Hiermit eröffne ich ganz feierlich und offiziell die Saison für
tieffliegende Pollen. Seit gestern spüre ich wieder, das da was in der
Luft liegt, vielmehr fliegt. Und heute morgen kurz nach sechs habe ich
schon den aus dem Yoga bekannten Morgengruß der Heuschnupfengeplagten in
die Welt gesandt. Mindestens siebenmal ein mark- und beinerschütterndes
„Haaaatschi!“ konnte ich durchs Viertel rufen. Frau Kokelores, haben Sie’s vielleicht auch vernommen?

Ob es wohl auch allergische Reaktionen auf Tulpen gibt?

Wenn
ich nur wüsste, was derzeit gerade rumfliegt! Ich habe mich schon
ausgiebigst beim Allergologen pricken lassen, aber der konnte nichts
finden. Also bleibt mir nur zu spekulieren und in irgendwelchen
Pollenflugkalendern nachzuschauen, was derzeit so durch die Gegend
fliegt.

Also jetzt, Anfang/Mitte Februar, haben wir’s
bestimmt mit den Frühblühern zu tun. Oder sind es die Spätzünder vom
vergangenen Jahr? Ich tippe mal auf ersteres und finde hier die Info,
dass ein paar wenige Hasel- und Erlenpollen durch den Luftraum geistern.
Ich versteh das gar nicht, ich wohne in der Innenstadt mit äußerst
wenig Grünzeug um mich rum und trotzdem fliegen hier diese kleinen
gemeinen Biester rum. Und was ich noch viel weniger verstehe ist, dass
ich auf keine der Allergene beim Pricktest reagiert habe. Auch nicht bei
dem Zeug, was mir gegen später, so ungefähr ab Mai, regelmäßig die Luft
nimmt: Platanenpollen. Die sind scheinbar noch gar nicht in der Palette
der zu testenden Allergene angekommen, aber ich habe schon häufig
beobachtet, wie Menschen auf einmal asthmatische Hustenanfälle bekommen,
wenn sie an einer Platane in ihrer Blütezeit vorbei laufen.

Ein einzelnes Platanenblatt und in der rechten, unteren Ecke eine Platanenpollenbombe, so eine hübsche, kleine Kugel

Ich
selbst habe die ersten Anzeichen von Heuschnupfen im zarten Alter von
Ü30 verspürt. Früher konnte ich immer gar nicht nachvollziehen, wieso
manche Leute dem Frühling und Sommer nicht allzu viel abgewinnen konnten
und stets so verheult durch die Gegend liefen. Heute weiß ich warum. Da
hilft oft nur die Einnahme von Antihistaminika, die ich aber am
liebsten abends einnehme, damit ich nicht den ganzen Tag über total müde
und bedeppert durch die Gegend laufe. Und zusätzlich ein niedrig
dosiertes Cortisonspray, sobald dann wieder die Geschichte mit den
Platanen anfängt. Das hat mir die letzten Jahre bestimmt schon das Leben
gerettet, wenn ich daran denke, wie wenig Luft ich manchmal bekam, wenn
auf einmal von allen Seiten die Platanenpollen angewirbelt kamen.

Den
Stadtplanern sei Dank ist die ganze Innenstadt mit diesen Bäumen
bepflanzt, weil sie so herrlich günstig im Einkauf und in der Haltung
sind und außerdem so widerstandsfähig. Vermutlich überleben die auf
Dauer auch die Stadtbevölkerung, weil sie vorher schon allen mit ihren
hochallergenen Pollen die Luft zum atmen nehmen. Rein optisch sind das
zwar ganz schöne Bäume, sie können auch eine beträchtliche Größe und ein
hohes Alter erreichen, aber wegen mir könnte man die auch komplett
absägen und gegen Kastanien, Apfelbäume oder ähnliches Zeug ersetzen.
Hautsache es reizt nicht meine Atemwege.

Jetzt bin ich
gespannt, ob mein Kind auch demnächst die ersten Anzeichen von
Heuschnupfen zeigt. Aufgrund von Luftverschmutzung und Erbanlagen dürfte
sich das sicherlich bei ihr schneller zeigen als bei mir. Am besten,
wir schauen uns nach einem gemütlichen Häuschen in Nordgrönland um, da
wird es mit den Pollen auswerfenden Pflanzen nicht so wild sein und man
bleibt vermutlich vor Heuschnupfenattacken verschont.

Wie
sieht es bei euch aus? Leidet ihr auch unter Heuschnupfen? Habt ihr
schon die nächste Etage der Allergie erreicht, nämlich Asthma? Was macht
ihr dagegen? Ist vielleicht jemand diese Plage für immer losgeworden?
Ich freue mich auf eure Antworten!

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