Schulgeschichten #2

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Hin und wieder mal muss man sich einfach wundern, vor allem dann, wenn man schulpflichtige Kinder hat und deswegen immer mal wieder Geschichten hört, die manchmal einfach nur ein Kopfschütteln hervorrufen, verständnislos versteht sich, oder manchmal auch zum Aufreger der Woche werden.

Verständnisloses Kopfschütteln hat bei mir beispielsweise das gestrige Erlebnis ausgelöst. Die Kinder von Klasse zwei bis vier haben Donnerstagnachmittag immer altersgemischten projektbezogenen Nachmittagsunterricht. Eine Projektgruppe läuft acht Nachmittage lang und dann wird wieder neu gemischt. Also zum Beispiel acht Nachmittage lang lernt man Stricken und anschließend ist man acht Nachmittage lang mit Experimenten beschäftigt.


Jetzt hat meine Tochter aktuell das Thema „Freies Malen“, was eben jetzt acht Nachmittage lang Thema sein wird und nicht an der Schule, sondern in einem zu Fuß in zehn Minuten erreichbaren Raum stattfinden wird. Soweit so gut. Ausgerechnet gestern, am ersten Nachmittag dieses Projektes, waren Handwerker in diesem Raum. Also musste ein Ersatzort her, um freies Malen praktizieren zu können. Was macht man? Man fährt in eine Schule, die in einem Außenbezirk liegt und zu der man mit dem ÖPNV gut und gerne mindestens 30 Minuten unterwegs ist – einfache Fahrt versteht sich.

Zur Verfügung stehen zwei Schulstunden, also 90 Minuten. Wir rechnen zweimal 30 Minuten Fahrtzeit und ein bißchen Trödeln hinzu und kommen dann auf eine effektive Malzeit – nicht Mahlzeit! – von sage und schreibe maximal 20 Minuten. Und was lernen die Kinder dabei? Dass Straßenbahnfahren schön ist und man eine gute Aussicht von der alten Weinsteige über Stuttgart hat… und dass manche Schulen in den Außenbezirken aussehen wie Behelfsprovisorien und nur Wände aus Pappe haben (laut meiner Tochter).

Und ich frage mich, warum kann man dann das freie Malen nicht einfach im eigenen Schulhof praktizieren, zumal ja wunderschönes Wetter war und die Kids dort auch Bäume, Sträucher, Architektur oder sonstwas hätten malen können. Oder bin ich da als Mutter zu verbohrt und zu sehr auf das Thema fixiert als dass ich verstehen könnte, dass die Fahrt an sich schon Teil des Freien Malens ist!?

Natürlich kamen sie dann gestern eine geschlagene halbe Stunde später zurück als geplant. Ich hoffe nur sehr, dass das zukünftig nicht so sein wird, da wir einen der knappen und begehrten Theaterspielplätze ergattert haben und das Kind zukünftig an diesem Wochenende ohne Verzögerung direkt nach der Schule zu den Proben muss.

Gibt es bei euch an den Schulen auch solche Aktionen, die für Eltern nur schwer verstehbar sind? Oder habe ich vielleicht einen an der Waffel, weil ich eine Stunde Wegezeit gegenüber maximal einer halben Stunde Unterricht unangemessen finde? Schreibt mir eure Meinung dazu im Kommentar!

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