Ganz ehrlich: Dieses Jahr bin ich ziemlich froh, dass Weihnachten jetzt so gut wie vorbei ist und wir insgesamt ziemlich glimpflich aus der Nummer rausgekommen sind. Wir hatten keine Zwangsveranstaltung mit Anwesenheitspflicht für sämtliche Verwandten, sondern lediglich dem Kind zuliebe eine kleine, entspannte Weihnachtsfeier in kleinem Kreise. Und das ganze ohne Stressessen, wenig Völlerei und nur ein bißchen viele Bratäpfel gegen später. Aber glücklicherweise keine fetten Gänse oder sonstiges bleischwer im Magen liegendes Zeug.

Und trotzdem hat es mich heute, am zweiten Weihnachtsfeiertag, ganz heftig nach Sauerkraut gelüstet. Irgendwie braucht man zwischen Bratapfel, Dresdner Stollen und Zimteis mal wieder was ausgleichendes, damit der Körper wieder ins Lot kommt.

Deswegen heute das Sauerkraut mit Schäufele und Kartoffelpüree. Normalerweise ist das unser Traditionsessen für den 1. Januar. Aber manchmal muss man einfach auch mal auf Traditionen pfeifen.

So, eigentlich wollte ich hier nur mal kurz mein Rezept für die Nachwelt festhalten, damit das Kind auch in 40 Jahren noch weiß, wie Muttern seinerzeit immer das Kraut gemacht hat.

Wir brauchen


1 große Dose Sauerkraut, am besten das von Spitzbüble, das schmeckt auch direkt aus der Dose gefuttert ziemlich gut
2 Zwiebeln, gewürfelt
2 kleine säuerliche Äpfel, geschält und in Scheibchen geschnitten. Wer mag, kann sie auch reiben.
1 große, rohe Kartoffel gerieben
1 geräuchertes Schweineschäufele von ungefähr 500 g
Kümmelsaat
Wacholderbeeren
eventuell Salz
Butterschmalz


Kartoffelpüree entweder selbst machen oder selbst anrühren – je nach Geschmack.

Die gewürfelten Zwiebeln in einem großen Emailletopf im Butterschmalz glasig dünsten. Anschließend die Dose Kraut bzw. das, was nach dem mehrmaligen probieren davon übrig geblieben ist, in den Topf geben. Eventuell einen angemessenen Schluck Wasser nachgießen, damit das ganze Zeug nicht furztrocken am heißen Topfboden anbäckt und schwarz wird. Die kleingeschnippelten oder geriebenen Äpfel und die geriebene Kartoffel dazu geben. Die Äpfel mildern die Säure und die Kartoffel macht das Kraut insgesamt runder im Geschmack.

Das Schäufele sobald das Kraut heiß ist, dazu legen und etwas mit heißem Kraut bedecken, damit es nicht friert. Mit Kümmelsaat und ein paar Wacholderbeeren würzen und bei geschlossenem Deckel ungefähr 30 Minuten garen lassen. Unser Schäufele war übrigens nicht roh, da reicht die halbe Stunde. Wenn jedoch rohes geräuchertes Fleisch mitkocht, dann muss die Garzeit entsprechend verlängert werden.

In der Zwischenzeit lässt sich dann prima das Kartoffelpüree zubereiten, entweder selbst aus der entsprechenden Menge Kartoffeln oder aber man macht es wie ich heute und rührt es einfach an. Ich hatte von unserem Noteinkauf von neulich noch genügend leicht anzurührendes Zeug im Hause.

Geschmeckt hat es trotzdem und der Magen hat sich wirklich gefreut, mal wieder etwas säuerliches zu bekommen, nach all den süßen Sachen – obwohl wir es, wie bereits gesagt, dieses Jahr absolut nicht übertrieben haben.

Ich schätze mich jedenfalls glücklich, dass ich nicht über Weihnachten 2-3 Tage an einer toten Gans rumnagen muss…

Und was gab’s bei euch so an Weihnachten? Traditionsessen? Oder mal was ganz anderes? Oder relativ unspektakulär, frei nach dem Motto: einfach, aber gut!?

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