Nachgedacht

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Ist man eigentlich in den ersten Tagen oder Wochen des Jahres nachdenklicher als sonst? Oder bin das gerade nur ich, aber jedes Jahr wieder aufs neue? Wenn der ganze Feiertagstrubel vorbei ist, man relativ unbeschadet durch die Völlerei in jeglicher Hinsicht gekommen ist, dann tut sich so manches Mal ein mehr oder weniger großes Loch auf, in das man vielleicht einfach kurz so reinstolpert. Keine Depression, mehr ein Vakuum, entstanden durch den plötzlichen Wechsel von VIEL zu WENIG, von barocker Lust zu karger Enthaltsamkeit, von Dezember zu Januar, letzterer bekannterweise unter dem Einfluss vom Tierkreiszeichen Steinbock und dessen Regent Saturn: streng, asketisch, reduziert aufs Wesentliche, richtungsweisend.
Gedächtnis
Hirnamputation? Zukünftig nicht mehr!

Daher ist es nicht verwunderlich, dass gerade im Januar eine Bestandsaufnahme, Innenschau und gegebenenfalls eine Richtungskorrektur vorgenommen wird. Der ideale Zeitpunkt, um über Fehler nachzudenken, aber nicht um sich mit Selbstvorwürfen zu überschütten, sondern lediglich zur Bewusstwerdung, was zukünftig anders laufen muss.

So habe ich mir jetzt bewusst das eine oder andere Ziel gesetzt, das darüber hinaus geht, nur an der Kleidergröße oder am Ernährungsstatus anzusetzen. Meine Ziele lassen sich vielleicht eher in der Wellness-Ecke ansiedeln. Genauer gesagt Psycho-Wellness. Keine Ahnung, ob es diesen Begriff schon gibt oder ob ich den gerade erfunden habe. Jedenfalls habe ich mir fest vorgenommen, nur noch die Leute und Projekte in mein Leben zu lassen, die mir beste Laune bringen. Ok, zu hundert Prozent wird sich das nicht realisieren lassen, schließlich hat man ja auch manchmal einfach Dinge und Menschen um die Ohren, von denen man sich nicht so einfach lossagen kann. Aber die restlichen 90 Prozent – wenn ich richtig gerechnet habe – lassen sich dann sehr wohl beeinflussen.

Entscheidungsfreude
Schwarz oder weiß – das ist hier die Frage!

Außerdem kam ich beim Nachdenken zu dem Schluss, dass ich mich zukünftig nie wieder unter Preis verkaufen werde – gleichgültig ob es sich hierbei um einen monetären Gegenwert für meine Leistung handelt oder um ein im freundschaftlichen Rahmen übliches Geben und Nehmen. Hier hatte ich in letzten Jahren doch immer wieder das Gefühl, mit meinen Fähigkeiten und Kenntnissen zu großzügig um mich geworfen zu haben, ohne eine entsprechende Gegenleistung dafür zu erhalten – selbst wenn diese im Angesicht der Not großspurig versprochen wurde.

drunter und drüber
Wir werden es auf die Spitze treiben!

In persönlichen Bereichen werde ich zukünftig mehr auf Nuancen und Schattierungen achten, in offiziellen Bereichen hingegen die Schwarz-Weiß-Malerei auf die Spitze treiben und immer öfter vor die Wahl stellen: Ent oder weder! Erst kurz vor dem Jahreswechsel wandte ich den Grundsatz „Vogel friss oder stirb!“ bei diversen Anfragen an, die mir eigentlich nicht in den Kram passten. Und was soll ich sagen!? Der Vogel hat gefressen! Also, auch zukünftig soll es heißen: Nur Mut, entweder es klappt oder du hast ein wenig mehr Zeit um wertvollere Dinge zu tun! Schließlich wird die Zeit mit fortschreitendem Alter zu einem immer knapper werdenden Gut, das es nicht zu verramschen gilt!

In diesem Sinne…

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