Soll ich jetzt wirklich so platt eröffnen mit einem Spruch von der Tragweite wie „alles hat einmal ein Ende, nur die Wurst hat zwei“? Oder soll ich einfach chronologisch runterschreiben, um was es eigentlich heute gehen soll? Na gut, ich entscheide mich für letztere Variante.

Also, heute war der letzte Schultag, nicht nur vor den Sommerferien, die ab morgen endlich auch bei uns beginnen, sondern überhaupt und so. Also nicht für immer, aber eben der letzte Grundschultag meiner Tochter. Ein weiterer wichtiger Lebensabschnitt, den sie erfolgreich hinter sich gebracht hat.

Der Zuschauerraum füllt sich und wir erwarten den krönenden Abschluss


Morgens zeigte sich der Tag gleich mal von seiner sentimentalen Seite. Es war grau, regnerisch und trüb. Das Kind saß ungefähr ebenso am Frühstückstisch und stimmte sich schon mal darauf ein, dass es heute einen tränenreichen Abschied geben sollte. Dass mir so eine Sentimentalität absolut nicht liegt, habe ich glaube ich schon erwähnt. Ich hege gar den Verdacht, dass die sentimentale Heulerei in den letzten Jahren sehr stark zugenommen hat und möglicherweise für manche eine Ersatzhandlung dafür ist, dass es sonst keine echten Gründe für Tränchen gibt. Aber sei’s drum…

Das Kind marschierte dann eben mit gemischten Gefühlen in die Schule, von dort aus gleich zum Abschlussgottesdienst und da gab’s dann schon die erste Emotionswelle. Anschließend durften sie noch knapp zwei Stunden in der Schule zusammen mit der Klassenlehrerin sentimental werden und sich gegenseitig versprechen, dass sie auch ganz bestimmt in Kontakt bleiben werden. Man darf gespannt sein…

Ich holte das Kind zur Feier des Tages von der Schule ab und blickte dort in jede Menge rote Viertklässleraugen. Man kann sich doch eigentlich freuen, dass demnächst etwas neues beginnt, oder!? Wie dem auch sei, kaum waren wir zuhause, war die Stimmung auch schon wieder weitgehend normal und wir konnten eine schöne Runde durchs Revier drehen.

Bei der Gelegenheit entschied ich mich ganz spontan, dass es heute zur Feier des Tages eine Kleinigkeit zur Erinnerung gibt, nämlich ein Charm von heartbreaker, designed by Drachenfels. Am Schaufenster von Drachenfels bleibt meine Tochter schon seit sie ein kleines Kind war stets kleben und bewundert die fantasievollen Ringe, Anhänger und Ohrstecker. Ein Original Drachenfels Schmuckstück wäre mir jetzt etwas zu teuer gewesen, aber die Light-Version von heartbreaker war als Spontankauf dann durchaus angemessen. Frollein Tochter freute sich jedenfalls riesig und falls noch jemand ein Abschlussgeschenk für sie sucht: Die Froschkönige oder die Fische mit dem Kussmund sind auch sehr süß!

Anschließend ging es nur ein paar Schritte weiter, um dort ein leckeres Mittagessen zu genießen. Schon seit einiger Zeit wollten wir dort mal essen gehen, weil es immer so verdammt lecker aus dem Laden duftete. Aber irgendwas war immer, was unsere spontanen Eingebungen dann durchkreuzte – meist Zeit- oder Geldmangel. Heute aber haben wir’s geschafft und sind direkt nach dem Juweliershopping zum YAZ und haben uns etwas leckeres gegönnt. Wenn ich manchmal aus Gründen knapper Kasse lieber daran vorbei gegangen bin als hinein zu gehen, so war das eigentlich völlig unbegründet. Die Preise sind nicht einmal annähernd so hoch, wie man es von außen vermuten möchte. Dafür schmeckt das Essen wirklich ganz hervorragend!

Wir hatten gegrilltes Lamm bzw. Hähnchen mit buntem Salat und für jeden ein Dessert. Die Küche ist orientalisch, aber irgendwie modernisiert und leicht. Auch die Atmosphäre in dem Laden ist sehr angenehm. Da gehen wir auf jeden Fall wieder hin. Das ist schon beschlossene Sache! Lustigerweise hatten sie ihren Pilotladen direkt bei mir um die Ecke und da habe ich es nie geschafft, mal reinzugehen, obwohl es mich von außen immer angemacht hat. Jetzt sind sie wohl auf dem besten Weg, ein Konzept für Systemgastronomie zu verwirklichen und haben ihren ersten Laden in teurer Innenstadtlage. Weitere werden bestimmt folgen, da bin ich überzeugt!

Anschließend ging es kurz nach Hause um uns erst ein wenig zu erholen – ist ja doch ziemlich anstrengend, wenn man so in der City rumbummelt – und uns dann frisch gemacht und aufgedonnert gegen Abend in Richtung Stage Apollo Theater zu begeben. Das war natürlich dann das Highlight des heutigen Tages, die Grundschulzeit mit einem Besuch des Disney-Musicals Tarzan abzuschließen. Mir schien, diese Idee hatten auch noch andere. Es war recht gut besucht um nicht zu sagen ausgbucht und meiner Einschätzung nach waren jede Menge Eltern mit ihren ungefähr 10-jährigen Kindern da. Klar, es gab auch noch welche, die jünger oder älter waren, aber dank selektiver Wahrnehmung sah ich in erster Linie die Grundschulabsolventen.

Wir hatten glücklicherweise einen tollen Platz, nah genug an der Bühne um alles auch ohne Fernrohr gut zu erkennen und trotzdem weit genug entfernt von dem Bereich, über dem sich die Schauspieler als Gorillas und Tarzans über den Köpfen der Zuschauer von Liane zu Liane schwangen. Da hätte ich dann immer ein wenig Bedenken gehabt, dass mir auf einmal ein Affe im Genick sitzt… aber sonst war’s schon schön, zumindest dem Kind hat es gut gefallen, es kam aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus.

Wegen mir hätte die Vorstellung auch auf zwei Stunden zusammen gekürzt werden können, die Handlung hätte man gar auf eine Viertelstunde straffen können. Aber mich hat ja vorher niemand gefragt…

Wer Musicals mag und auf spektakuläre Bühnen-Shows steht, der kommt bei Tarzan voll auf seine Kosten. Und die Kids finden so eine Veranstaltung natürlich wesentlich spannender als „Aida“ in Verona anzuschauen. Insofern war es heute der perfekte Tagesabschluss und feierliches Ende eines Lebensabschnittes. Davon wird sie vielleicht eines Tages noch meinen Enkeln vorschwärmen. Und hier noch als Tipp für alle, die noch nicht wissen, welches Musical sie in den Sommerferien anschauen könnten: Probiert es mal mit Tarzan! In den vergangenen Jahren waren die Eintrittspreise während der Sommerferien oft erheblich günstiger als sonst. Ich nehme an, dass es sicher auch dieses Jahr wieder entsprechende Angebote gibt.

Dafür werden wir die nächsten Wochen wohl etwas sparsamer leben müssen, wenn wir die ganze Kohle einfach so an einem Tag unter die Leute bringen. Aber auch das wird uns gelingen, da das Kind ja die nächsten zwei Wochen erstmal wieder alleine Urlaub macht und ich selbst komme erfahrungsgemäß in kinderfreien Zeiten ja mit sehr bescheidenen Mitteln aus. Lebensmittelspenden, Sachspenden und monetäre Zuwendungen nehme ich natürlich gerne entgegen…

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