Pasta Casalinga No. 1

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Weil kochen und essen soviel Spaß machen kommt hier gleich mein nächster Vorschlag. Ich habe ihn mit dem vielversprechenden Namen „Pasta Casalinga No. 1“ betitelt, weil damit einfach alles und nichts gesagt ist und sich das ganze auch noch fortlaufend nummerieren lässt. Ok, wir brauchen also Pasta, soviel steht schon mal fest.


Ich habe mich für so goldige kleine sardische Nüdelchen entschieden, die von der Form her fast ein wenig grenzwertig sind, da sie ganz entfernt an irgendwelche Entwicklungsstadien von Insekten erinnern. Aber in Zeiten von Sendungen wie Dschungelcamp dürfte das ja kein Problem mehr sein. Und da wir gerade bei veränderten Zeiten sind, weise ich hier direkt nochmal darauf hin, dass ich mich neulich schon als eher bequemer Mensch geoutet habe und am liebsten immer alles in einem Topf koche. Deswegen habe ich das auch bei diesem Gericht so gehandhabt, dass Pasta und Sauce in homogener Einheit in einer Pfanne sich miteinander verbinden durften.

Das hat gleich mehrere Vorteile. Zum einen braucht man nur einen Topf oder eine Pfanne. Zum anderen verbinden sich sämtliche Aromen gleich unzertrennbar mit den Nudeln, wodurch ein insgesamt runder, harmonischer Geschmack entsteht, der nachhaltig zufrieden stellt. Man hat nicht das Gefühl, dass da etwas fehlen würde. Außerdem wird die Stärke aus der Pasta nicht zur Hälfte ausgewaschen und unter ständigem Rühren in den Abguss befördert. Da bleibt alles drin, was dazu gehört. Und die Sauce ist mengenmäßig auf jeden Fall richtig und von der Konsistenz her sowieso – also perfekt! Ich frage mich, warum ich nicht schon vor hundert Jahren Pastagerichte so zubereitet habe!
Wir brauchen hierfür sardische Nüdelchen, zum Beispiel diese hier, die ich vor einem Jahr als Souvenir vom Töchterlein aus dem Sardinien-Urlaub mitgebracht bekam, aber mittlerweile auch hier entdecken und nachkaufen konnte. Aber wenn keine sardischen Nudeln erhältlich sind, dann tun es auch andere Hartweizennudeln ohne Eier in einer kurzen Form mit rauher Oberfläche. Da gibt es ja dann schon einige zur Auswahl.
Nachdem das mit den Nudeln geklärt ist, sollten wir noch schauen, ob wir die anderen Zutaten im Haus haben oder zeitnah beschaffen können. Wir benötigen nämlich außerdem noch Zwiebeln, Knoblauch, ein paar Tomaten, Parmesan am Stück, Olivenöl, ein Rest Weißwein, Gemüsebrühe (für Hartgesottene geht auch Rinderbrühe), ein paar Spritzer Zitronensaft, ein Schluck Sahne, Salz und Pfeffer. Ich hoffe, ich habe nichts vergessen.

Ganz wichtig ist außerdem noch eine große Pfanne, wie zum Beispiel diese hier, die ich auch tatsächlich hier verwendet habe. Übrigens derzeit meine absolute Lieblingspfanne für jeden Tag. Ruckzuck nach dem Kochen wieder sauber, ich habe definitiv noch nie angebackene Reste erst aufweichen und anschließend unter Muskeleinsatz rausschrubben müssen!

So, jetzt zum Rezept:

Wir erwärmen (nicht erhitzen!) einen Schuss Olivenöl in der Pfanne/Kasserolle unserer Wahl. Dann geben wir die in rustikale Viertelsstreifen geschnittenen Zwiebeln dazu. Bei mir waren es zwei Zwiebeln mittlerer Größe. Diese werden erstmal glasig gedünstet, während man schon vier bis fünf Strauchtomaten in grobe Würfel zerlegt.

Sobald die Zwiebeln glasig sind, gibt man die Tomaten dazu und dünstet diese unter Rühren kurz an. Den hoffentlich schon geschälten und zerkleinerten Knoblauch hat man an dieser Stelle auch schon mit in den Topf geworfen. Anschließend mit einem Rest Weißwein aus dem Kühlschrank, der definitiv nicht mehr für ein Viertele reicht, ablöschen – mengenmäßig war das hier maximal ein Achtele – und zwar von einer Dreiviertelliterflasche. Der aufmerksame Leser wird jetzt sicher gleich die Ohren spitzen, da er je weiß, dass hier ein minderjähriges Kind mit isst. Aber keine Sorge, der Alkohol von dem Wein ist sofort verdunstet – bei dem Thema haben wir seinerzeit in Chemie gut aufgepasst! – und übrig bleibt nur der leicht säuerlich-rezente Gechmack vom Wein – fein!

Es dampft und brutzelt also kurz und gleich darauf kommt noch ein halber Liter Gemüse- oder Rinderbrühe in den Topf, die Nudeln dazu und nach kurzem Rühren der Deckel drauf. Wenn auf der Nudelpackung steht, dass die Dinger nach 10 Minuten gar sind, dann kann man hier gut und gerne mit 12 oder mehr Minuten rechnen. Eventuell muss auch nochmal etwas Flüssigkeit nachgegossen werden, also ähnlich wie beim Risotto. Deswegen einfach dabei bleiben, hin und wieder umrühren und bei Bedarf gießen.

Nach geraumer Zeit sind die Nudeln dann fertig gegart, die Flüssigkeit ist wahlweise verdampft oder von der Pasta aufgesogen und wie von Zauberhand hat noch jemand nebenher einen Tomatensalat gebastelt. Das mache ich übrigens oft so, dass ein Teil der Zutaten gekocht und der andere Teil roh serviert wird. Der Tomatensalat bestand in diesem Fall aus Tomaten (wer hätte das gedacht?), Zwiebeln, Zitrone, Salz und Olivenöl – für mich noch Pfeffer. Also wirklich einfach – ganz einfach, aber gut.

Zurück zur Pasta: Wenn also die ganze Flüssigkeit so gut wie verschwunden ist, die Nudeln beim Beißen nicht mehr knacken, dann ist das Zeug fertig. Dann kann man die Familie zu Tisch bitten und die Pasta aus EINEM Topf auf die Teller schöpfen. Darüber noch ein wenig Parmesan hobeln und nach Belieben Pfeffer frisch über die Nudeln mahlen und vielleicht noch ein paar Spritzer Zitronensaft draufsetzen. Und jetzt heißt es nur noch: Buon Appetito!

Frollein Tochter und mir hat es ganz vorzüglich geschmeckt. Es war einfach, aber gut und der Geschmack war dermaßen abgerundet, dass keinerlei nachwürzen nötig war, außer mein obligatorischer Pfeffer, den ich eben immer nur für mich alleine drauf hauen muss.

Macht ihr eure Nudeln noch extra in kochendem Wasser? Oder habt ihr auch schon mal die Risotto-Methode für Nudeln ausprobiert?

2 Kommentare

  1. Uns ist aufgefallen, dass Ihr Blog viele leckere Rezepte hat! Wir würden uns dafür freuen, wenn Sie sich auf Rezeptefinden.de registrieren, damit wir auf ihn verweisen können.

    Rezeptefinden ist eine Suchmaschine, die mehrere Blogs und Kochseiten aus Deutschland zusammenstellt, und die Blogger profitieren davon, dass Rezeptefinden ihre Seite weiter bekannt macht.

    Um sich auf Rezeptefinden registrieren, gehen Sie einfach auf http://www.rezeptefinden.de/top-food-blogs-hinzufügen

    Mit freundlichen Grüßen,
    Rezeptefinden.de

  2. Hallo Salvia,

    dieses Pastarezept hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Pasta und ich sind generell unzertrennlich. Gepaart mit so leckeren Dingen wie Zwiebeln, Knoblauch und Parmesan – wo bitte ist die nächste Portion die ich genüsslich verspeisen kann?

    Ein tolles Rezept, dass ich gleich mal unter meine Favoriten abgespeichert habe.

    Viele Grüße,

    Jassy

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