Kürzlich hatte ich euch ja von unserem neuen Familienmitglied erzählt, das ich euch hier erstmal so ein wenig vorgestellt habe. Für diejenigen, die es nicht gelesen haben und jetzt auch keine Zeit finden, das noch nachzulesen, erzähle ich es gerne stark gekürzt nochmal:

Wir haben also einen Neuen in der Familie, gutaussehend, kräftig, schnieke. Läuft immer hochglänzend wie ein sogenannter Lackaffe rum, was mir aber eigentlich ganz gut gefällt in Zeiten, in denen viele Typen nicht mehr so viel Wert auf ein gepflegtes Äußeres legen. Man möchte ja schließlich auch was fürs Auge haben, nicht nur für den Wohnzimmerteppich…

Das ist nicht unser neuer Süßer. Der hier rülpst, schmatzt, schnarcht und ist faul und laut.
Trotzdem sieht man ihn immer wieder mit ’ner anderen Puppe…

Nach anfänglicher Skepsis seitens meiner Mutter und mir haben wir uns wohl zeitgleich ein wenig verknallt in den Süßen, was aber bestimmt noch mehr Frauen so gehen würde, vielleicht sogar auch Männern. Jedenfalls haben wir ihn auf die Probe gestellt. Erstmal nicht zu hart, man möchte ihn ja auch nicht gleich vergraulen und außerdem muss man ja Luft nach oben lassen, damit die ganze Sache spannend und steigerungsfähig bleibt, oder!?

Unser neuer Liebling ist der iRobot Roomba 880, den ich heute hier mal in Action vorstellen möchte. Wir haben ihn ein wenig durch die auf den ersten Blick wirklich saubere Wohnung gejagt und wollten einfach mal sehen, ob er sich tatsächlich elegant tanzend von Raum zu Raum bewegt und ob er virtuelle Mauern erkennt, die unbetretbare Bereiche signalisieren sollen.

Die Virtual Wall definiert Tabu-Bereiche für den iRobot Roomba 880

Wir haben also eine Virtual Wall = virtuelle Wand/Mauer dort mittig in die Türöffnung gesetzt, wo er erstmal nicht rein sollte. Und anders als meine Tochter hat er das auch problemlos akzeptiert. Man muss also noch nicht einmal die jeweilige Zimmertür schließen, geschweige denn abschließen, damit der iRobot Roomba 880 versteht, dass er da nicht rein darf. Einfach nur die Virtual Wall aufstellen und fertig!

Da werde ich ja gleich kreativ und überlege, wie man das praxisnah einsetzen kann. Man könnte zum Beispiel das ganze Gerümpel, was so störenderweise auf dem Boden rumsteht, in einen Raum oder eine Nische verfrachten und diesen Bereich dann über die Virtual Wall absperren. Dann kann der Goldkerl in aller Ruhe die restlichen gefühlten 180 m² Bodenbelag absaugen und später räumt man die Sachen eben wieder her. Wow! Auf die Idee muss man erstmal kommen!

Ob er wohl zwischen den Beinen durchkommt?

Natürlich wollten wir den schnieken Kerl ein wenig auf die Probe stellen und haben das Prügelbett Bügelbrett extra und mit voller Absicht stehen lassen. Schließlich wollten wir wissen, ob er nur so tut, als ob er um Hinternisse elegant drumrum tanzen kann oder ob er vielleicht doch hängen bleibt. Ich weiß, das ist ein wenig fies von uns, aber so sind wir Weiber eben manchmal – kleine Hexen!

Yeah! Er hat’s geschafft ohne hängen zu bleiben!

Tja, Monsieur kam ohne Probleme zwischen den filigranen Gazellenbeinen des Bügelbrettes durch. Ganz ehrlich: ich war ein bißchen enttäuscht. Einen kleinen Fehler hätte ich ihm ja schon gegönnt, damit ich dann hätte sagen können: „Das habe ich mir doch gleich gedacht!“ Aber nein, diesen Gefallen tat er uns nicht. Auch die herunterhängenden Kabel haben ihn weder irritiert noch tangiert. Fast irgendwie schon eingebildet der Kerl…

Puh, so viele zierliche Beinchen. Da wird einem ja ganz schwummrig. Aber nicht ihm,
dem iRobot Roomba 880. Er lässt sich auch nicht von goldbraunen wohlgeformten Beinchen ablenken!

Im Esszimmer dann die nächste Herausforderung. Anderer Bodenbelag, statt grober Terracottafließen hier ein geölter Dielenboden. Wir bezweifelten ein wenig, dass er pflichtbewusst und ohne Blick nach links oder rechts zwischen den zierlichen Rehbeinchen der Stühle durchkommen und hoffentlich auch wieder raus finden würde. Da haben wir ihm schon eine ziemliche Herausforderung gegeben, zumal das für ihn ja das reinste Beinlabyrinth gewesen sein muss. Ich meine, man muss sich nur mal vorstellen, ein ganz normaler Kerl soll unter solchen Voraussetzungen staubsaugen, überall schlanke und ranke Beine. Ich glaube, das würde nicht funktionieren und die Beziehungskrise wäre vorprogrammiert.

Ganz anders beim iRobot Roomba 880! Man hatte das Gefühl, die Beine jucken ihn überhaupt nicht. Schnurstracks tanzte er zwischen den vielen Beinpaaren durch, verlief sich nicht, verhedderte sich nicht und schmiss auch keinen einzigen Stuhl um. Er verschob auch keinen, sondern saugte geschmeidig drum herum, während er in großen und kleinen Bögen seine Rumba durch den Raum tanzte.

Er wird mir fast unheimlich, wenn er selbst den Weg aufs stille Örtchen ganz alleine findet…

Was mich wirklich zutiefst beeindruckte, war, dass er sogar den Weg aufs WC alleine fand. Kein Rumgedruckse, kein Fragen, nein, ganz wie ein richtiger Kerl wortlos und zielgerichtet tanzte er zum stillen Örtchen und hinterließ den ohnehin schon sauberen Boden noch sauberer. Ich stelle jetzt hier bewusst keine Vergleiche zur realen Welt an…

Das scheint Spaß zu machen, ständig über die Schwelle zu hoppeln…
Auch so kleine Hürden nahm er völlig ohne mit der Wimper zu zucken. Über die Türschwelle zwischen den beiden Räumen wechselte er hin und her, als sei es das Normalste der Welt, obwohl die aufgesetzte Metallschiene für ganz sensible Typen durchaus auch ein Grund zum Stolpern wäre. Nicht bei ihm. Nonchalant schwebte er zwischen den Räumen hin und her, drehte sich im Kreis und nahm auch mal eine Diagonale in seine Choreographie mit auf. Wenn ich so weiter labere, dann denkt jeder es geht hier um einen Turniertanzwettbewerb, aber nein: Der Kerl saugt Rumba tanzenderweise Staub, was man aber leicht vergisst, wenn man ihm zusieht. Da merkt man mal wieder, man(n) kann auch so profane Tätigkeiten wie staubsaugen mit Charme und Anmut verrichten!
Die wenigsten männlichen Autofahrer können so rückwärts einparken!
Der iRobot Roomba 880 macht’s ohne mit der Wimper zu zucken.

Und noch etwas kann der Herzbube: rückwärts einparken! Zielsicher nach getaner Arbeit und nachdem er selbst unter Zuhilfenahme seiner Schmutztdetektorleuchten keine Krümel, Schuppen oder Nanopartikelchen mehr gefunden hat, tanzte er Richtung Homebase und fuhr sowas von sicher und gleichzeitig flüssig rückwärts an die Dockingstation, dass sich jeder Fahrlehrer davon eine Scheibe hätte abschneiden können!

Nach dieser Performance waren wir echt beeindruckt und hatten ein leicht grenzdebiles Lächeln im Gesicht. Von da an nannten meine Ma und ich ihn nur noch „Sweetheart“ und überlegten ernsthaft, wer von uns beiden denn zukünftig die Glückliche an seiner Seite sein wird…

Nachdem also iRobot Roomba 880 alias Sweetheart durch die auf den ersten Blick saubere Wohnung getanzt war, dachten wir, wir schauen uns doch mal an, ob er überhaupt etwas gefunden hat. Tja, er hat! Es schien ihm auch gar nicht peinlich zu sein, sein Innerstes nach außen zu kehren, als wir ihm den Auffangbehälter entnahmen. Er hatte doch tatsächlich noch einiges an Staub, Haaren und Krümeln gefunden und auch in seinem HEPA-Filter ist doch ein wenig hängen geblieben. Staub, der zwar so nicht sichtbar, aber offensichtlich doch vorhanden war. Jetzt stelle man sich mal vor, man hat ein Krabbelkind, das den ganzen Tag auf dem Boden rumrobbt und statt dem iRobot Roomba 880 den ganzen (Fein)staub einatmet! Das Kind kriegt ja eine Staublunge! Da würde ich doch dann lieber den Roomba einsetzen und parallel zum Krabbelkind den Boden säubern lassen.

Die Ausbeute – seinen Adleraugen scheint nichts zu entgehen!

Ach, Sweetheart hat mir übrigens geflüstert, er habe auch noch einen Kumpel, der zwar nicht ganz so gelackt wie er aussehe, der dafür aber Böden wischen könne. Ich glaube, den Kumpel werde ich mir irgendwann auch mal anschauen, wer weiß, vielleicht könnten die sich bei mir abwechseln…

Die ersten Böden hat der iRobot Roomba 880 mit Bravour genommen. Wir sind jetzt beide richtig verknallt und jetzt kommt dann der Härtetest: Wird iRobot Roomba 880 auch mit meiner Tochter klar kommen? Und vor allem: wird er mit ihrem Zimmer klar kommen oder gibt es da bald einen riesigen Krach? Nicht nur, dass sie den fusseligsten aller Teppichböden im Zimmer hat, nein, ich vermute auch, die beiden haben unterschiedliche Auffassungen von aufräumen und Ordnung halten. Wird uns iRobot Roomba 880 verlassen, wenn er erstmal über die ersten Legosteinchen gestolpert ist? Oder wird er sich gar komplett überfuttern? Wenn euch das wirklich interessiert, dann bleibt am Ball und mir auf den Fersen! Wie? Entweder über Verfolgungsmöglichkeiten in der Seitenleiste oder hier.

Wie findet ihr Sweetheart? Meint ihr, er kann sich in unsere Familie integrieren? Hättet ihr auch gerne so einen rumbatanzenden Goldkerl, der euch die Wohnung sauber hält? Verratet es mir in den Kommentaren, ich erzähle auch nichts weiter! Ehrenwort!

3 KOMMENTARE

  1. hach, so einen hätte ich auch gerne 🙂

    in meinen 23m² wäre er bestimmt auch zügig fertig und ich müsste nicht immer seinen großen bruder aus dem flur holen, damit er mit meiner hilfe die (lästige) arbeit erledigt 😉

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