Nachdem ich mich gestern in epischer Breite über Urban Gardening, Selbstversorgung und Balkongestaltung ausgelassen habe, fällt mir nun schon wieder das nächste Ding ein, was ich unbedingt noch angehen möchte, nämlich ein persönliches Kochbuch zu erstellen. Ja, genau, ein richtiges Kochbuch und keine Rezeptesammlung auf dem Blog. Wer weiß, ob es nicht eines Tages doch sinnvoll wäre, die ganzen Familienrezepte auf Papier zu besitzen und nicht in virtueller Art im Netz eingestellt zu haben.

Overnight Oatmeal mit Mangomus und Cranberries


Eines der persönlichsten Dinge, die meine Mutter von ihrer Mutter vererbt bekommen hat, war das Kochbuch, was natürlich damaligen Zeiten entsprechend völlig unspektakulär, unvollkommen und handschriftlich in einer 08/15-Kladde mit schwarzem Einband niedergeschrieben war. Aber es hat einen großen persönlichen Stellenwert, auch wenn viele Rezepte gar nicht aufgeführt sind, derer sich meine Mutter erinnert, aber nicht weiß, wie sie genau zubereitet wurden.

Heute kann man das natürlich alles ganz anders machen, professioneller und schöner, aber man muss es eben machen. Ich hatte irgendwann vor ein paar Jahren schon mal die Idee, so ein Rezeptbuch einfach als Fotobuch zu machen, allerdings hätte ich da vieles am Layout rumschrauben müssen, was mir dann zuviel Mühe war. Aber die Zeiten haben sich geändert und es gibt mittlerweile auch für dieses Anliegen die passenden Vorlagen.

Champignon-Ragout mit Speck an Kartoffelknödeln

Da ich oft einfach aus den Vorräten, die ich gerade so finde und aus saisonalen Produkten, die ich frisch dazu einkaufe, etwas zum Essen zaubere, meistens völlig ohne Rezept und einfach kreativ aus dem Ärmel geschüttelt, gibt es oft keine Möglichkeit mehr, etwas, was wirklich sensationell geschmeckt hat, irgendwann mal vorsätzlich nachzukochen. Weil eben spontan zusammengebraut und nicht nach Rezept gearbeitet.

Gemischter Salat nach Art des Hauses

Mittlerweile fotografiere ich aber die meisten meiner Gerichte und stelle sie entweder auf den Blog oder aber zur Zeit ganz häufig auf meinen InstagramChannel und schreibe zumindest mal stichwortartig die Grundzutaten dazu. Daraus kann man sich dann zusammenreimen, wie dieses oder jenes Essen zubereitet wurde. Zumindest ich kann das, da ich ja weiß, wie ich so ungefähr koche.

Tortilla mit allem was das Haus zu bieten hatte

Aber wenn meine Tochter eines Tages soweit ist, dass sie selbst kochen möchte, dann möchte sie vielleicht mal ein Risotto à la Mama oder den einen Bulgursalat machen, der immer so nach Sommer geschmeckt hat. Genau dann wäre natürlich ein Nachschlagewerk sinnvoll und genau das ist für mich der Grund, warum ich gerne ein persönliches Kochbuch erstellen möchte.

Champignon-Ragout mit Blattspinat und Gorgonzolasauce auf Reis

So toll Rezeptesammlungen im Internet auch sind, aber ein Kochbuch ist nochmal eine Nummer anders. Einfach beständiger, hochwertiger und irgendwie verwurzelter. Man könnte es mit persönlichen Fotos – nicht nur von den Mahlzeiten – bestücken und damit wirklich ein Stück Familiengeschichte festhalten. Denn speziell die Speisen, die eine Familie im Laufe der Jahre immer wieder auftischt, sind etwas unverwechselbares und damit auch ganz eng mit dem Clan verbunden. Und natürlich hängen damit Erinnerungen und Gefühle zusammen, die dann hoffentlich im Zusammenhang mit Familie und Essen möglichst positiv sein mögen und nicht dergestalt, dass hier ja schon wieder dieses blöde Rezept von dem Grießbrei auftaucht, den man als Kind gehasst hat und trotzdem die Schüssel bis zum Schluss auskratzen musste…

Habt ihr euer persönliches Familienkochbuch, vielleicht auch handschriftlich in einer Kladde? Oder wie findet ihr diese Idee, eines zu erstellen? Würdet ihr euch freuen, von eurer Mutter ein solches Kochbuch geschenkt zu bekommen? Oder wäret ihr vielleicht sogar glücklicher, wenn euer Göttergatte das Kochbuch seiner Mutter mit in die Ehe gebracht hätte, damit ihr endlich die Rouladen so zubereiten könnt, wie es Mama immer gemacht hat? Fragen über Fragen – ihr macht mich glücklich, wenn ihr mir eure Antworten in das Kommentarfeld schreibt!

3 KOMMENTARE

  1. Ich finde die Idee, ein eigenes persönliches Koch-/Backbuch zu gestalten total reizvoll und habe selbst oft schon darüber nachgedacht! Im Moment drucke ich alle Rezepte, die ich für gut befinde und auf jeden Fall noch einmal machen möchte mit Bild aus und hefte diese ordentlich in einem Ordner ab.
    Irgendwann würde ich das aber dann schon gerne nochmal etwas "professioneller" umsetzen.

  2. Die Idee ist wirklich super. Ich persönlich hätte gerne das eine oder andere Rezept meiner Mutter irgendwo in einem schönen Buch verankert, denn sie kocht einfach lecker. Ich koche jetzt auch für meine Familie und ich bin mir sicher, dass meine Töchter so ein persönliches "Familienkochbuch" zu schätzen wissen würden, wenn es eins gäbe.

    Deshalb, setzte deine Idee um, deine Tochter wird sich z. B. zum Auszug über dieses Geschenk sehr freuen.

    Liebe Grüße
    Mimi

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