Unverhofft kommt oft – dieser Spruch passt auf die folgende Geschichte wie die klassische Faust aufs Auge. Viel hören und lesen ließ ich ja die vergangenen Tage – oder sind es schon Wochen? – nicht von mir. Dafür gibt es jetzt mal wieder etwas wirklich erzählenswertes zu berichten.

Eine süße #Katze hat uns wohl #adoptiert
Ja wer guckt denn da!?


Letzte Woche am Donnerstagabend, nachdem wir zwei Hübschen das Abendessen schon genossen hatten, waren wir beide etwas hin und her gerissen, ob wir noch einen kleinen Abendspaziergang durchs Revier machen sollten oder nicht. Der Geist war willig, aber der Körper war schlapp – so fühlten wir uns witzigerweise beide. Letztendlich siegte bei uns vernunftbegabten Wesen der Geist und wir beschlossen, dass es uns bestimmt ganz gut tun würde, nochmal eine Runde zu drehen – auch ohne Hund. Wir haben nämlich keinen.

Also ging es den üblichen Weg downtown und nach der Runde eben wieder uptown. Kurz bevor wir wieder in heimatliche Gefilde kamen, mussten wir noch den sagenumwobenen Wilhelmsplatz durchqueren. Es war bereits ziemlich dämmrig, aber mein Tochterherz mit den nachtsichtigen Eulenaugen sah auf einmal etwas flink über den Platz huschen oder jagen. Sie schlich schnellen Schrittes dort hin, wo sie das jagende Etwas wähnte und auf einmal stand sie inmitten von unbenutztem Biergartengestühl und wisperte und lockte.

Ich hatte das Ziel mittlerweile auch erreicht und sah dann, dass eine kleine Katze durch die Bestuhlung schlich und ganz jämmerlich und kläglich miaute. Es war fast kein Miauen mehr, sonder eher ein Schreien. Und mager war sie und gleichermaßen schreckhaft und zutraulich. Sie wollte gerne näher kommen, aber sobald wieder ein aufgemotzter Schlitten die Hauptstraße vorbeirauschte, verzog sie sich gleich wieder in die Nähe des Gebüschs, was auch als Hundekackstation im Viertel dient.

Am liebsten liegt sie mitsamt meiner Tochter im Bett -> #Bettkatze
Diese süße Mieze ist (vorübergehend) bei uns eingezogen

Aber ihre Hoffnung auf Streicheleinheiten, etwas Essbares oder einfach die Neugierde waren stärker und sie kam immer wieder hervor und ließ sich von meiner Tochter dann auch streicheln. Wir fanden es beide sehr seltsam, dass eine offensichtlich noch junge Katze auf so einem Platz Gassi gehen darf, zumal dieser Platz direkt an eine Bundesstraße grenzt und auch noch bergaufwärts von einer vor allem rasant befahrenen Straße begrenzt wird. Nicht gerade ein Revier, was für ein langes und gesundes Katzenleben sorgt.

Als wir dann Anstalten machten weiter zu gehen, folgte uns die kleine Katze. Sie trippelte hinter uns her und mal ging sie ein paar Schritte voraus, aber sie blieb uns stets auf den Fersen. Jedesmal, wenn ein Auto vorbei fuhr, wurde sie ganz ängstlich und schreckhaft und versteckte sich unter einem geparkten Pkw. Das gleiche, wenn einzelne Männer oder eine Gruppe von Leuten uns entgegen kam. Insofern fühlte ich mich schon irgendwie geehrt, dass sie uns so ein großes Vertrauen entgegen brachte.

Der Katzenspatz begleitete uns nach Hause. Wir beschlossen, dem Kätzchen eine Nacht Asyl zu gewähren und dann mal zu schauen, wer ein so hübsches Tier vermisst, damit das Kätzchen auch bald wieder zu seinen eigentlichen Haltern zurück kann. Schließlich werden die bestimmt ihre Süße vermissen.

So entspannt kann nur eine #Mieze rumliegen
Wir wissen gar nicht, wie das früher war, als noch keine Katze im Bett lag

Glücklicherweise hat unser REWE hier im Viertel bis 24 Uhr geöffnet. Das sind die Vorteile, wenn man mitten in der Stadt wohnt. Die Nachteile sind hinlänglich bekannt: wenig Grün, viele Autos und nachts des öfteren Blaulicht mit Martinshorn. Während Töchterlein die Katze entertainte – oder war es umgekehrt? – ging ich noch schnell zum Supermarkt und holte Katzenfutter für Abends und fürs Frühstück und außerdem Katzenstreu. Selbstverständlich hatte ich weder bedacht, dass diese Katze keinen Minikatzenhunger sondern einen ausgewachsenen Löwenkaterhunger hatte noch, dass ich eigentlich kein Katzenklo zuhause habe. Also habe ich für letzteres dann einfach eine viereckige Plastikwanne umfunktioniert und darin die Katzentoilette eingerichtet. Funktionierte auf Anhieb perfekt, nachdem wir Mademoiselle ein oder zweimal einfach so rein gesetzt hatten, wusste sie dann auch, wohin sie gehen durfte, wenn sie etwas loswerden wollte. Schlaue Katz‘!

Das Futter reichte gerade mal eben für abends und spätabends. Am nächsten Morgen hatte sie schon wieder so einen riesigen Kohldampf, dass Töchterlein freiwillig gleich morgens in die Klamotten sprang und Nachschub holte. Ich hätte nicht gedacht, wieviel Futter in so eine kleine Katze reinpasst. Aber vermutlich hatte sie schon ein paar Tage nix richtiges mehr gefressen.

Diese süße #Mieze könnte glatt #Model für das bedruckte #Sweatshirt gewesen sein.
Ich kann genauso gucken wie die Katzen auf dem Sweatshirt!

Frollein Miez und Frollein Tochter haben sich sofort miteinander angefreundet und die eine macht keinen Schritt mehr ohne die andere. Das Kätzchen verfolgt meine Tochter auf Schritt und Tritt und wenn Töchterlein es sich mit einem Buch gemütlich macht, dann liegt die Katz direkt neben, auf oder unter ihr…

So, hier werde ich den ersten Teil der Katzengeschichte mal beenden. Einen zweiten Teil gibt es garantiert, der ist in meinem Kopf schon fertig. Und dann schaumermal, ob sich der Halter ausfindig machen lässt oder ob das eine never ending story für uns wird…

3 KOMMENTARE

  1. was für ein hübscher tiger 🙂

    manchmal ist es erstaunlich, was in einen kleinen katzenmagen alles reinpasst 😉

    ich bin gespannt ob ihr den halter findet und das das töchterchen dann unbedingt eine eigene samtpfote haben möchte – es gibt schließlich kaum etwas schöneres als einen schnurrenden tiger im bett 😉

    liebe grüße und alles gute für die katz'

  2. Unsere ersten beiden Katzen sind uns auch zugelaufen. Paul lag maunzend auf der Straße vor unserer Haustür im kalten Herbst und Alf haben wir im Krankenhaus-Park gefunden.

    Liebe Grüße,
    Moppi

  3. Oh ich liebe Katzen und hätte am liebsten auch eine, bin allerdings aber allergisch. 🙁 Ich denke aber, ich hätte die Kleine auch mitgenommen – wenn sie einem schon folgt?

    Und süß ist sie natürlich auch. Schön, dass es Menschen gibt, die nicht einfach weitergehen. 🙂

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