Kochevent DasKochrezept.de – Ländliches Adventsmenü

3

Manche Sonntage eignen sich nahezu perfekt, sie komplett zuhause zu verbringen, aber trotzdem am Abend das Gefühl zu haben, dass etwas Sinnvolles vollbracht wurde. So der heutige dritte Advent.

Eigentlich wollte ich ja gestern mit gemütlichem Beisammensein ein wenig für Freunde kochen und einen schönen Abend verbringen, aber leider hat uns das poröse Gasrohr, von dem ich bereits berichtete, einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nix ging mehr, weder kochen, noch backen, noch heizen oder Warmwasser… die Wohnung hatte dann am Sonntagvormittag eine kuschelige Raumtemperatur von ca. 15° C.


Aber glücklicherweise wurde die defekte Gasleitung im Laufe des Sonntags wieder provisorisch abgedichtet und der Haupthahn wieder angedreht. Dann legte ich aber los!

Zur Verfügung standen all die Sachen, die ich ohne Sinn und Verstand eingekauft oder auf Lager hatte. Ich hatte ja die Tage vorher schon mal auf der Seite www.daskochrezept.de nach Anregungen für ein Menü gesucht, bin aber nicht so richtig fündig geworden. Vielleicht wäre ich fündig geworden, wenn ich nicht für jedes Rezept gefühlte 100 Klicks gebraucht hätte, um die Zutaten, Zubereitung und Einkaufszettel zu lesen. Irgendwie war mir das dann zu umständlich und ich griff auf altbewährtes zurück: nämlich mein Gedächtnis und meine Fantasie. Übrigens war mein erster Eindruck von der Seite DasKochrezept.de ein wesentlich besserer als mein zweiter, wie ihr hier nachlesen könnt.

Ich bin ja sowieso kein Rezeptnachkocher, sondern verstehe Rezepte immer nur als Inspiration. Also überlegte ich mir kurz, welche Lebensmittel derzeit Saison haben und was ich ergänzend zu meinen Vorräten und dem Zeug, was so langsam mal verbraucht werden sollte, einkaufen musste. Das war dann gar nicht mal mehr allzu viel. Übrigens, so ganz nebenbei, macht euer Weihnachtsmenü doch aus den Vorräten, die ganz allmählich mal weg sollten, das erspart Einkaufsstress, ist nachhaltig und vermeidet unnötiges Entsorgen von Lebensmitteln nach Ablauf des MHD.

Ganz nach heimischer Küche Art hatte ich zur Verfügung, sei es gekauft oder als Vorrat: Äpfel, Kürbis, Weißkohl, Chicoree, Speck, Eier, Zwiebeln, Mehl und solche Sachen, die man ohnehin immer im Haus hat wie Salz, Pfeffer, Essig, Öl oder Butterschmalz. Da waren sicherlich noch ein paar Ingredienzen mehr im Spiel, aber die muss ich erstmal in Ruhe Revue passieren lassen, am besten wenn ich die Fotos bearbeite, die zum Kochevent dazu gehören.

Es gab Vorspeise, Hauptgericht und Nachspeise – ein relativ einfaches Drei-Gänge-Menü, aber zeitlich war ich ganz gut beschäftigt damit. Hätte es auf einer Menükarte gestanden, dann wäre es vermutlich so formuliert gewesen

Winterlicher Salat mit Chicoree, Äpfeln und Mandeln
Bäuerliche Kraut-Kürbis-Pfanne mit Speck und Kartoffelstampf
Lauwarmer Kürbis-Kokos-Kuchen mit halbflüssiger Sahne

Vom Arbeitsablauf habe ich zuerst angefangen, den Kuchen zu backen, da er von der Zubereitung her am längsten brauchte und vor allem nach dem Anrühren erstmal eine Stunde im Backofen verbringen durfte. In dieser Stunde konnte ich dann lässig die Kraut-Kürbis-Pfanne zubereiten und ganz zum Schluss und ganz frisch den Salat, der natürlich zuerst aufgetischt wurde.

Die Rezepte dazu habe ich mir weitgehend aus dem Ärmel geschüttelt, wie eingangs erwähnt, ich koche meist nicht anweisungsgetreu wenn ich ein Rezept vor mir habe und am allermeisten koche ich einfach das, was mir gerade im Kopf rumspukt…

Das Essen selbst fand dann familiär in der Wohnung meiner Mutter statt, die über ein richtiges Esszimmer verfügt, was mir hier im Wohnbüro definitiv fehlt. Ich lichtete immer nur einen Gang nach dem anderen für den Blog ab, aber gespeist wurde im Ostflügel. Insgesamt war es ein wenig hektisch, zu kochen, zu fotografieren und mir die einzelnen Rezeptschritte zu merken, die ich demnächst noch hier veröffentlichen werde. Aber im großen und ganzen hat es Spaß gemacht und das wichtigste: es hat uns allen geschmeckt!

Auch wenn wir jetzt keine Rezepte von www.daskochrezept.de verwendet haben, ist diese Seite sicherlich für Kochanfänger nicht schlecht. Da hilft es möglicherweise, wenn man die einzelnen Schritte nur portionsweise angezeigt bekommt, damit man nicht gleich überfordert ist. Aber für jemanden, der Erfahrung hat und mehrere Rezepte zu einem Menü zusammenstellen möchte, der sollte doch möglichst gleich einen Überblick über die Abläufe haben, damit man sie organisatorisch auch in die richtige Reihenfolge bringen kann. Es ist ja nicht so, dass genau in der gleichen Reihenfolge zubereitet wie serviert wird! Da könnten die Betreiber von DasKochrezept.de noch ein wenig dran arbeiten, damit die Seite auch für Leute wie mich in der Praxis anwendbar wird!

Update: Während das Kind mit Hausaufgaben beschäftigt ist, werde ich hier noch die Rezepte verfassen. Die Mengen reichen für ca. 4 Personen, beim Kuchen wird sicherlich noch etwas übrig bleiben. Macht aber nix, der schmeckt auch einen Tag später noch gut.

Winterlicher Salat mit Chicoree, Äpfeln und Mandeln

3-4 Chicoree
1 süßsaurer Apfel
eine Handvoll Mandelstifte oder kleingehackte Walnüsse
Walnussessig
Walnussöl
Kürbiskernöl
Salz
Chicoree putzen und in Streifen schneiden. Wer mag, kann zum Anrichten ein paar schöne große Blätter beiseite legen und darauf später den Salat arrangieren. Apfel waschen, in Achtel und anschließend in kleine Scheibchen schneiden. Mandeln bzw. Walnüsse darüber geben. Anschließend salzen und mit Walnussessig, Walnussöl und einem kleinen Schuss Kürbiskernöl gut vermengen und servieren.
 
Bäuerliche Kraut-Kürbis-Pfanne mit Speck und Kartoffelstampf

1/2 Butternutkürbis (geht auch mit Hokkaido) ca. 350 g
1 kleiner Spitzkohl (geht auch mit ganz normalem Weißkohl)
2 dicke Scheiben gerauchter, durchwachsener Bauch in Streifen geschnitten
1 süßsaurer Apfel
1 Zwiebel
Butterschmalz oder Öl
Salz
Pfeffer
Kümmelsamen
Zuerst die Zwiebel würfeln und in zerlassenem Butterschmalz in einer Schmorpfanne glasig dünsten. Dann den geputzten, entstrunkten und in Streifen geschnittenen Spitzkohl dazu geben und mit geschlossenem Deckel etwas andünsten. Währenddessen den halben Kürbis putzen, in kleine Würfel schneiden und dazu kippen. Danach den in Streifen geschnittenen Speck in den Topf legen und ordentlich mit Kümmel würzen. Zum Schluss den geschälten, geachtelten Apfel in kleine Scheibchen schneiden und auch dazu geben. Bei geschlossenem Deckel und mittelkleiner Flamme ein paar Minuten vor sich hin schmoren lassen. Die entstehende Garflüssigkeit mit ca. 1-2 Esslöffel Creme Fraiche abrunden. Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken und hoffen, dass der Kartoffelstampf oder -püree gleichzeitig fertig wurde.
Kartoffelstampf
750 g mehlig kochende Kartoffeln
1 Becher Sahne
evtl. Milch
etwas Butter
Salz
Muskat
Die Kartoffeln waschen und ca. 25 Minuten in Wasser garen. Anschließend schälen und durch eine Kartoffelpresse in eine Schüssel drücken. Alternativ kann man auch einen Kartoffelstampfer verwenden. Die erwärmte Sahne unterrühren, einen Stich Butter dazu geben, eventuell noch etwas Milch dazu gießen, je nach Konsistenz. Mit Salz und frisch geriebenem Muskat abschmecken.
Lauwarmer Kürbis-Kokos-Kuchen mit halbflüssiger Sahne

1/2 Butternutkürbis (geschält und geputzt ca. 280 g)
100 g Rohrohrzucker (geht sicher auch weißer Zucker)
150 g Mehl
100 g Kokosraspeln (alternativ gemahlene Mandeln, Hasel- oder Walnüsse)
1 Handvoll gehackter Mandeln
4 EL Honig
4 Eier
1 TL Backpulver
1/2 TL Natron
1 Schuss Walnussesig
1 Päckchen Vanillezucker mit echter Bourbonvanille 
1 Becher Sahne

Den Kürbis raspeln, Eier und Zucker schaumig schlagen und dann alle anderen Zutaten dazu geben und gut verrühren. Eine Kastenform in Standardgröße ausfetten oder mit Backpapier auslegen, den Teig hineinfüllen und bei ca. 180° C im Backofen auf mittlerer Schiene 60 Minuten backen. Später beim Servieren noch halbflüssig geschlagene Sahne zum lauwarmen Kuchen reichen.

Das Konzept vom Menü war, dass alle drei Gänge sozusagen miteinander verwandt sind. Den Apfel finden wir in der Vorspeise und im Hauptgang, den Kürbis im Hauptgang und im Nachtisch und insgesamt bekommt man mit relativ wenig verschiedenen Zutaten ein komplettes Menü, was zusammen passt, gut schmeckt, aus jahreszeitlich passenden Zutaten kreiert wurde und auf Schnickschnack verzichten kann. Guten Appetit!

 Blog-Marketing ad by hallimash

3 Kommentare

  1. da bekomme ich so richtig Lust drauf! Wollt dich schon nach deinem Dressing Tipp für den Chicoree fragen, den mögen wir unheimlich gern. Ich mach ihn meist mit Orangenfilets und einem Schuss Sahne.
    aber deine Variante muss ich unbedingt mal ausprobieren.
    Vielen Dank für die tolle Inspiration

Kommentiere den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here