Von der ganzen Fußballweltmeisterschaft war das gestrige Spiel das einzige, was ich mir tatsächlich im TV angeschaut habe. Alle anderen habe ich rein akustisch über geöffnete Fenster oder via Facebook mitbekommen, was eigentlich gereicht hat, um das Endergebnis früh genug zu erfahren.


Gestern jedoch wollte Frollein Tochter unbedingt das Finale sehen, was ich ja durchaus verstehe. Man will ja schließlich auf dem Pausenhof mitreden können. Also lud man sich zum gemeinsamen Finale gucken bei meiner Mutter ein, wo wir uns dann auch wenige Minuten vor Anpfiff einfanden.

Töchterlein war pünktlich um 20:30 Uhr noch eingefallen, dass wir noch den einen oder anderen Fanartikel brauchten, damit die deutsche Nationalelf auch wirklich gegen die Argentinier gewinnt. Also bastelte sie flugs als Serienproduktion 4 Deutschlandfähnchen, damit wir auch was zum wedeln haben. Und offensichtlich hat es ja etwas genützt, auch der Spruch schien voll und ganz zuzutreffen, Deutschland brauchte nur noch ein Tor…

Ja, dann verbrachten wir also 90 Spielminuten plus Pause plus zwei Verlängerungen wie eine Familie aus einem Loriot-Sketch vor dem Fernseher und schauten den Jungs beim Kicken zu. Ich stellte stets blöde Fragen – aus Sicht meiner Tochter – und meine Tochter kommentierte den Spielverlauf wie ein gestandener Fußballfan mit Bierbauch und Fahne – ich war ganz erschüttert und fragte mich die ganze Zeit, woher sie das hat.

Für mich wesentlich interessanter als das Spiel, war die Mimik der Trainer oder manchmal auch der Spieler. Auch hatte ich das Gefühl, dass der SchiRi ein wenig mehr den Argentiniern zugetan war oder vielleicht auch auf dem deutschen Auge blind, wer weiß das schon. Der Moderator moderierte ziemlich moderat, da fehlte mir ein wenig die Begeisterung und die Kameraführung bzw. der Bildzusammenschnitt war meiner Meinung nach auch nicht so, dass es stimmungsanhebend hätte wirken können. Insgesamt dachte ich mir so die ganzen 120 Spielminuten über, man hätte ja auch wirklich erst gegen Ende der zweiten Verlängerung einschalten können, das hätte auch gereicht.

Ich habe in der Tat schon wesentlich spannendere Endspiele gesehen, aber was soll’s, die deutsche Nationalmannschaft hat gewonnen und das ist für viele ja die Hauptsache. Übrigens, der einzige Fanartikel, den wir gekauft haben, war tatsächlich diese Klatschhand, weil die sich so prima dafür eignet, die Tauben aus Dachrinne schräg über uns zu verjagen.

Als Erkenntnis aus dem Spiel habe ich mitgenommen, dass Fußballspielen eigentlich ein gesundheitsgefährdender Sport ist und dass ich froh bin, keinen fußballspielenden Sohn zu haben. Da käme man ja aus dem Wartezimmer gar nicht mehr raus! Die ganzen Blessuren, die man sich dank Fouls und gleichzeitigen Kopfbällen auf dem Spielfeld einfangen kann, nein danke! Da würde ich doch lieber andere Sportarten bevorzugen, wie Yoga oder Schach spielen…

Und was sagt ihr zum Ergebnis vom gestrigen Finale? War der FIFA Worldcup 2014 ein Thema für euch oder ging das auch eher so nebenher unter? Bin gespannt auf eure Antworten!

5 KOMMENTARE

  1. Ich finde es ok, wenn man kein Fußballfan ist und die WM auch nicht verfolgt. Ich persönlich bin ein riesiger Fußballfan (sehr zur Freude meines Mannes) und das auch außerhalb der WM und EM-Zeiten. Ich fiebere mit meiner Bundesliga-Mannschaft und verpasse nur selten einen Spieltag. Insofern kann ich Deine Einschätzung über diesen Sport nicht teilen – aber Gott sei Dank muss man ja nicht immer einer Meinung sein. Sopnst würde sich ja die ganze WElt nur auf Fußballplätzen tummeln 🙂

    Die WM war bei uns allgegenwärtig- wir haben nahezu jedes Spiel verfolgt und das Finale gestern war unglaublich spannend. Auch hier teile ich Deine Meinung nicht: selten war ein Finale der WM (oder EM) so hochklassig und voller Spannung…nun hat die junge Elf sich völlig zurecht den Pokal abgeholt und wir werden wohl noch ein paar Tage im Freudentaumel verbringen…

    Liebe Grüße, Anna

  2. Leider kann man sich dem Ganzen ja nicht entziehen. Ich persönlich finde es gibt Wichtigeres. Ich habe auch kein Spiel von Anfang bis Ende gesehen und Fanartikel fand man bis heute bei uns auch nicht. Bis dann meine Tochter ein kleines Zahnstocher-Fähnchen aus dem Kindergarten mitbrachte, welches dann auch unbedingt ins Mittagessen gesteckt werden musste. Prost Mahlzeit 🙂

  3. Wie gut, dass es auch andere Menschen gibt, die nicht so ein Fussballfan sind!
    Unter Unterhaltung verstehe ich was anderes, ich habe lieber einen Film statt dem Fussballspiel geschaut. Nach dem das Ganze dann zu Ende war, ging es auch schon los. Höllischer Lärm der Fans, sogar mehr als die im TV zu sehen waren. Vuvuzelas, Feuerwerk, Böller, Autohupen, Apokalypsengeschrei – man kanns wirklich übertreiben. Einfach mal kurz freuen und dann ist gut. Die armen Tiere, die im freien Leben tun mir immer noch leid. Auch unsere Schweine sind noch ganz verstört durch den Quatsch da draußen – aber hauptsache die Leute hatten mit ordentlich Alk im Blut ihren Spaß….. / Ironie.
    Wünsche dir noch eine schöne Woche 🙂

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