Reise: Essen (wie Gott) in Frankreich – Teil 2

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Gestern hatte ich euch ja hier schon mal einen kleinen Einblick darüber gegeben, was wir in der Bretagne alles so genießen durften und wo wir zum essen waren. Natürlich auch jeweils mit meiner subjektiven Meinung – ja, ich weiß, Meinung ist immer subjektiv! – ob das jeweilige von uns besuchte Restaurant empfehlenswert ist oder nicht. Heute mache ich jetzt einfach mal munter weiter, schließlich gibt es ja bestimmt so den einen oder anderen Bretagne-Urlauber, den es auch ins Finistère verschlägt und der vielleicht dann froh ist, eine brauchbare Information im Netz zu finden.

mit Roquefort, Walnuss und Salat
Galettes sind diese hauchdünnen bretonischen Pfannkuchen aus Buchweizenmehl

Restaurant Les Dunes, Sainte Anne la Palud in Plonévez-Porzay

Ebenfalls ein sehr gutes Fischrestaurant mit phantastischem Blick über die Bucht von Douarnenez ist das Les Dunes, welches uns durch die Rezeptionistin unseres Campingdorfes empfohlen wurde. Hier in der Abendsonne auf der Terrasse zu sitzen, einen schönen Côte du Provence trinken und herrliche Fischgerichte und Meeresfrüchte genießen – das ist schon der halbe Urlaub. Auch dieses Restaurant scheint familiär geführt zu sein, was sicherlich auch dazu beiträgt, dass alles mit viel Liebe zum Essen zubereitet und angerichtet wird.

Austern, Krabben, Seeschnecken - alles drauf auf der Platte
Im Les Dunes isst man ganz hervorragend Fisch, Krustentiere und alles, was sonst noch aus dem Meer kommt

Für meine Schwester und Voltaire wurde dieses Restaurant sozusagen das Stammlokal, ganze drei Mal waren sie dort zum essen. Die Fischsuppe schmeckt sehr fein, die Meeresfrüchteplatte ist pittoresk angerichet in einem Fischerboot und die Austern, Krustentiere und anderes Gemuschel waren wohl auch ganz hervorragend. Ich selbst hatte dort einen „Poisson du Jour“, einen Weißfisch, welcher genau, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass mein Fischgericht phantastisch mundete und die Gemüsebeilagen in Form von gedünstetem Wurzelgemüse und etwas Ratatouille sowie das Kartoffelpürree, das eindeutig selbst gestampft war, bestens mundeten. Töchterlein bekam einen hausgemachten Burger mit Fritten, der aber eher unter Gourmetburger anzusiedeln war als unter Fastfood.

Wer in der Gegend ist und sehr gut bei phantastischem Meerblick essen möchte, dem kann ich das La Dune absolut empfehlen. Preislich gesehen war es günstiger als das oben genannte Restaurant in Crozon-Morgat, die Hauptgerichte lagen preislich zwischen 15 und 39 Euro.

Pâtisserie in Quimper

Sobald man in Frankreich ist, kommt man eigentlich an Pâtisserie kaum vorbei, zumindest dann nicht, wenn man ein Faible für leckere Desserts, süße Stückchen und andere Kalorienbomben hat. Besonders gut gefallen hat mir, dass man einfach auch mal nur ein oder zwei kleine Teilchen genießen kann, und dann ist der Heißhunger auf Süßes schon wieder gestillt. Nicht so wie bei uns, dass gleich eine Riesenschneckennudel fällig wird, nein, man bekommt zum Beispiel Mini-Tarteletts mit Früchten belegt, die nur so groß sind wie der Kreis, den man mit Daumen und Zeigefinger bilden kann.

Eclairs, Törtchen, süße Schnittchen
Für süßes Zeug aus der Pâtisserie findet man immer Abnehmer

Während eines Ausfluges nach Quimper kamen wir in der sehenswerten Altstadt an einer Pâtisserie vorbei, die uns spontan Appetit auf Macarons machte. Ich muss gestehen, hierzulande mache ich mir nichts aus diesem Gebäck. Ich konnte sogar nicht einmal verstehen, warum alle Welt auf einmal von diesen zarten Mandelbaisers mit Füllung schwärmte. Dekorativ sind sie ja, aber geschmacklich überzeugten sie mich nie. Ganz anders in Quimper. Diese hier waren nicht zu süß, absolut zart und frisch und waren leicht gekühlt, was sie richtig erfrischend machte. Leider weiß ich den Namen der Pâtisserie nicht mehr, aber wenn ich mich richtig erinnere, befand sie sich links neben dem Marktplatz, von wo aus eine kleine Straße mit vielen Lädchen bergauf ging.

Restaurant im Hotel Thalassa in Camaret sur Mer

An einem Spätnachmittag verschlug es uns ins wunderschöne Örtchen Camaret sur Mer, das zum einen bekannt ist für seine Fischerei- und Yachthäfen, aber auch für sein Künstlerviertel, das ich in einem späteren Bericht näher beschreiben werde. Hier soll es nur ums Essen gehen. Gegen Abend quälte uns also der Hunger und wir mussten entscheiden, wo wir essen gehen sollten. Entlang des Hafens, der aufgrund des dortigen enormen Tidenhubs fast trockengelegt war, gab es jede Menge kleine schnuckelige Lokale, die aber aufgrund der verbauten Aussicht übers Hafenbecken leider nicht von uns besucht wurden. Man baute zu diesem Zeitpunkt gerade einen Jahrmarkt auf, der das herrliche Panorama über das Hafenbecken mitsamt Reede, Schiffsfriedhof und Yachthafen versperrte. Also steuerten wir an der nächsten Ecke des Hafens ein Hotel an, dessen Optik irgendwie ganz gut wirkte und dessen Speiseangebot auch etwas für meine Tochter und mich beinhaltete.

Schwester und Voltaire bestellten wie üblich Gerichte aus Schalen- und Krustentieren sowie Muscheln, um ihre Atlantikdiät fortzuführen. Das Kind hatte ein Kindermenü bestehend aus den obligatorischen Fritten und einem Hacksteak (mutig, ich weiß) und einem kleinen Eis als Dessert. Und ich versuchte es noch einmal mit Jakobsmuscheln, die als Begleitung eines Risottos mit Zitronengras daher kommen sollten.

die beste Art, Miesmuscheln zu genießen - pur und einfach
Moules Marinières, gerne gegessen und relativ günstig

Um es kurz zu machen: dieses Restaurant glänzte vor allem durch eine chice Inneneinrichtung und eine wirklich noble Toilette. Das war mit Abstand das schönste stille Örtchen, das ich während der ganzen Reise kennen gelernt hatte. Die Moules Marinières waren laut Schwesterherz und Voltaire wohl auch ganz gut gelungen. Alles andere konnte leider nicht unseren Gaumen nicht erobern. Die Aussicht über den Hafen war hingegen wieder ganz schön. Die Fischsuppe war geschmacklich fad und uninteressant, genauso wie mein Risotto mit Jakobsmuscheln, welches nicht nur fad war, sondern auch die Noix de Saint-Jaques waren tendenziell zäh. Die Fritten waren auch nicht gerade so, wie man sich süchtig machende Pommes frites vorstellt, deswegen wurden sie auch so gut wie gar nicht angerührt.

Also, wer in Camaret sur Mer essen gehen möchte und weniger Wert auf Chic als auf die Qualität der Essenszubereitung legt, der sollte sich nach etwas anderem umschauen. Eine Empfehlung kann ich hier leider nicht geben.

Au Soleil Breton – Crêperie de Kervengard in St. Nic

So schließt sich nun der Kreis und wir sind nochmals in St. Nic essen gegangen. Am letzten Abend vor der Abreise ergab es sich, dass Schwester mit Voltaire nochmal eine Fortsetzung der Atlantikdiät durchführte und ein Fischrestaurant besuchte und Töchterlein und ich mit einer netten Familie aus dem Campingdorf zu einer Crêperie gingen, die bestens zu Fuß erreichbar war und die ich im Laufe des Tages bei meinem Spaziergang landeinwärts auch entdeckt hatte, unabhängig von der Familie, mit der wir dann zum Essen gingen. Für die beiden Kids war das ganz wunderbar, da sie jetzt einen gleichaltrigen Gesprächspartner hatten und auch wir Großen konnten uns bestens unterhalten.

süße französische Crêpes
…und manchmal muss es einfach so etwas wie Hausmannskost sein: Galette & Crêpes

Die Crêperie de Kervengard befindet sich in einem ehemaligen Bauernhaus, gemauert aus Naturstein, dessen Inneneinrichtung auch eher schlicht und unprätentiös ist, dabei aber eine urige Behaglichkeit verströmt. Die Karte bietet verschiedenste Galettes und Crêpes an, bei deren Kombinationen sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei ist. Töchterlein bestellte sich eine Galette Complète, die mit Schinken, Käse und Ei ausgestattet ist. Ich entschied mich für das Modell Fromagère, auf dem sich nebst Roquefort und Walnüssen noch etwas klein geschnippelter Salat befand. Sehr schmackhaft übrigens! Immerhin hatte ich noch Platz für einen ordentlichen Nachtisch. Während es beim Frollein Tochter nur noch Platz für eine Kugel Eis hatte, konnte ich noch eine Crêpe Flambée mit Calvados verdrücken. Leider war dieses leckere Teil viel zu schnell weg, ich hätte direkt noch eins nachlegen können, wollte dann aber auch nicht den Eindruck erwecken, dass ich ziemlich verfressen sei.

Getrunken haben wir übrigens ganz stilecht Cidre aus den traditionellen Cidretassen, die vor Ort und im Land ganz authentisch wirken, aber zuhause bevorzuge ich dann ganz gewöhnliche Gläser für den Cidre. Der Service war gut und freundlich, die Preise überaus familienfreundlich, kein Vergleich mit den Fischlokalen! Immerhin haben wir dieses Lokal doch noch am Ende unserer kleinen Reise entdeckt und falls ihr mal in der Nähe seid und Lust auf Galettes & Crêpes habt, dann könnt ihr hier getrost einkehren.

Falls wir also wieder mal in die Gegend kommen, dann wissen wir zumindest, wo wir hingehen können. Manchmal verschlägt es einen ja tatsächlich nach Jahren wieder an den gleichen Ort und man möchte ein bestimmtes Restaurant wieder besuchen, vielleicht jemandem zeigen. Dann wird es hoffentlich diesen Blog noch geben, wo wir dann immer nachschauen können. Ansonsten dürfen natürlich alle anderen hier stöbern und gerne auch ergänzende Kommentare dazu abgeben. Ich freue mich jedenfalls immer über weitere Anregungen!

Da ich mir aber so ganz klammheimlich vorgenommen habe, das nächste Mal wie Gott in Frankreich in Paris zu essen – äh, stimmt der Satz eigentlich? – habe ich mich schon mal im Vorfeld kundig gemacht, wie man dann vor Ort die tollsten Restaurants findet und dabei diesen Artikel hier entdeckt. Stuttgart-Paris ist seit der Erweiterung der TGV-Strecke vor ein paar Jahren ein Kinderspiel geworden und gibt es hin und wieder zu so günstigen Tarifen, dass damit auch ein exklusiverer Restaurantbesuch in Paris finanzierbarer wird… vielleicht dann „April in Paris“!?

15 Kommentare

  1. Das ist ganz schön fies… da hat man Hunger und will wegen dem Kommentier-Tag noch ein paar Blogs besuchen und dann kommen solche Bilder 😀 Wirklich sehr sehr lecker… allerdings gibt es bei uns heute nur Suppe <- vielleicht auch lecker 😀
    Hab noch einen schönen Sonntag 🙂
    LG Sabine

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