Heute ist noch Samstag, also die erste Hälfte des Wochenendes. Eigentlich hatte ich heute ja so einiges vor zu tun, unter anderem wollte ich kochen und backen, nebenher das Kind in die Wanne schmeißen und noch so ein paar Dinge machen, für die man in irgendeiner Form Energie verbrauchen muss.

Aber leider wurde mir sozusagen ein Strich durch die Rechnung gemacht. Ich bemerkte als ich heute mittag vom Einkaufen zurückkam einen leichten Gasgeruch im Hausflur. Ich schnupperte also intensiver rum, meiner Meinung nach roch es nach diesem dem Erdgas künstlich zugesetzen Duft, der ein wenig an eine bereits gegessene alte ungarische Salami erinnert.


Bis ich oben in der Wohnung war, hatte ich es auch schon wieder verdrängt bzw. vergessen. Erst als ich das nächste Mal die Wohnung verlassen wollte, nahm ich diesen Duft wieder wahr. Ich pochte mal bei der Nachbarin und dachte, sie könnte mal zur Sicherheit mitschnuppern, da ich mich derzeit nicht 100 % auf meinen olfaktorischen Lappen verlassen kann. Aber leider hatte ich da Pech, war niemand daheim.

Nach dem nächsten Betreten des Hauses von außen fand ich den Geruch dann doch so suspekt, dass ich zum Vergleich eine Probe direkt aus dem Brenner meines Gasherdes nahm und feststellte, dass die Gerüche identisch, aber unterschiedlich stark waren. Der Duft im Hausflur war eindeutig abgeschwächter als direkt aus der Leitung. Noch kurz gegooglet und mich vergewissert und dann den Gasnotdienst des hiesigen Energielieferanten angerufen. Ich fragte noch, ob wir jetzt vorsichtshalber schonmal mit den Evakuierungsmaßnahmen beginnen sollten, was aber dann verneint wurde.

Der Energielieferant schickte mir dann auch in schwerem Fahrzeug eine halbe Stunde später zwei wichtigtuende Männchen vorbei. Ich öffnete ihnen die Haustüre persönlich, sie kamen schnuppernd herein und schauten mich dann fragend an. Offensichtlich rochen sie nichts. Einer beharrte gleich ganz vehement darauf, dass es nicht nach Gas röche. Das war der, der ganz eindeutig so aussah, als ob er sich seinen Riechkolben schon mit Hochprozentigem zerstört habe. Aber dann noch behaupten, dass er wisse, wie Gas rieche…

Also marschierten wir auf der Suche nach der Ursache in Richtung Keller, wo sich ja auch der Haupthahn befindet. Zwischendurch wieder leicht klugscheißende Bemerkungen der beiden Gas-Spürhunde, wo der Hauptanschluss zu finden sei. Auch das wusste ich, obwohl  ich nur eine Frau bin, besser als die beiden mit ihren Mutmaßungen.

Jedenfalls kam der weniger überhebliche der beiden dann auf die Idee, doch mal mit seinem „Geigerzähler“ an der Gassteigleitung im Keller entlang zu fahren. Und siehe da, auf einmal hörte das Ding gar nicht mehr auf Laut zu geben. Der fischäugig schauende mit der Schnapsnase wurde ganz still und füllte nur noch seinen Diagnosezettel aus, der andere war auf der Suche nach dem Haupthahn, der sich dann dummerweise in einer abgeschlossenen Kellerparzelle von Mitbewohnern befand.

Glücklicherweise waren die aber zuhause und der Haupthahn wurde ruckzuck abgedreht. Soweit so gut. Wochende, Gas ist abgedreht und die Gefahr eines Himmelfahrtskommandos zunächst einmal gebannt. Aber blöd für mich. Nicht nur, weil ich jetzt nicht kochen oder backen kann, wie vorgenommen, denn ich koche und backe ganz altmodisch mit Gas.

Nein, ich habe auch kein Warmwasser, denn das Warmwasser wird über den gasbetriebenen Durchlauferhitzer produziert. Und noch besser: die Heizung bleibt übers Wochenende auch kalt. Wäre ja nicht weiter schlimm, wenn wir nachts keine Minustemperaturen hätten. Glücklich bin ich nur darüber, dass die Minustemperaturen noch im niedrigen einstelligen Bereich sind!

So, kein warmes Essen kochen, nichts backen, keine heiße Dusche, keine Heizung – das kann ja morgen richtig heiter werden! Der Gas-Wasser-Pfuscher, der übers Wochenende Notdienst hat, wurde durch den rein zufällig anwesenden Hausverwalter ungern informiert (seine Worte waren, dass man halt jetzt übers Wochenende keine Heizung hat und erst frühestens ab Montag einer kommen kann). Vorhin hing dann ein Aushang im Hausflur, dass der Gas-Wasser-Pfuscher, der übrigens unser Haus sowieso betreut, Sonntagmorgen vorbei schaut und man hoffe, dass im Laufe des Tages der Gashahn wieder aufgedreht werden kann.

Na dann… ich jedenfalls mache mir gerade so meine Gedanken, warum man vor ungefähr einem Jahr die Ölzentralheizung in eine Gaszentralheizung umgebaut hat. So hängt jetzt alles an einer Quelle. Wenn schon frieren, dann bitte richtig!

Bei nächster Gelegenheit werde ich mir wohl mal so einen 1-2-Platten-Kocher für Notfälle holen. Weil gar nicht kochen zu können ist auch doof. Ich habe dann beim Supermarkt unseres Vertrauens lauter Instantfood geholt, was man mit heißem Wasser aus dem elektrischen Wasserkocher zubereiten kann. Ob’s schmeckt ist eine andere Frage. Hauptsache im Bauch ist was Warmes.

Und die nächste Frage ist natürlich, was hole ich mir als Ersatzheizung, falls so etwas mal bei -20° C passiert? Da kühlt die Wohnung ja in einer Stunde schon richtig aus und dann sitzt man aber in der Kälte! Habe mir schon wegen morgen überlegt, wo ich mich dann tagsüber mit dem Kind herumtreiben könnte. Sonntags sind die beheizten Kaufhäuser geschlossen und Kirchen sind ja bekanntlich nicht gerade gut geheizt… vielleicht sollten wir mal ins Museum gehen!

Habt ihr irgendwelche Geheimtipps, was man für Notzeiten unbedingt im
Haus haben sollte? Mit Notzeiten meine ich eben solche, wie dass
temporär im Winter die Heizung ausfällt und im Extremfall wie bei mir
dann eben auch noch das Kochen, Backen und Baden dran hängt. Bin
gespannt auf eure Antworten!

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