Schulessen…

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Drei Jahre nun hat mein Töchterlein mittags in der Schule gegessen. Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir Eltern kurz vor der Einschulung unserer Sprösslinge in einem Info-Elternabend saßen und uns die wärmsten Empfehlungen des damaligen Rektors haben anhören dürfen, u. a. dass das Schulessen ganz toll, BIO und überdies sehr günstig sei.

Gut, dachte ich damals, dann melden wir das Kind eben an. Für 2,50 € selber kochen ist fast nicht möglich, dachte ich, und da sie ohnehin in der Kernzeitbetreuung sein würde, war das mit dem Essen ja auch überaus praktisch.

Mit der Zeit stellte sich dann heraus, dass entweder der Rex ein guter Verkäufer oder ein miserabler Feinschmecker sein musste. Das Kind, normalerweise kein Kostverächter, beklagte sich zunehmends nicht nur über adipöse und pampige Köchinnen, sondern auch über die Qualität des Schulessens. Und ich glaubte ihr – bedingungs- und beweislos, weil ich selbst als Kind mit miserablem Schulkantinenfraß gestraft war. Ich weiß, was man den Unmündigen auftischt und was man den Eltern versucht, schmackhaft zu machen. Vermutlich deswegen, weil die meisten Kinder bei Tisch auch zuhause schleckig sind und lieber Pommes mit Schnitzel wollen, statt einem g’scheiten Mittagessen.
Aber nicht mein Kind – es probierte schon früh allerlei Gutes und hat einen entsprechenden Geschmacksinn ausgebildet, der fernab von Pommes, paniertem Schnitzel oder Nudeln mit Tomatensauce schon richtig gute Sachen mag.

Deswegen nahm ich die letzte Preiserhöhung auf 3,25 € zum Anlass, meine Tochter nicht mehr in der Schulkantine essen zu lassen. Übrigens mit mir noch mehr Eltern, die es nicht mehr einsehen, soviel Geld für gekochte *Ichdenksjetztnur* auszugeben.

Nur was dann? Irgendwas Warmes brauchen die Kleinen ja spätestens im Winter, wenn es draußen knackige Minusgrade hat und man am liebsten zwei Liter Linseneintopf löffeln würde!?

Derzeit zerbreche ich mir also jeden Tag aufs Neue den Kopf, was ich abends kochen könnte, das am nächsten Mittag auch noch erkaltet als Mittagessen genießbar ist. Bestimmte Dinge scheiden hier von vorne herein aus. Oder wer mag gerne erkalteten Käse auf Pizza? Oder kalte, fettige Bratkartoffeln mit kaltem Spiegelei und kaltem Spinat?

Momentan läuft es also in erster Linie auf Nudel- oder Reisgerichte raus, die man durchaus auch noch kalt genießen kann. Für den Winter, der dieses Jahr übrigens wieder seine gnadenlose Eiskralle zeigen soll, überlege ich mir noch, welches Thermogefäß ich am besten zum Transport im Schulranzen anschaffen sollte. Vielleicht hat ja einer eine Empfehlung. Dicht soll es sein, nicht wegen den Schulbüchern, sondern wegen dem schönen Ranzen, warm soll es bis mindestens 13 Uhr halten und nach chemischen Giftstoffen darf es auch nicht stinken. Also her mit den Empfehlungen! Es gibt doch bestimmt genügend Leute hier, die täglich ihr Mittagessen mit ins Büro oder in die Uni nehmen. Was verwendet ihr dafür!?

Ich werde dann hier mal sporadisch meine Rezepte und Erfahrungen posten. Ich könnte mir vorstellen, dass es durchaus noch ein paar LeserInnen gibt, die da auch Interesse dran haben, etwas Abwechslung in ihren Speiseplan zu bringen.

Und falls hier jetzt ein Online-Shop-Inhaber für Bento-Boxen, Thermo-Gefäße und ähnliches Zeug mitliest: Ich teste und berichte gerne, weil ich selber momentan noch nicht weiß, was das Richtige sein wird!

Hat irgendjemand schon irgendwelche Rezepte und Tipps für mich? Lunch-to-go für Schulkinder, Bento-Boxen oder Thermo-Eimer, die sich auch im Schulranzen verstauen lassen?! Nur her damit, meine Kommentarfunktion freut sich und ich mich auch!

3 Kommentare

  1. Hallo Sabine,

    geht Dein Sohn in dieselbe Schule wie meine Tochter? Erst letzte Woche habe ich mit der Gemeinde telefoniert da der Preis ohne Ankündigung und Absprache erhöht wurde, im Gegenzug das Essen immer schlechter wird.

    Bei uns gibt es so schmackhafte Gerichte wie Schweinskopfsülze oder Dicke Bohnen mit Speck für die Kinder. Meine Tochter ist mäkelig, deshalb habe ich mich bei anderen Eltern umgehört: Selbes Problem.

    Bei der Gemeinde wurde mir auch gesagt, die Bestellungen brechen ständig weiter ein, inzwischen lohnt es sich fast garnicht mehr die Schule überhaupt noch zu beliefern. Anderer Service wäre sehr viel teurer. Nur in einer Ganztagsschule kein ordentliches Mittagessen? Passt nicht. Spaghetti als Ausweichgericht für 3,50 Euro die Portion finde ich mehr als unverschämt. In anderen Schulen wird einfach ein Nudeltopf mit dazugestellt, wenn ein Kind doch mal das bestellte Essen so garnicht mag.

    Die Idee mit dem Thermobehälter ist ja prima. Das werde ich bei Dir verfolgen, interessiert mich auch.

    Wenn das Essen gut wäre, wäre ich auch durchaus bereit einen höheren Preis zu zahlen. Nur die meisten Eltern wollen für 3 Euro ein 3-Gänge-Menü, das geht eben nicht. Sehe ich auch ein. Hatte mir das so schön vorgestellt, Kind futtert in der Schule, ich muss mir keine Gedanken machen das sie mittags nur ein Brot bekommt. Schade, hoffe das es in der weiterführenden Schule nächstes Jahr besser wird. Da liefert ein anderes Unternehmen.

    • Liebe Ellen,

      man könnte fast meinen, dass meine und deine Tochter die gleiche Schule besuchen. Ich fürchte nur, dass es wohl überall ähnlich gehandhabt wird und die Eltern einfach mehr oder weniger vor vollendete Tatsachen gestellt werden, getreu dem Motto "Vogel friss oder stirb".

      Das will ich doch hoffen, dass unter solchen Umständen die Nachfrage stagniert und ich freue mich über jeden bei uns, der da nicht mitmacht. Problem ist nur, dass es dann eben wieder als Mehrarbeit bei den Eltern hängen bleibt…

      Es muss natürlich kein 3-Gänge-Menü für diesen Preis geben, aber Schweinskopfsülze mit dicken Bohnen und Speck sehe ich jetzt auch nicht unbedingt als Idealverpflegung für Grundschüler an. Gute, einfache Kost, aber schmackhaft zubereitet, das müsste doch machbar sein!

      LG
      SvL

  2. Ich finde es auch immer übel, wie unsere Kinder als Versuchskaninchen missbraucht werden. An der Schule unserer Jüngsten, sind alle paar Wochen andere Azubis dafür zuständig Nudeln kochen zu lernen … Mal zu hart, mal zu weich und der Rest ist auch komplett ungenießbar. Nun wurde eine Salatbar eingeführt – an sich ein guter Ansatz. ABER: Töchterchen ist jetzt in der Oberstufe. Und da geht man offenbar davon aus, dass kein Essen mehr benötigt wird, weil für die Großen gar keine Mittagspause mehr vorgesehen ist. Ein Mädchen hat einen Wasserkocher mit in die Schule gebracht und kocht im Klassenraum mit Duldung der Lehrer ihr Wasser und gießt anschließend damit eine 5-Minuten-Terrine auf, die sie dann letztlich im Unterricht essen muss.
    Über Qualität von 5-Minuten-Terrinen kann man gerne streiten, aber nicht darüber, dass es echt skandalös ist, dass die Kinder zu solch abstrusen Mitteln greifen müssen um Treibstoff für ihr Hirn und was Warmes für den Magen zu bekommen.
    Liebe Grüße
    Petra

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