Geheimtipp für Kaffeetanten und -onkels

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Neulich war ich doch in Metzingen. Naja, so neulich war das jetzt auch nicht mehr, es ist mittlerweile schon wieder ein Monat vergangen. Aber ich berichtete euch damals davon und kündigte auch etwas geheimnisvoll an, dass demnächst noch eine Neuentdeckung von mir hier gebloggt würde.

Außer Kaffee, Espresso und Tee gibt es noch allerlei Zubehör
wie besondere Naschereien oder Kaffeetassen


Und jetzt ist es endlich soweit. Ich habe jetzt Zeit und Muse über diesen ganz besonderen Laden in Metzingen zu bloggen, den man unbedingt aufsuchen sollte, wenn man a) sowieso in der Outletcity unterwegs ist und b) ein Kaffee- oder Teeliebhaber ist, der auch noch Wert auf wirklich gute und geschmacklich ganz ausgezeichnete Produkte legt, die sich auf der Skala ganz weit entfernt von Industriekaffee befinden – und zwar im absolut positiven Sinne.

Grüne Kaffeebohnen vor der Röstung – übrigens kann man hier auch Original Kaffeesäcke günstig kaufen und daraus zum Beispiel Kissenbezüge nähen!

Da wären wir schon beim Stichwort: Kaffeekauf ist etwas für die Sinne. Ganz besonders werden da bei mir natürlich der Geruchs- und der Geschmackssinn angeregt. Alleine der Duft, wenn man in eine Tüte mit frisch gemahlenem Kaffee schnuppert! Meistens ist es ja dann so, dass der Duft weit besser ist als der Geschmack, aber nicht bei diesem Kaffee, den ich aus der Kaffeerösterei Rudolph mitgenommen habe.

Diese drei Kaffeesorten habe ich ausprobiert

Nach einer wirklich ausgiebigen Beratung nahm ich mir drei verschiedene Kaffees zum Probieren mit nachhause. Das waren die Sorten Ecuador Galapagos, Nepal Himalaya und Indien Bababudan Giri AA. Und genau in der Reihenfolge probierte ich sie auch zuhause.

Die Trommelröstmaschine, die genauso heißt wie die Dampflok bei Jim Knopf: Emma

Zunächst einmal verkostete ich den Kaffee aus Ecuador Galapagos, der aus dem Land der Riesenschildkröten und Vulkaninseln kommt, über das ich im Sommer mehrfach berichtet hatte. Dieser Kaffee hat ein vollmundiges kräftiges Aroma mit einer feinen Säure. Anfangs dosierte ich das Kaffeepulver etwas zu hoch. Dank des kräftigen Geschmacks braucht man meiner Meinung nach weniger Kaffeepulver um eine Tasse Kaffee aufzubrühen, ohne dass die Intensität des Geschmacks darunter leidet. Ein ganz hervorragender Kaffee fürs Frühstück, kräftig genug um wach in den Tag zu starten. Dieser Kaffee stammt aus kontrolliert biologischem Anbau.

Auch die Kaffeebehälter sind teilweise schon museale Kostbarkeiten

Meiner Meinung nach vom Geschmack her feiner kommt die Kaffeesorte Nepal Himalaya daher. Dieser Kaffee hat ein sehr ausgewogenes Aroma und auch eine fast nicht spürbare dezente Säure. Das ist mir sowieso bei den Kaffees aus der Rösterei Rudolph aufgefallen, dass sie wirklich keine spürbare Säure haben und damit auch sehr bekömmlich sind. Auf meine Nachfrage, warum das so ist, wurde mir erklärt, dass dies mit der Röstdauer zusammenhinge. Während industriell hergestellter Kaffee in 2-3 Minuten geröstet wird, dauert hier eine Trommelröstung ca. eine Viertelstunde – variierend nach Menge und Sorte. Außerdem wird nach Bedarf und nicht großartig auf Vorrat geröstet, was dann auch das tolle Aroma garantiert. Aber zurück zum Kaffee aus Nepal Himalaya, der auf der Liste unter der Nr. 21 zu finden ist. Dieser hat beim Deutschen Röstergilde-Wettbewerb 2012 die Silber-Medaille gewonnen. Außerdem werden die Kaffeebohnen ökologisch angebaut, fair bezahlt und direkt importiert, was natürlich auch erklärt, warum man hier kein Pfund Kaffee für 2,99 € bekommen kann.

Kaffeeaufbewahrung in handbemalten Keramikbehältern

Als dritten Kaffee probierten wir – natürlich habe ich den Kaffee jeweils nicht allein getrunken, auch wenn ich manchmal egoistischerweise nur in der Ich-Form schreibe – den Indien Bababudan-Giri AA, der dieses Jahr der Gewinner der Goldmedaille im Deutschen Röstergilde-Wettbewerb 2013 ist. Diese Medaille hat er meiner Meinung auch absolut verdient, da er geschmacklich wirklich ganz hervorragend ist. Auch hier wieder ein vollmundig rundes Kaffee-Aroma, das aber trotzdem sehr fein ist und leichte Gewürz- und Karmellaromen erkennen lässt. Dieser Kaffee befindet sich auf der Liste unter der Nr. 19 und kann wie alle anderen Sorten auch in Mengen zu 100 g, 250 g, 500 g oder 1000 g bestellt werden.

Alte Kaffeemühlen und ein Haushaltstrommelröster, wie ihn meine Oma
in schlechten Zeiten verwendete, um zuhause Getreidekaffee (Muckefuck) herzustellen

Je nachdem wieviel Kaffee getrunken wird würde ich hier lieber kleinere Mengen und dafür öfter bestellen als sich gleich einen Vorrat für Monate ins Haus zu holen. Das Aroma von frisch geröstetem Kaffee ist einfach um Klassen besser und das sollte man genießen. Wer nicht nach Metzingen fahren kann oder möchte, was ich aber absolut empfehlen würde alleine schon um diesen mit musealen Kostbarkeiten rund um das Thema Kaffee dekorierten Laden zu sehen, der kann natürlich auch per Telefon, Fax oder E-Mail bestellen, indem er sich die gewünschten Kaffeesorten einfach aus der Kaffeeliste aussucht. Es gibt übrigens auch eine Espressoliste und eine Teeliste.

Altes fußbetriebenes Kaffeesortierband für die Qualitätskontrolle der Bohnen

Die Kaffeerösterei Rudolph wird schon in dritter Generation geführt und ich denke, das merkt man, dass hier Wissen über Generationen weiter gegeben wurde. Ich bin übrigens mit Kaffeeduft aus einer Rösterei aufgewachsen, da bei uns im nachbarlichen Hinterhof eine mittlerweile längst nicht mehr existierende Kaffeerösterei war. Das war jedes Mal ein Genuss, wenn der Duft des frisch gerösteten Kaffees durch die Luft wehte! Aber zurück zur Kaffeerösterei Rudolph: Hier werden auch Röstkurse und Verkostungen angeboten, vielleicht wäre das ja ein Event für die Abteilung kurz vor Weihnachten oder einfach mal eine Möglichkeit, um in einer Clique mit Freunden einen interessanten Nachmittag oder Abend zu verbringen. Mehr Infos zu den Veranstaltungen gibt es auf der Website.

Alte Ladenkasse, das reinste Schmuckstück für die Zahlung in Mark und Pfennig!

Deswegen jetzt mein Geheimtipp: Fahrt zur Outletcity Metzingen, kauft euch chice Klamotten oder Handtaschen und nehmt das Geld, was ihr gegenüber des Originalpreises gespart habt und deckt euch mit richtig gutem Kaffee ein! Dann hat sich der Ausflug auf jeden Fall gelohnt!

Trinkt ihr auch gerne Kaffee? Wenn ja, wie muss für euch ein Kaffee schmecken? Und wie brüht ihr ihn auf? Maschinell oder von Hand, so wie ich?

5 Kommentare

  1. Sieht das toll aus! Da mag ich auch gerne einmal hinein gehen. Da habe ich gleich den Duft von frisch gemahlenen Kaffee in der Nase! Als Kind des Ostens bin ich ja mit der ganzen Bohne aufgewachsen 😉 Wir haben jetzt eine Kaffeemühle auf dem Dachboden gefunden und die Kinder drehen total gerne daran herum. Beim nächsten Einkauf werde ich mal wieder ganze Bohnen kaufen und die Filtermaschine ansehen. Ansonsten gibt es für die eine Tasse die ich brauche eine Kapselmaschine.

    Liebe Grüße
    Romy

    • Ja, dieser Laden ist wirklich sehenswert! Es ist das reinste Museum rund um die Kaffeeherstellung und -zubereitung. Und man erfährt wirklich auf diesen vielleicht 100 Quadratmetern Ladenfläche mehr oder weniger live dabei die Herstellung von der grünen Bohne bis hin zum aufgebrühten Kaffee, wenn man mag. Ich vergaß zu erwähnen, dass es einen kleinen Raum gibt, in dem man frisch gebrühten Kaffee trinken kann.
      Also, wenn wir mal das nächste Bloggertreffen haben – vielleicht im Raum Stuttgart – dann machen wir einen Ausflug nach Metzingen!
      LG
      SvL

    • Ja, der Laden ist wirklich toll! Wenn du mal zu einem Bloggerevent südlich von Ffm kommst, dann solltest du da unbedingt vorbeischauen – mit mir …
      Kaum hatte ich das bei dir gesehen mit den Bewertungen, schon war es bei mir auch plötzlich da. Komisch, oder!?
      LG
      SvL

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