Reise: Ferien in der Bretagne mit Homair – Teil 1

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Im Frühjahr diesen Jahres wurde ich auf Homair aufmerksam, einen französischen Betreiber von 125 Campingdörfern mit Mobile Homes in derzeit sechs europäischen Ländern. Normalerweise bin ich jetzt nicht so der Camping-Typ, habe auch nicht das entsprechende Equipment dafür, aber was ich da auf der Website von Homair entdeckte, schien auch für Einsteiger oder Leute, die auf Comfort nicht verzichten möchten, genau das richtige zu sein. Natürlich unter der Voraussetzung, dass man sich damit anfreunden kann, relativ naturnah zu wohnen und morgens nicht ans Frühstücksbuffet zu hechten und sich die Brötchen auf den Teller zu stapeln. Hier muss man selbst für die Verpflegung sorgen oder eben essen gehen. Mit diesem Gedanken konnte ich mich gut anfreunden, meine Tochter sowieso, weil für sie nur der Campinggedanke zählte und so schaute ich mir die ganz Sache noch etwas näher an. Ziemlich schnell hatte ich das Vier-Sterne-Campingdorf in der Bretagne im Visier, genauer St. Nic – Le Domaine de Ker Ys, was mir rein optisch schon recht gut gefiel und was sich außerdem in einer Wetterzone befindet, in der ich es gut aushalten kann.

St Nic Le Domaine de Ker Ys
In der Mitte sieht man den Eingang zum Campingdorf, links daneben befindet sich der pinkfarbene Imbiss (empfehlenswert) und rechts daneben die blaue Bar (nicht so das wahre…).

Also wurden noch zwei Mitreisende gesucht, weil es einfach zu viert lustiger ist als zu zweit und nach kurzer Zeit schon hatten wir meine Schwester und ihren Freund mit im Boot – perfekt! Beide sind übrigens keine Camper, aber für Abenteuer zu haben, wie man leicht aus den Reiseberichten aus Ecuador von 2013 herauslesen kann. Dann konnte ja eigentlich nichts mehr schief gehen! Wir buchten einen sogenannten Bungalow, der für sechs Personen gedacht ist, damit wir ein wenig mehr Platz haben und nicht wie die Ölsardinen leben würden. Das war auch die richtige Entscheidung, wie sich im Nachhinein herausstellte. Wir hatten doch ganz ordentlich Gepäck dabei und so konnten wir die leeren Betten mit Gepäckstücken pflastern und es stand nicht alles im Weg herum.
Die Mobilheime sind so angeordnet, dass man viel Privatsphäre hat
Eine kleine Hühnerleiter führt in das Mobilheim und selbst unser großes Auto hat noch Platz
Nach einer Fahrt von ca. 1.300 km in einem Rutsch mit kurzen Unterbrechungen kamen wir also Samstagabend gegen 18:30 Uhr im Campingdorf an. Wie wir schon vorher über Google recherchiert hatten, befand sich das Homair Campingdorf genau gegenüber vom weiten, breiten und wenig besuchten Sandstrand – perfekt also, um schöne Stunden am Atlantik zu verbringen. Der Check-in ging rasch über die Bühne, so gut wie keine Formulare waren auszufüllen, lediglich zur Abdeckung der Kaution in Höhe von 100 Euro und der Endreinigungskosten in Höhe von 60 Euro wurde die Kreditkartennummer abgefragt. Wir hatten uns schon im Vorfeld entschieden, lieber die Endreinigung von Homair erledigen zu lassen anstatt am Abreisetag in aller Herrgottsfrüh noch anfangen zu müssen zu putzen. Also wurde das auch gleich beim Check-In entsprechend vereinbart, damit diese Sache schon unter Dach und Fach war.
Viel Platz gibt es nicht im Mobilheim, aber es reicht aus.
Ein Blick in unsere Schlafzimmer und ins Badezimmer, oben links Tochter und ich, oben rechts mein Schwesterherz
und unten links Voltaires Doppelbett

Ein Schlüssel wurde uns ausgehändigt und wir durften einer netten jungen Dame hinterher fahren, die uns zu unserem Bungalow führte. Von außen gefiel mir der Bungalow schon mal ganz gut, meiner Tochter ebenfalls. Als wir ihn betraten, fiel uns im ersten Moment wahrscheinlich doch ein wenig der Unterkiefer aus dem Scharnier, da wir in unserer Phantasie nicht damit gerechnet hatten, dass es
so(!) klein sein würde. Vor allem meine Schwester und ihr Freund, den ich jetzt der Einfachheit halber einfach Voltaire nennen werde, waren ein klein wenig entsetzt über die schnuckeligen Maße des Mobile Homes. Da ich das aber schon im Vorfeld geahnt hatte, war von vornherein klar, dass beide ein einzelnes Zimmer oder eine Einzelkabine bekommen würden und ich mich mit Frollein Tochter in die Doppelkabine quetschen würde.

Voltaire bekam also das Elternschlafzimmer mit 140 cm breitem Bett, damit er seine langen Knochen gegebenenfalls auch diagonal ablegen könnte. Diese Luxuskabine hatte übrigens zwei Türen, eine in den Salon und eine in das Badezimmer. Wären wir auf einer Segelyacht, dann wäre das vermutlich die Kapitänskajüte im Heck gewesen, während Schwesterherz die eine Kajüte steuerbord im Bug mit zwei 70 cm breiten Betten bezog und ich mit Tochter die Kajüte backbords belegte. So weit, so gut. Man muss dazu sagen, dass in diesem Mobile Home definitiv wesentlich mehr Platz als auf einer 30-Fuß-Yacht ist und mit letzterer bin ich vor Jahren mal vier Wochen durch die Kykladen gesegelt – zu siebt – und das ging auch.

Salon, Küche und Terrasse unseres Mobilheimes in St. Nic
Die Handtasche meiner Schwester passt farblich perfekt zum Interieur. Es ist alles da,
was man braucht auf der Super Titania 3!

Ausgestattet war unser Mobilheim mit allem, was man so braucht um einen schönen Selbstversorgerurlaub zu verbringen. Kochgeschirr, Speiseservice, Besteck, Kaffeemaschine, Kühlschrank, Mikrowelle waren genauso vorhanden wie Putzzeug, Heizung, Bettdecken oder ein besonders standfester, schwerer Wäscheständer. An der bretonischen Küste kann es ja durchaus mal ein wenig frischer und windiger werden, deswegen sind Heizung und stabiler Wäschetrockner absolut angebracht. Eigentlich hätten wir nicht einmal unsere Schlafsäcke bzw. Bettdecken mitbringen müssen, da die Hütte bereits mit Bettdecken ausgestattet war. So nahmen unsere Bettdecken im Auto Platz weg und während unseres Aufenthaltes beanspruchten dann die hauseigenen Bettdecken wertvolle Kubikmeter. Aber das ist wohl ein typischer Anfängerfehler…

Durchs Fenster kann man schauen, was es zu essen gibt.
In unserer Kombüse haben wir lediglich mal Eier oder eben Kaffee gekocht,
aber man hätte auch Menüs zaubern können, wenn man gewollt hätte.
Sogar ein bis zwei Hauskatzen gab es, die uns hin und wieder besuchten. Vor allem die kleine rotweiße Katze war sehr zutraulich, ganz zur Freude meiner Tochter. Was die Sauberkeit der Hütte betrifft, so gab es hier nichts zu beanstanden. Ich hatte schon so meine Befürchtungen, wollte gar eigenes Geschirr mitnehmen, was ich dann aber in letzter Minute doch habe bleiben lassen. Das Geschirr war definitiv benutzbar, zwar nichts hochwertiges, aber das ist beim Camping auch nicht notwendig. In privat vermieteten Ferienwohnungen am Bodensee habe ich diesbezüglich schon mittlere Katastrophen erlebt – nicht hier in dem Mobilheim von Homair! 
Bretagne St. Nic Plage
Der Strand vor unserer Haustür – einfach traumhaft!

Sowieso war die ganze Anlage gut in Schuss und für ein Campingdorf ziemlich gut gepflegt. Ich stelle mir bei Camping mitunter überquellende Mülleimer und nicht benutzbare sanitäre Anlagen vor, aber meine Vorurteile wurden hier absolut nicht bestätigt. Im Gegenteil, ich war gleichermaßen erstaunt und begeistert von der Anlage, nachdem der anfängliche Quadratmeterschock überwunden war.

Das Campingdorf Le Domaine de Ker Ys ist wunderschön gelegen in der Bucht von Douarnenez und bietet zu jeder Tageszeit einen spektakulären Blick über den Atlantik – oder zumindest über den Teil des Atlantiks, der hier zu sehen ist. Ich hätte jedenfalls den ganzen Tag am Strand auf und ab gehen können und einfach nur Fotografieren wollen – damit wäre ich sicherlich eine Woche gut unterhalten und beschäftigt gewesen. Aber wir wollten ja auch noch ein paar andere Orte anschauen und auch dafür war dieses Campingdorf der perfekte Ausgangspunkt. Fast jeden Morgen nach dem Frühstück fuhren wir irgendwo hin, sehr zum Leidwesen meiner Tochter, die am liebsten den ganzen Tag nur im Wasser verbracht hätte, egal ob im beheizten Pool der Anlage oder ob in der Brandung des Atlantiks. Aber dann haben ihr die Ausflüge letztendlich doch immer gefallen und mir natürlich auch.

Atlantik Frankreich Bretagne
Es geht nichts über einen stimmungsvollen Sonnenuntergang am Meer!

Wer als Familie mit (Klein)kindern hier Urlaub macht, der kann an diesem wunderschönen Strand stundenlang Muscheln suchen, Sandburgen bauen, zwischendurch Crêpes, Galettes oder Sandwiches essen gehen, dann wieder in der Anlage im Pool planschen oder den hauseigenen Spielplatz aufsuchen. Es gibt hier jede Menge Möglichkeiten sich zu beschäftigen, auch wenn man nicht ständig mit dem Auto unterwegs sein kann.

Soweit jetzt erstmal Teil 1 meines Berichtes über unser bretonisches Campingdorf von Homair. Der zweite Teil folgt hoffentlich auch bald, zumindest sobald ich mich ein Stückchen weiter durch meine gut 1.200 Fotos gewühlt habe…

Habt ihr schon mal euren Urlaub in einem Mobilheim verbracht? Oder könnt ihr euch vorstellen, euren Urlaub so zu verbringen? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

4 Kommentare

  1. Wir haben vor 2 Jahren so einen Urlaub als 2 Familien (11 Personen) in 2 6er-Häusern verbracht. Die waren aber relativ geräumig, wir haben uns ein bisschen aufgeteilt und das hat gut gepasst. Und wir haben sogar gekocht 😉 Also alles in allem war das ein wirklich gelungener Urlaub (auch in Frankreich, aber nicht im Meer). Wir würden wieder in einem Mobilhome urlauben 🙂 Ist auf jeden Fall eine gute Alternative zum Campen.
    Schön, dass ihr einen tollen Urlaub hattet!
    Gruß

  2. Ich habe vor über 10 Jahren mal einen Urlaub in der Bretagne verbracht, die Landschaft war wirklich atemberaubend schön, die raue Küste einfach nur beeindruckend. Das möchte ich gerne noch einmal wiederholen und habe die Bretagne direkt mal auf meine Bucket-List gesetzt. Wir würden daraus wahrscheinlich einen tollen Roadtrip durch die Region machen.

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