Waldflucht

Noch ein Schritt, ein blauer Rabe nimmt dich mit

   

Heute hatten wir die Gelegenheit einer Generalprobe beizuwohnen. Das Junge Ensemble Stuttgart probte das eigens für das JES geschriebene Stück Waldflucht als Freispiel vor der Kulisse des angrenzenden Waldes um Schloss Solitude.

 Aber es war nicht einfach nur ein Theaterstück auf der Naturbühne einer Waldlichtung, sondern vielmehr wurden die Zuschauer in den Wald „entführt“ und durften bei einem Waldspaziergang an verschiedenen Stationen dieses märchenhafte Stück erleben.

Ganz im Stil eines vielleicht Grimm’schen Märchens begegnen sowohl den Akteuren als auch den Zuschauern unterschiedliche, zum Teil skurrile Gestalten, die in die Handlung mit eingebunden sind. Auch das Publikum wird zum Teil der Handlung, stellenweise sind die Szenen mit Interaktionen, so dass das Gefühl aufkommt, mit dabei und nicht nur Zuschauer zu sein.

Auch entdeckt man während des Streifzuges durch den Wald, der teils über schmale Trampelpfade geht, viele seltsam anmutenden Dinge wie zum Beispiel alte Wecker, die auf einem Baum zu wachsen scheinen und deren Bedeutung sich dem Zuschauer erst in einer späteren Szene erschließt. Oder ein Birkenwäldchen voller romantischer weißer Spitzenkleider, die vielleicht einer Prinzessin gehören könnten.

Die märchenhafte Geschichte handelt von überbehüteten Kindern, von Ängsten, Zweifeln, aber auch von Freude, Träumen, Freiheit und Liebe. Die niederländische Regisseurin Hanneke Paauwe hat hier zusammen mit den Darstellern (m/w) Elisabeth Jakob, Sarah Kempin, Prisca Maier, Sabine Zeininger, Alexander Redwitz, Martin Theuer ein absolut sehenswertes modernes Märchen auf die Beine gestellt, das ich jedem nur ans Herz legen kann, der ein Faible für geheimnisvolle, skurrile, zauberhafte Geschichten hat.

Wer das Glück haben sollte, für den kommenden Dienstag (13.05.2014) noch Karten ergattern zu können, sollte dies unbedingt tun. Die anderen Vorstellungen sind leider schon ausverkauft und leider gibt es nicht allzu viele Vorstellungen dieses Freispiels, was wohl auch vorerst das letzte sein wird.

Dienstagvormittag (13.05.2014) könnte übrigens auch noch eine Schulklasse das Stück besuchen. Wenn also hier jetzt ein Lehrer oder eine Lehrerin mitliest und kurzentschlossen noch ins Theater gehen kann, dann kann ich das nur wärmstens empfehlen. Die Altersempfehlung ist ab 8 Jahren, meine 10-jährige Tochter war restlos begeistert und würde sich das Stück sofort noch einmal anschauen.

Empfehlenswert ist witterungsentsprechende, unempfindliche Kleidung und vor allem geländegängiges Schuhwerk, da man doch auch über Wurzelwege spazieren darf. Außerdem ist auf entsprechenden Zeckenschutz zu achten, damit man nicht mit unliebsamen Gästen nachhause kommt.

Also, wer kann, der sollte hingehen! Mehr Infos gibt es hier direkt auf der Seite des Jungen Ensemble Stuttgart. Wer keine Karten mehr bekommt, sollte mal die Augen und Ohren offen halten – möglicherweise kommt dieses Stück in der nächsten Spielzeit (2014/15) wieder ins Programm. Ansonsten gibt es natürlich noch jede Menge andere Produktionen im JES, die auch gesehen werden wollen!

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