Vor hundert Jahren, genau am 12. Februar 1914, meldete die Amerikanerin Mary Phelps Jacob ihre Erfindung beim Patentamt an: einen Büstenhalter, später abgekürzt als BH. Es gab zwar vor ihr schon einige Versuche, die weiblichen Frontpolster in irgendeiner Weise zu bändigen, in Form zu halten oder schlichtweg wegzudrücken, aber erst durch Mary Phelps Jacob wurde eine patentierte Erfindung daraus.

Ihr waren die vorher üblichen mit Walknochen verstärkten Korsetts zu unbequem. Außerdem drückten die Stäbchen bei feinen Kleiderstoffen durch und trugen nicht unbedingt zu einer anmutigeren Optik bei. Also wurde kurzerhand der untere Teil des Korsetts abgeschnitten, das Brustteil blieb und damit der Halt nicht verloren ging, wurden einfach Träger montiert. Womit der Büstenhalter erfunden war.

Bis auf eine Unterbrechung im Hippie-Zeitalter wurde der Büstenhalter von immer mehr Frauen getragen. Während der Flowerpower-Ära wurden BHs teilweise als einengend, unemanzipiert und Reliquie des ausgemachten Spießertums verdammt. Es soll sogar BH-Verbrennungen gegeben haben.

Heute erfreut sich dieses Wäschestück wieder allergrößter Beliebtheit. Mittlerweile gibt es jede Menge verschiedene Formen und Modelle. Für jeden Busen dürfte da das passende Teil zu finden sein, egal ob groß oder klein, von der Schwerkraft heimgesucht oder noch in der prallen Blütezeit.

Man findet diverse Formen wie Triangle, Balconettes, Bügel-BHs, es gibt Minimizer- und Optimizer-BHs, auch Büstenhalter für Sportlerinnen, die ganz andere Anforderungen an das Modell stellen als beispielsweise Burlesque-Tänzerinnen.

Büstenhalter in unschuldigem Weiß finden genauso ihre Anhängerinnen wie verruchte rote Spitze, geheimnisvolle grüne Samt-BHs oder schwarze Satin-BHs. Was gekauft wird, hängt nicht nur von der aktuellen Mode und dem Geschmack der Trägerin ab, sondern oft auch davon, was dem jeweiligen Partner gefällt. Nach meinen Recherchen gehen 80 % der Männer lieber als Begleiter zum Dessous-Shopping mit als zum Schuhe einkaufen. Diese Zahlen sprechen für sich!

Grundsätzlich gilt beim BH-Shopping: Probieren geht über studieren! Auch wenn man beispielsweise meistens die Größe 75 C trägt, so kann diese doch mal bei dem einen oder anderen Hersteller ganz anders ausfallen als man es gewohnt ist. Es gibt sogar Unterschiede zwischen verschiedenen BH-Modellen gleicher Größe und vom gleichen Hersteller. Wenn nur die Schnittführung ein wenig anders ist, eine Teilungsnaht vielleicht einen halben Zentimeter versetzt ist, dann kann sich das sofort auf die Passform auswirken. Deswegen ist bei Dessous ein Einkauf im Fachgeschäft meistens besser als auf Verdacht und online. Ausnahme: wenn ich ein Modell bereits besitze und dieses vielleicht in ein paar anderen Farben nachkaufen möchte. Das bietet sich an, wenn man einen gut sitzenden „Brustpanzer“ gefunden hat, diesen dann möglichst gleich in den Standardfarben weiß, nude und schwarz einzukaufen, damit man für jede Klamotte das passende Geschirr hat 😉

Übrigens, übermorgen ist doch Valentinstag. Das wäre doch eine gute Gelegenheit, den 100-jährigen Geburtstag des Büstenhalters heute noch ausgiebig zu feiern. Die Läden schließen erst in ca. 3 Stunden…

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