Die Zuckerbuden sind auch was für große Zuckerschnuten

…ist für dieses Jahr wieder das Cannstatter Volksfest auf dem Wasen, das Äquivalent zum Münchner Oktoberfest und gleichzeitig das zweitgrößte Volksfest Deutschlands. Dieses Jahr sollen wohl noch mehr Besucher auf dem Wasen gewesen sein als im Vorjahr, zumal das Wetter ja weitgehend rummeltauglich war.

Fahren würde ich damit nie!

Eltern werden von ihren Kindern ja regelmäßig dazu verdonnert, auf den Jahrmarkt zu gehen, weil die Kids natürlich alle möglichen Fahrgeschäfte ausprobieren möchten und je nach Modell des Karrussells oder der Achterbahn ist bis zu einem gewissen Alter der Kids auch die Begleitung Erwachsener angesagt. Nur, ich mag das Zeug so überhaupt nicht, zumindest nicht, wenn ich selbst drin sitze und mich wohl oder übel den Flug- und Schwerkräften ausliefern und fast übergeben muss.

Die beiden wirken wie Puppen

Ich erinnere mich an eine Fahrt vor ein paar Jahren, als das Kind noch im Kindergarten war und unbedingt mit irgendso einem Drehding mit Wellenbewegung und wasweißich fahren wollte. Wohl oder übel fuhr ich mit, sie durfte zwar, aber nur eben in meiner Begleitung mitfahren. Sie fand es ganz toll und ich war mit Sicherheit anschließend grün im Gesicht. Zumindest fühlte ich mich so…

Karrussell fahren in luftiger Höhe

Kleine Kinder haben wohl noch keine Probleme mit dem Gleichgewichtsorgan, das sich im Innenohr befindet. Deswegen findet man auf Segeltörns auch selten kotzende Kinder an der Reeling, sondern immer nur Erwachsene, die die Fische füttern. Übrigens haben Hunde und Katzen auch keine Probleme mit dem Gleichgewichtsorgan – nur mal so zur Info, falls jemand mal mit seiner Dänischen Dogge Achterbahn mit Doppellooping fahren möchte…

Optisch fand ich dieses Fahrgeschäft sehr schön

Neptun oder Poseidon war auch irgendwo festgeschraubt

Dieses Jahr erbarmte sich meine Schwester mit ihrer Nichte auf den Wasen zu gehen. Wunderbar, dachte ich, da hänge ich mich gleich mit an und wir trennen uns dann direkt auf dem Volksfest, um uns ein paar Stunden später wieder zu treffen. Dann konnten die beiden in Ruhe ihren Kreislauf in Schwung bringen, während ich in den Genuss kam, das Volksfest in schönstem Twilight fotografieren zu können, eine meiner Lieblingslichtstimmungen. Wir waren Mittwochabend, am Familientag, an dem angeblich die Preise günstiger sein sollen. Die sind aber nur für ausgewählte Speisen oder Fahrten etwas reduziert, im Grunde genommen kaum bemerkbar.

Sieht das nicht wunderbar nostalgisch aus?
Fly me to the moon…

Trotz Familientag war es abends gar nicht mal so voll. Man kam gut durch die Gänge, ohne in Körperkontakt mit den anderen Besuchern zu geraten. Das Wetter war noch astrein, mild sogar und vor allem trocken. Also super fürs Kind und super für die Tante und für die Mutter (<- das bin ich) sowieso.

Jeder kaputte Luftballon gewinnt…

Tags drauf war ich schon wieder für den Wasen verabredet. Dieses Mal mit einer Freundin um die morgendliche bzw. vormittägliche Tristesse zu fotografieren. Jahrmarkt ohne Besucher hat was. Noch geschlossene Buden, alles wirkt verschlafen und außer den Marktbeschickern und den Budenbesitzern ist noch fast niemand unterwegs.

Kinder lieben es auf den Schultern der Väter durch den Jahrmarkt getragen zu werden!

 
Im Unterschied zum Mittwochabend regnete es Donnerstag ohne Ende. Es regnete so stark, dass ich über meine halbwegs wasserdichte Outdoorjacke und über den wasserundichten Rucksack noch einen schwarzen Regenmantel zog und damit aussah wie ein kleines, buckliges Wesen. Ich hoffe nur, Frau Kokelores hat mich nicht heimlich fotografiert und macht mein OOTD für die Öffentlichkeit zugänglich…

Wer ist jetzt echt und wer gehört zum Equipment?

Für meinen Fotoapparat hatte ich mir dann eine ganz besondere Plastiktütenschutzhülle konstruiert. Es muss bestimmt seltsam ausgeschaut haben, wie ich mit einer halb die Augen verdeckenden Kapuze, einem ordentlichen Buckel unter dem Mantel und einer Plastiktüte vor dem Bauch durch den Wasen gestiefelt bin. Normalerweise sieht man da ja eher die feschen Mädels und Buben in der bajuwarischen Tracht entlehnten Klamotten, die es mittlerweile sogar als Aktionsware beim Discounter gibt. Nun gut, aber ich war schon immer etwas individueller.

Kinderkarrussell ohne Kinder

Das Fotografieren machte jedenfalls auch bei Regen viel Spaß, auch wenn der eine oder andere Regentropfen zwischendurch meine Kameralinse trübte und ich diesen dann einfach mit der Innenseite meines Pullovers wieder abwischte. Da wird so manch einer den Kopf drüber schütteln, aber ich hatte extra einen Pulli an, der nicht kratzte.

Backebacke Kuchen…

So gefällt es mir auch im Bierzelt!

Wenn es regnet und wenn man vormittags unterwegs ist, dann kann man sogar ins Bierzelt gehen, ohne von einer trunkenen, grölenden Menschenmenge erschreckt zu werden. Das war dann für uns auch die Gelegenheit, mal ein Bierzelt von innen anzuschauen, es einmal zu durchrunden, über die Menge von nackten Hühnern an der Stange zu staunen, um das Zelt dann flugs auch wieder zu verlassen ohne ein Maß oder ein Göckele konsumiert zu haben.

Kapitaler Hirsch auf dem Volksfest gesichtet

Das Volksfest hat mich als Kind natürlich fasziniert, vor allem erinnere ich mich noch recht gut an den Geruch und genau dieser gefällt mir heute noch. Und meine Eltern erzählen meist mit leuchtenden Augen, wie sie mit mir das erste Mal auf dem Wasen waren und ich auf den Schultern meines Vaters saß, damit ich auch etwas sehen konnte. Sie waren wohl auch in der Dämmerung mit mir dort und die vielen bunten Lichter, die ich dort sah, haben mich wohl vor lauter Aufregung zittern und beben lassen im zarten Alter von vielleicht zwei Jahren. Das muss wohl eine prägende frühkindliche Erfahrung gewesen sein, denn die Fahrgeschäfte interessieren mich auch heute noch in erster Linie wegen ihrer Lichter.

Hier geht’s rund!

Später dann, als ich schon in der Schule war und wir auch jährlich eben einmal auf den Wasen mussten, war das attraktivste für mich dort nach wie vor die Atmosphäre und die Lichter, aber auch die Süßigkeiten, die man damals nur auf dem Wasen oder dem Weihnachtsmarkt bekam, wie lose Lakritzschnecken, meterlange Lakritzstangen, türkischer Honig, Zuckerwatte und gebrannte Mandeln. Mir scheint, ich bin eher der visuelle und verfressene Typ…

Hier werden Anweisungen erteilt

Jetzt ist erstmal wieder Schluss mit lustig, für dieses Jahr hat sich’s ausgerummelt und wir wenden uns wieder dem Ernst des Lebens zu. Naturgemäß ist, sobald das Volksfest vorüber ist, auch das Jahr bald vorbei. Nach dem Volksfest kommt meist nicht mehr viel und es ist schon fast an der Zeit, sich die ersten Gedanken um Weihnachten zu machen. Aber eines habe ich noch: ein paar meiner Jahrmarktbilder habe ich hier eingestellt, einfach mal reinschauen, vielleicht gibt es ja eine kahle Wand in der Wohnung, die ein Bild gut vertragen könnte!

Nächstes Jahr wieder auf dem Cannstatter Wasen

1 KOMMENTAR

  1. ohh woow deine Bilder sind immer so super schön,da vergess ich manchmal glatt das lesen und schau erstmal alle Fotos vom Beitrag an;)
    Ich selbst mag ja Kirmes und Co,nur leider gibt es davon hier in der Gegend nicht so viele.

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