Nachdem ich auführlich über meine Erfahrung mit dem neuen Brotladen und vor allem über das Brot geschrieben hatte, dachte ich dauernd: irgendwas fehlt noch. Ja, irgendwas, um nicht den Eindruck zu erwecken, dass ich das Luxusvollkornbrot mit Industriebrot aus dem Discounter verglichen habe. Habe ich ja auch nicht, weil ich normalerweise kein Industriebrot kaufe. Zumindest nicht wissentlich und wenn ja, dann nur in den allergrößten Notfällen. Aber normalerweise vermeide ich das und kaufe bei Bäckern ein, die noch traditionell handwerklich arbeiten. Zum Beispiel bei unserem Heusteigbäck, dem Hafendörfer.

Butterbrot – schmeckt und macht satt 

 


Vom Küchenbalkon aus kann ich in das Backhaus sehen, da wird noch traditionell gebacken, die Zutaten werden von hiesigen Lieferanten/Produzenten gekauft und man arbeitet meiner Meinung mit einer gesunden handwerklichen Einstellung, die darauf abzielt, den Kunden das beste Preisleistungsverhältnis zu bieten und Brot zum Beispiel zu einem erschwinglichen Preis anzubieten, der natürlich trotzdem nie so niedrig sein kann wie bei Backshopketten oder Discounterbrot.

Die Brotkruste ist wie ich sie mag – nicht zu dunkel

Also kaufte ich heute am frühen Abend aus einer spontanen Eingebung heraus ein kleines Kastenvollkornbrot, das einigermaßen mit dem vorher beschriebenen vergleichbar sein sollte. Vollkorn, Dinkel, ganze Kerne und vom Gewicht her in etwa ein Pfund bzw. ein halbes Kilogramm. Der Preis betrug pauschal 2,75 Euro, es stand hier also nicht „ab 2,75 Euro“, sondern es wurde direkt mit einem Festpreis ausgezeichnet. Da weiß man als Kunde sofort, wieviel auf den Tisch zu legen ist.

Die Krume ist dicht, aber trotzdem nicht zu kompakt sondern verhältnismäßig leicht

Zuhause nahm ich das Brot gleich unter die Lupe. Es war ähnlich schwer wie das vorherige, fasste sich ebenfalls fest an, hatte eine feste Kruste ohne Verbrennungen, sondern schön honiggoldbraun, so wie ich es mag. Beim Aufschneiden offenbarte sich mir eine zwar dichte Krume, die aber insgesamt trotzdem locker war und nicht den Eindruck erweckte, dass hier pro Bissen eine halbe Stunde Kauarbeit zu leisten ist.

Vom Gewicht her brachte dieses kleine Kastenbrot ganze 624 Gramm auf die Waage. Natürlich ist meine Waage nicht geeeicht, aber seien es ein paar Gramm hin oder her, es war trotzdem schwerer als das Brot, was ich am Donnerstag in dem neuen Laden gekauft hatte. Und es war preiswerter. Und es war für meine Begriffe besser essbar, da man wie erwähnt nicht stundenlang darauf rumkauen musste.

Hier sieht man das Lebendgewicht des Brotes mitsamt Beleg zur besseren Darstellung des Preis-Leistungs-Verhältnisses

Auch dieses Brot von unserem Bäcker aus dem Viertel schmeckt gut, wenn man es lediglich mit Butter bestreicht und für meinen Geschmack noch etwas Salz drüber gibt. Mehr braucht es gar nicht bei einem schmackhaften Brot. Wie lange es sich hält, weiß ich nicht, da es hier gar nicht so lange aufbewahrt werden muss, um die Haltbarkeit herauszufinden. Morgen zum Frühstück, dann ein Schulvesper draus basteln und vielleicht nochmal zum Abendbrot – dann wird auch dieses Vollkornbrot verschwunden sein…

Ich für mich habe jedenfalls klar erkannt, dass es nicht unbedingt viel Getue um die Nachhaltigkeit der verwendeten Rohstoffe und um den Erhalt traditioneller Brotbackmethoden braucht, um ein gutes Brot kaufen und genießen zu können. Es braucht auch noch nicht einmal solche Luxuspreise wie in dem vorigen Artikel beschrieben. Im Grunde genommen reicht es einfach, zu den handwerklichen Bäckereien im eigenen Wohnviertel zu gehen und denen das Überleben zu garantieren, indem man deren Brot kauft und nicht das aus dem Discounter oder aus dem Backshop.

Von der Größe her ist dieses Kastenbrot nur unwesentlich größer als das vorherige

Wenn das wieder mehr Leute machen, dann braucht es keine Museumsbäckereien mit inflationären Brotpreisen! Und wer keinen handwerklichen Bäcker mehr in seiner Umgebung hat, der kann anfangen selbst Brot zu backen. Da gibt es ein ganz tolles Buch zum Thema, mit dem auch Anfänger glücklich werden können:

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Über dieses Buch habe ich übrigens hier schon mal geschrieben – ist eine echte Empfehlung für alle, die sich in das Abenteuer des Brotbackens stürzen wollen!

Was meint ihr dazu? Kauft ihr euer Brot bei handwerklichen Bäckern? Oder gibt es bei euch gar keine mehr, sondern nur noch den in den Megasupermarkt integrierten Filialbäcker oder den Backshop? Lohnt es sich, Brot beim Discounter zu kaufen? Oder schmeckt man vielleicht den Unterschied zu einem richtigen Bäckerbrot? Ich freue mich über eure Meinungen!

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