Vor ein paar Tagen hatte ich ja schon davon berichtet, dass Amazon Prime neu aufgelegt bzw. erweitert wurde. Zu der ursprünglichen Idee, viele Waren gegen eine Pauschale am nächsten Tag versandkostenfrei auch ohne Mindestbestelllwert auszuliefern, kam jetzt noch der Dienst des Video Streamings dazu – allerdings zu einer zukünftig höheren Jahrespauschale von 49 Euro.

Die schnelle Lieferung reizt mich nun nicht wirklich, zumindest nicht so, dass ich bereit wäre, dafür zu bezahlen. Ich wohne im Zentrum einer Großstadt zwischen Wald und Reben und wenn ich irgend etwas ganz dringend und sofort brauche, kann ich direkt in die City gehen, kaufen und habe das begehrte Teil innerhalb von Minuten oder Stunden zuhause. Anders sieht es sicherlich aus, wenn man eher ländlich wohnt. Da kann dieser Dienst absolut sinnvoll und auch sein Geld wert sein.


Aber nun zu unseren Erfahrungen mit dem Video Streaming unter dem Label Amazon Prime Instant Video. Wir haben den kostenlosen 30-Tage-Testzugang frei geschaltet und wollten mal ausprobieren, wie uns das gefällt und wie das hier so läuft.

Bevor ich jedoch jetzt über unsere Erfahrungen schreibe, sage ich es gleich vorweg: Bevor ihr euch für den kostenlosen Testzugang anmeldet, schaut erstmal auf der Liste der unterstützten Geräte, ob eure zur Verfügung stehende Hardware da auch gelistet ist. Das kann nämlich ziemlich dabei helfen, Frust, Verzweiflung und Ratlosigkeit zu vermeiden – so wie wir es hier erleben durften.

Ich habe mich sofort und völlig unvorbereitet in den Versuch gestürzt und wäre dabei beinahe gestolpert, weil wir hier einfach nicht die passende Hardware für den angebotenen Video Streaming Dienst haben. Mein Rechner läuft unter Linux, ich besitze kein SmartTV der kompatiblen Hersteller und ich habe auch kein Tablet von Apple – also ging erstmal nichts.

Zunächst habe ich versucht, meinen Linux-Rechner für Amazon Prime Instant Video passend zu biegen. Aber leider hat das mit den zur Verfügung gestellten Programmen nicht funktioniert und allzu sehr wollte ich auch nicht in die Innereien eingreifen, da ich die Kiste schon oft genug neu formatierten musste, wenn mal wieder etwas nicht gepasst hat. Also dachte ich schon, das wird nichts, bis mir dann mein klitzekleines Windows-Netbook einfiel, das irgendwo in den Tiefen meiner Schränke lagerte.

Und siehe da – damit funktionierte Amazon Prime Instant Video astrein, nachdem ich mal eben Silverlight installiert hatte. Das einzige, was das Filmvergnügen ein wenig trübte, war der 10″ Bildschirm – kein Vergleich zum Kino! – und die etwas leistungsschwachen integrierten Lautsprecher. Aber auch da fand ich noch etwas im Fundus, so einen externen Capsule Speaker. Damit ist der Ton lauter und dafür manchmal auch etwas scheppriger. Also nichts mit Dolby Surround und wasweißichnichtalles. Die Filmwiedergabe war relativ gut, wenn man mal davon ausgeht, dass wir per WLAN online waren, ein recht schwaches Funksignal hatten und der Arbeitsspeicher des Netbooks wahrlich auch keine bedeutsame Größe aufweist. Aber es ging, man konnte die Filme flüssig anschauen und es gab nur hin und wieder ganz kleine Störungen. Perfekt ist übrigens auch, dass man nach einer Unterbrechung des Videos an der selben Stelle später weiterschauen kann, da automatisch eine Art Lesezeichen angelegt wird.

So, und nun zum Angebot von Amazon Prime Instant Video. In der Pauschale inbegriffen soll der unbegrenzte Zugriff auf derzeit ca. 12.000 Kinofilme, TV-Filme und -Serien sein. Jetzt bin ich nicht so der TV-Serien-Junkie und auch Kinofilme schaue ich mir nur an, wenn sie mir gute, anspruchsvolle Unterhaltung versprechen. Mit Action, Horror und Tränendrüsendrama kann man mich jagen.

Unter diesen Voraussetzungen ist die Auswahl der frei verfügbaren Filme für mich schon recht klein geworden. Spaßeshalber suchte ich mal nach ein paar Titeln, die mich wirklich interessiert hätten. Und was war!? Es gab sie weder als Amazon Prime Instant Video noch als ausleihbares oder kaufbares Video – wenn ich nicht die physische DVD in Händen halten wollte.

Meine Tochter fand natürlich allerlei, was sie anschauen wollte, aber auch sie fand nicht alles, was auf ihrer Wunschliste stand. Es ist nämlich tatsächlich so, dass man für die neueren Filme auf jeden Fall noch eine Ausleihgebühr zahlt und eben nicht alles zum Pauschalpreis streamen kann. Die Auswahl als solche finde ich für mich etwas zu mager und etwas zu anspruchslos, bis auf wenige Ausnahmen.

Grundsätzlich hätte mir die Idee nämlich gefallen, Videos für knapp 50 Euro im Jahr zu jeder Zeit streamen zu können, aber das Portfolio reizt mich nicht. Vielleicht wird sich da noch etwas ändern, dann könnte es möglicherweise doch noch interessant für mich werden.

Was ich gut finde, ist, dass man im administrativen Bereich einstellen kann, dass beispielsweise nur Filme bis maximal FSK 12 frei verfügbar sind und alles, was darüber hinaus geht, mittels einer vorher festgelegten PIN freigeschaltet werden muss. Genauso kann man sich davor schützen, dass ein Dritter oder man selbst versehentlich ein Video kostenpflichtig leiht oder kauft. Genau das ist nämlich ein Punkt, der mir wichtig ist, so dass man diesen Dienst auch seinen Kids auf einem entsprechenden Endgerät zur Verfügung stellen kann, ohne Angst haben zu müssen, dass man dadurch sein ganzes Barvermögen möglicherweise in Filmdateien investiert.

Fazit: Den Dienst Amazon Prime Instant Video finde ich grundsätzlich gut, den Preis durchaus angemessen und nicht zu teuer, nur die Auswahl ist für meinen Geschmack zu sehr am Mainstream angesiedelt. Aber da mein Filmgeschmack nicht für andere maßgeblich ist, empfehle ich jedem, sich doch selbst ein Bild zu machen und den kostenlosen 30-Tage-Testzugang auszuprobieren. Man kann diesen übrigens per Mausklick deaktivieren, so dass nach dem Testzeitraum keine Kosten anfallen. Das kann man vorsichtshalber gleich anfangs erledigen – bevor man es vergisst – und falls man wirklich nicht mehr darauf verzichten möchte, dann lässt sich der richtige Zugang zu Amazon Prime Instant Video jederzeit wieder aktivieren.

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