Kind, wie die Zeit vergeht!

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Jetzt wohnen wir tatsächlich schon ein ganzes Jahrzehnt zusammen. Wer hätte das gedacht!? Keine Beziehung hat bei mir dermaßen lang gehalten und schon gar nicht unter einem Dach. Nur die Mutter-Kind-Beziehung scheint hier die berühmte Ausnahme zu sein. Ob das wohl Liebe ist? Oder ist es doch nur das Stockholm-Syndrom, was gemeinhin als Liebe zwischen Mutter und Kind bezeichnet wird!? Fragen über Fragen, die mich schon seit geraumer Zeit beschäftigen.

Wie dem auch sei, wir haben es jedenfalls schon über die Halbzeit hinaus miteinander geschafft. Dann werden wir sicherlich die restlichen paar Jährchen auch noch hinkriegen. Ok, ab dem Teenie-Alter wird es ja ein wenig schwieriger, da zählt dann jedes Lebensjahr fünffach. Insofern steht mir dann der größte Brocken noch bevor.


Meine Süße hat zwar heute noch nicht Geburtstag, aber wir haben gestern erst den zehnjährigen Geburtstag ihres Theaters gefeiert, an dem sie seit diesem Schuljahr eifrig zugange ist. Ende März ist Premiere des Stückes, in dem sie mitspielt und gestern durften wir anlässlich des Theatergeburtstages eine kleine Kostprobe sehen. Das Kind kann durchaus glaubwürdig schauspielern. Ich glaube, da muss ich zukünftig ein wenig acht geben.

Nach der „Werkschau“ war noch Party und mein Wonneproppen ging ab wie Schmitz‘ Katze. Ich hätte nicht gedacht, dass sie so eine Tanzmaus ist, aber sie wollte gar nicht mehr von der Tanzfläche verschwinden, schon gleich gar nicht als ich dann ab halb neun da stand wie ein Presser um sie abzuholen. Ich ließ mir noch eine dreiviertel Stunde aus dem Ärmel leiern, so dass wir dann erst gegen 21:15 das Weite suchen konnten. Wo soll das noch hinführen, wenn sie erstmal vier bis sechs Jahre älter ist??? Entweder ich werde bis dahin supergeil superchic supertoll supertolerant oder ich weiß auch nicht…

Ach, wir haben ja gestern vormittag auch noch eine Schulbesichtigung hinter uns gebracht. Ist sie nicht erst neulich überhaupt eingeschult worden? Ich kann mich zumindest noch sehr genau daran erinnern, wie das kleine Mädchen ganz erwartungsvoll am Tag der Einschulung mit Zuckertüte und Ranzen in die Schule marschierte und anschließend doch ziemlich enttäuscht war, weil das ganze Brimborium nicht seinen Erwartungen entsprach. Ich hatte zwar nie Erwartungen geschürt, aber von anderen Seiten bekam das Kind immer zu hören, dass Schule etwas ganz tolles sei.

Tja, und jetzt geht es wieder einen Schritt weiter. Wir gehen ab September ins Gymnasium. Das, was ich mir erstmal so in den Kopf gesetzt hatte, habe ich ganz spontan sausen lassen. Warum? Keine Ahnung. Irgend eine gefühsmäßige Eingebung riet mir davon ab. Also haben wir uns gestern das Gymnasium angeschaut, was uns die Klassenlehrerin als Alternative empfohlen hatte. Und siehe da: das Kind war recht schnell begeistert und sprach mehrmals laut und vernehmlich aus, dass es auf diese Schule möchte – egal, wenn man mit dem Bus fahren muss und egal, wenn einige andere aus der Klasse auf ein anderes Gymnasium gehen. Sie forderte einen Neuanfang. Nun gut. Von mir aus gerne. Schaumermal.

Das absolut nicht mehr zu leugnende Zeichen, dass das Kind so langsam aus dem Kindesalter herauswächst, hatten wir dann heute abend, als der eine Klassenkamerad noch anrief um seine Zusage zur Geburtstagseinladung durchzugeben. Da ging aber ein Jauchzen und Juchzen durch die Wohnung und vor lauter Aufregung konnten wir dann gar nicht mehr einschlafen. Hmmm. Jetzt geht das schon los. Das kann ja noch heiter werden! So lange es Jubeltrubelheiterkeit ist, finde ich es ja nicht so wild. Aber sobald man dann unsanft im Tal der Tränen landet, bin ich vermutlich nicht mehr so der geeignete Ansprechpartner. Da könnte ich dann durchaus etwas rüde reagieren, so frei nach dem Motto „Stell dich nicht so an!“

Vielleicht bräuchten wir hier noch einen gefühlvoll-schnulzigen Tantenersatz, weil die echte Tante ist da auch eher nüchtern veranlagt. Da müssen wir uns vielleicht noch etwas umschauen…

Ach, und falls wer hier heimlich mit liest und denkt, dem armen Kind muss man doch auch mal was zum Geburtstag schenken, dann gibt es hier den Wunschzettel. Da kann man einfach etwas hübsches aussuchen, bestellen und bezahlen und schon geht das Päckchen ans Töchterlein. Ich würde dann im Blog auch darüber berichten, falls jemand den Mut gehabt hätte, ein Geburtstagsgeschenk an das Kind zu schicken!

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