Derzeit jagt gerade eine Festivität die nächste. Ständig muss mein Kind irgendwo Abschied nehmen und auf irgendwelchen Welcome-Parties aufkreuzen. Naja, ganz so schlimm, wie ich hier tue, ist es auch wieder nicht, aber trotzdem…

Bei Schulfeiern heißt es für die Eltern immer, Salate, Kuchen oder ähnliches mitzubringen


Vergangenen Freitag hatten wir die Abschiedsfeier und zugleich Sommer- und Grillparty der vierten Grundschulklasse, nur speziell unserer Klasse. Ein Event, das ein paar Eltern organisiert hatten, zu welchem viele Eltern Salate & Co. mitbrachten und für welches die Klassenlehrerin mitsamt ihren SchülerInnen ein paar Sachen einstudiert hatte, die dann auch aufgeführt wurden.

Es war ein heißer Freitagnachmittag, der bis in den Abend hinein gefeiert wurde, und alle waren allem Anschein nach glücklich und zufrieden. Zumindest die Kids schienen wirklich ihren Spaß zu haben und die Eltern, die sich zusammen gefunden hatten und ein gemeinsames Thema fanden, waren auch gut unterhalten. Zwischendurch entdeckte ich allerdings auch solche, die ziemlich gelangweilt durch die Gegend schauten.

Bemerkenswert war, dass selbst nach vier Jahren immer noch nicht alle Gesichter präsent sind und zugeordnet werden können. Wir entdeckten doch noch das eine oder andere erwachsene Konterfei, das wir absolut keinem Kind zuordnen konnten und das dann von uns einfach als das unbekannte Gesicht eines Zweit-, Dritt- oder Viertvaters deklariert wurde. Schließlich kamen doch so ein paar Kinder mit ihren Zweit- und Drittvätern oder -müttern, was hier in der City natürlich nicht juckt, aber auf dem Lande sicherlich Grund genug gäbe, sich die Mäuler darüber zu zerreißen.

Die Abschiedsparty war also völlig entspannt und unsentimental. Umso mehr war ich jetzt auf die Willkommensfeier der neuen Schule gespannt, zumal ich von den letzten Jahrgängen erfahren hatte, das hier schon so die eine oder andere Träne der Rührseligkeit geflossen sein soll. Auch bei der Einschulungsfeier für die Erstklässler wischte sich so manche Mutter verstohlen ein paar Tränchen aus dem Augenwinkel und die eine oder andere Mutter war gar so erschüttert, dass sie ihren Schluchzern der Rührung freien Lauf ließ, was man am heftigen Schulterzucken bemerkte.

Ich erwartete dann wenigstens bei der gymnsasialen Aufnahmefeier ein wenig Rührung bei mir. Wenigstens ein bißchen. Aber nein, bei mir stellte sich nicht mal bei dieser folgenschweren Weichenstellung der Tränenfluss ein. Im Gegenteil. Ich saß da, hörte mir an, was pathetisch in der Turnhalle durchs Mikro gesprochen wurde, schaute mir die Darbietungen an und hatte bei alldem nicht ein einziges Mal das Gefühl, dass das Mutterherz rsp. -auge jetzt gleich überlaufen würde. Vermutlich bin ich einfach eine abgebrühte Rabenmutter, weil mir bei solchen Veranstaltungen und auch bei all den anderen jegliche Gefühlsduselei abgeht.

Das Kind war heute ein wenig aufgeregt, befürchtete gar, auf dem Weg zur Bühne erstmal gepflegt auf die Nase zu fallen oder beim Defilieren in Richtung Klassenzimmer die überreichten Unterlagen in den Wind zu schießen, wie es einem anderen Kind in der Klasse vorher erging. Aber nein, auch hier hielten sich alle Desaster in Grenzen beziehungsweise stellten sich nicht ein und die ganze Willkommensfeier ging so vonstatten, dass kein feierlich erhabenes Gefühl aufkam, sondern einfach wie die Abfolge von verschiedenen Formalitäten wirkte.

Vermutlich ist auch mein Kind kein Gefühldusel, da es sichtlich wenig erschüttert war, nachdem dank diverser Urkunden und Unterlagen klar war, dass es ab sofort als Gymnasiast durch die Gegend laufen wird.

Zufrieden und ziemlich unbeeindruckt verließen wir dann nach eineinhalb Stunden die Welcome Party, nur um dann morgen auf der nächsten Abschiedsparty weiter zu feiern. Morgen verabschieden die Kernzeitbetreuerinnen ihre Kinder. Und nächste Woche gibt es dann nochmal einen super feierlichen Abschied, der ganz offiziell mit Rektorin und Gottes Segen in der katholischen Kirche statt findet – für alle, egal ob katholisch, protestantisch, muslimisch, jüdisch, buddhistisch, hinduistisch oder konfessionslos.

Ich bin gespannt, ob es mich dann ergreift.

3 KOMMENTARE

  1. Das klingt spannend, ich bin sicher, dass wird emotional. Ist ja ein wichtiger neuer Schritt. Wünsche euch jedenfalls sehr viel Spaß.

    Groetjes,
    Vreeni

    PS: Mach mit beim "look of the month": Zeig deinen liebsten Beach-Look. Alle Info´s zur Teilnahme findest du hier: look of the month

  2. bei uns stehen auch noch so einige Abschiedsfeiern in Schule u Kiga auf dem Plan, ehrlich gesagt bin ich ganz froh wenn das vorbei ist und wir uns dann mal endlich auf die Ferien vorbereiten können.
    Liebe Grüße
    Petra

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