich muss nicht immer jeden ihrer Schritte überwachen. Super!

Das nächste wird dann sein, die Blumenkästen zu bepflanzen. Da muss ich mir noch genau überlegen, was ich nehme. Vielleicht stelle ich auf den Boden ein paar katzenfreundliche Pflänzchen wie Baldrian, Katzenminze, Katzengras und ähnliches Zeug. Da kann die Süße dann nach Belieben rumschnüffeln und anknabbern, ohne dass man Angst haben muss, dass sie sich vergiften könnte.

Ansonsten möchte ich eine auch für uns menschlichen Bewohner essbare Balkonbepflanzung haben, wie ich bereits hier angedeutet habe, und setze hier auf Küchenkräuter und irgendwelches Kleingemüse und Obst, was man auf dem Balkon ziehen kann. Also nix mit Riesenkürbissen und Wassermelonen, sondern eher so Cocktailtomätchen und Erdbeeren…

Übrigens, so richtig schön finde ich das Katzennetz nicht. Ist schon was anderes, wenn man frei aus dem Balkon blicken kann oder aber hinter Gittern ist. Aber ich werde vielleicht so das eine oder andere Töpfchen mit rankenden zarten Blümchen ans Geländer hängen, so dass sich ein paar Wicken oder ähnlich Pflänzchen hier am Netz hochhangeln können. Schaumermal…

Also, bevor jetzt Kommentare geschrieben werden, dass das Netz nicht sicher sei so wie es da rumhängt: ich bin noch nicht fertig damit! Morgen oder so mache ich weiter und kann euch dann das Ergebnis präsentieren. Das ist also so eine Art Zwischenbericht für alle, die sich momentan auch mit dem Gedanken beschäftigen, wie sie Balkon oder Terrasse ausbruchsicher gestalten können. Ansonsten sind natürlich alle anderen Kommentare sowie wertvolle Tipps und individuelle Erfahrungen absolut willkommen!

7 Kommentare

  1. Ich musste so lachen, als ich Katzenknast gelesen habe xD Dein Schreibstil ist total gut, wobei ich manche Wörter nachschlagen musste (bin eine Kreuzung aus Asiate und Schwabe :D). Finde das übrigens total interessant mit dem Netz, wobei ich wahrscheinlich doch irgendwie etwas paranoid bleiben würde, was den Sekundentod betrifft.

    So wie ich es gelesen hab, ist dir die Katze zugelaufen, oder? Wenn du noch ein wenig wartest, kommt vielleicht auch die Schildkröte an – Scherz beiseite. Ich wünsche mir ja schon lange eine Katze, aber am besten eine freilaufende, vielleicht läuft mir ja auch mal eine zu 🙂

    Liebst,
    Mira

  2. Hey Salvia,

    das mit dem "Katzenknast" ist eine herzallerliebe Idee und deine Katze wird es dir danken. Ich finde, dass selbst eine Wohnungskatze öfter mal frische Luft schnuppern sollte. Und es sieht bisher ja ziemlich gelungen aus. Wir haben leider weder keinen Balkon noch einen Garten, sonst hätte ich mir schon längst eine Katze geholt. Es ist ein schönes Gefühl, nach Hause zu kommen und zu wissen, dass immer jemand auf einen wartet. 😉

    Wünsche dir noch viel Erfolg beim Bauen!

    Liebe Grüße,
    Mimi

  3. "Katzenknast" fand den Ausdruck auch sehr nett! Hatten das früher auch immer am Balkon, das mit dem etwas Locker gespannt stimmt wirklich. Unsre kleinen meinten immer auf den Rand springen zu müssen und sich dann halb ins Netz fallen zu lassen! 😀

  4. Schön, das dein Kätzchen die Möglichkeit hat auf dem Balkon ein wenig herum zu spazieren 🙂 So ein Katzenknast ist da bestimmt auch eine gute Lösung, um das Kätzchen vor dem Unfalltod zu bewahren 😮 Ich kann mir schon vorstellen, das der Ausblick vorher 'besser war' aber die Idee mit den Pflanzen finde ich toll, das würde dann bestimmt wieder schön aussehen 🙂

    Liebst,
    Aileen <3

  5. Das sieht ja schon klasse aus! So einen kleinen Spielplatz müsste ich meinen beiden eigentlich auch mal basteln, habe sogar zwei Balkone. 😀

  6. Ich selbst bin auch am überlegen, ob ich meine Stubentieger nicht vielleicht auf den Balkon lassen soll. Jedoch muss ich gestehen, dass das Netz dann komplett auch oben hängen muss, ich wäre glaub ich viel zu ängstlich das meine drei Mäuse vielleicht sogar noch oben drüber klettern würden. ^^ Aber prinzipiell finde ich die Idee schon mal nicht schlecht, schon allein, weil man nicht bohren muss!
    Liebe Grüße

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