Ich will ein Pferd!

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Nein, ich persönlich will kein Pferd. Meine Tochter möchte ein Pferd und verkündet diesen Wunsch schon seit sie fünf Jahre alt war. Gut, damals konnte man ihr den Wunsch nach dem Pferd immer noch mit ein paar Runden Ponyreiten erfüllen. Danach war sie dann wieder eine Weile ruhig.

Neulich flammte dieser Wunsch aber wieder ganz intensiv auf. Entgegen aller meiner Argumente wie zu teuer, Wohnlage in der Stadt und kein Reitstall in der Nähe, zu zeitintensiv usw. blieb sie beharrlich bei ihrem Wunsch und fing schon mal an, günstige Pferdchen im Internet zu suchen. Sie denkt da ganz praktisch.

Gut, nachdem sie schon recherchierte, schaltete sich meine Vernunft zeitweilig um 50 % aus und ich liebäugelte auch so ganz leicht mit einem Kinderross, damit meine ich entweder ein Pony oder ein gutmütiges kleineres Pferd. Aber da die Eltern ja für solche Anschaffungen immer gerade stehen dürfen, informierte ich mich mal, was so ein Pferd denn alles so braucht und natürlich auch, was die Pferdebesitzerin und Reiterin dann alles benötigt.

Angefangen von Reitstiefeln über einen Stallplatz bis hin zu einer Pferdecke für jede Gegebenheit füllt sich schnell die Liste des benötigten Zubehörs rund um das Reitpferd. Wenn man jetzt nicht gerade den Pferdestall nebenan hat, keinen gut verdienenden Ehegatten sein eigen nennt und auch selbst nicht über ein beträchtliches zinsbringendes Vermögen verfügen kann, dann kann der Reitsport durchaus empfindlich an die finanzielle Substanz gehen. Auch wenn die einzelnen Posten auf den ersten Blick ganz günstig wirken, so summiert es sich doch und man braucht für eine Neuanschaffung mitsamt Pferd erstmal einen größeren Betrag übrig, den man investieren möchte.

Wir waren – als der Wunsch ganz besonders heftig war – dann innerhalb kurzer Zeit bei diversen Reitställen und Jugendfarmen, so dass sie für den Anfang mal ihre Gelüste auf Pferdestallgeruch stillen konnte und vor allem auch gleich mitbekam, dass ein Pferd nicht nur zum Ausreiten da ist, sondern vor allem auch gerne „äppelt“, was dann dem stolzen Pferdebesitzer obliegt, diese Äpfel aus der Box zu räumen.

Wie gesagt, wenn wir ländlicher wohnen würden, dann wäre das sicherlich alles viel einfacher. Aber mitten in der Stadt sind die Pferde dann doch zu weit weg und der Aufwand für meine Begriffe zu hoch. Momentan ist aber glücklicherweise gerade nichts vom Pferdewunsch zu hören, vermutlich liegt es am herbstlichen und damit hin und wieder nasskalten Wetter. Und ich als Mutter und Glucke bin natürlich auch froh, wenn das Kind nicht reitet. Mir gehen da sofort sämtliche Reitunfälle durch den Kopf, von denen ich je gehört habe. Da bin ich leider völlig unentspannt.

Sind eure Kids auch verrückt nach Pferden? Gibt es eigentlich auch Jungen, die unbedingt ein Pferd haben wollen oder sind das immer nur die Mädchen? Ich freue mich auf eure Antworten im Kommentar!

8 Kommentare

  1. Meine Mädels waren früher auch ganz verrückt hinter Pferden her,mittlerweile hat es sich aber gelegt,denke sie haben mit ihren 15 u 16 Jahren nun eher andere Dinge im Kopf:)

  2. Hi, was soll ich jetzt dazu sagen? Ein eigenes Pferd wollte ich früher natürlich auch uuuunbedingt haben, aber meine Eltern stellten sich quer 🙁
    Als ich meinen Mann kennen lernte hatte er 1 Pferd, 1 Großpony und 1 Kleinpony. Wir wohnen auf dem Land und haben den Stall auf dem eigenen Grund; mussten somit nur Heu, Stroh, Zusatzfutter, Tierarzt, Wasser, Hufschmied, Zubehör selbst zahlen; täglich mind. 1 Stunde Stall- und Pflegearbeit kam noch extra. Und das bei Wind und Wetter; im Sommer muss Wasser geschleppt werden (so 30 Liter können es pro Tier schon werden) und im Winter friert man sich nen A….
    Irgendwann war es finanziell einfach nicht mehr zu stemmen und wir mussten die beiden Großen verkaufen, haben nur das Shetty behalten, weil sie schon sehr alt war und bei uns ihr Gnadenbrot bekam.
    Mit anderen Worten, wir hatten ein Pony, das nicht mehr reitbar war, aber natürlich mussten wir uns trotzdem um sie kümmern.
    Etwa 1 Jahr später hatte sie dann solch massive Probleme mit Hufrehe, dass wir zunächst verschiedene Tierärzte konsultierten (natürlich immer mit ner passenden Rechnung) und eines Tages konnte sie dann gar nicht mehr stehen – ein Pferd das liegt kann aber nicht überleben, also mussten wir sie töten lassen.

    So viel Spaß es mit Pferden auch macht und so gerne ich heute einer Freundin in ihrem Stall helfe, Anfänger können nicht einschätzen, was es bedeutet tatsächlich ein eigenes Pferd zu haben und dafür die Verantwortung zu übernehmen.
    Es ist wie in einer Ehe "in guten wie in schlechten Tagen". Du reitest sie vielleicht 10 Jahre und dann hast Du sie nochmal 5 Jahre mit ein wenig Longenarbeit und Reiten im Schritt und dann nochmal 5 Jahre, wo sie nur noch Gnadenbrot bekommen, sich die Tierarztkosten aber erhöhen.
    Nur wer bereit ist, das zu akzeptieren wird glücklich – alle anderen sind entweder genervt oder reihen sich in die lange Liste derer ein, die einen "Gnadenplatz" für ihr Tier suchen und gleichzeitig schon wieder ein junges starkes Pferd im Auge haben, das sich wieder für ein paar Jahre reiten lässt.

  3. Hachja, mein Leben lang wollte ich ein eigenes Pferd… 10 Jahre lang hatte ich regelmäßig Reitstunden, das war eine wunderbare Zeit. Rückblickend muss ich sagen, hätten meine Eltern meinen Wunsch jemals ernst genommen, wäre mein Leben ein wenig anders verlaufen. Ich hätte nicht mit 17 ein halbes Jahr in Amerika verbringen können und würde vermutlich immer noch zu Hause wohnen und täglich zur Uni pendeln. Statt Wohnungsmiete würde ich Stallmiete bezahlen und vermutlich hätte ich nach dem Bachelor zu arbeiten begonnen, um mir das Pferd auch leisten zu können. Das alles hätte ich sicher gerne getan, kommt mir vom heutigen Standpunkt aber undenkbar vor. Ein eigenes Pferd ist immer noch so ein kleiner Traum, der nach wie vor in meinem Hinterkopf festsitzt. Aber ich weiß, dass momentan weder der Zeitpunkt noch der Ort dafür richtig sind.

  4. Ich wollte natürlich auch immer ein Pferd 😀 Um die Gelüste zu stillen durfte ich dann mit 6 Jahren mit einer Gruppe von Mädels immer mit einem Pony ausreiten. Mittlerweile reite ich jetzt seit fast 2 Jahren bei lieben Freunden, die ihre Pferde zu Hause stehen haben und ich reiten kann, wann ich möchte.
    Allein das Reitenlernen beim Reitlehrer kostet ein Vermögen. Ich nehme seit April 2012 jede Woche eine Reitstunde. Ich würde mir erst ein Pferd kaufen, wenn ich sage, dass ich gut reite. Ansonsten ist das eine echte Doppelbelastung.
    Richtig fies wird es ja erst, wenn der Tierarzt kommen muss – beim Pferd ist das alles 10x teurer.
    Aber ich kann eins immer wieder betonen: Reiten ist das absolut Beste <33 Da nimmt man auch Stallausmisten und diverse andere Tätigkeiten gerne in Kauf. 🙂

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