Rezension „Das Brotbackbuch“ von Lutz Geißler

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Vor einigen Wochen erhielt ich Das Brotbackbuch von Lutz Geißler über den Ulmer Verlag zur Rezension. Dieses Werk – anders kann man es nicht nennen – ist ein Kompendium rund um die hohe Kunst des Brotbackens, das nicht nur mit sehr guten Brotrezepten aufwartet, sondern noch allerlei Wissen rund um die Brotbäckerei vermittelt, wie man es sonst nicht in dieser Ausführlichkeit findet.


Der Autor Lutz Geißler, der irgendwann mal das Brotbacken zu seinem Hobby machte und anfing auf dem Plötzblog darüber zu schreiben, ist eigentlich von Beruf Geologe. Genau diese Kombination aus Wissenschaftler und Hobbybäcker muss wohl zu diesem wirklich sehr ausführlichen und in allen Ecken der Backkunst ausgeleuchteten Werk geführt haben. Mein erster Eindruck, als ich die Rezepte überblätterte, war, hier hat einer fast eine Doktorarbeit über das Backen geschrieben – wohlgemerkt über das Brot backen.

Wenn man sich die Rezepte anschaut, so sind diese in der ersten Hälfte des Buches fein säuberlich nach Schwierigkeitsgraden unterteilt, so dass sowohl der ungeübte als auch der erfahrene Hobbybäcker hier das Brotrezept findet, das seinem Können und Wissen entgegen kommt. Aber das ist es noch nicht, was das Buch zu einem fast schon wissenschaftlich aufbereiteten Werk macht. Es ist die Art, wie jedes Rezept akribisch aufgeschrieben und aufgeschlüsselt wird.

Zuerst liest man eine kurze allgemeine Beschreibung über das jeweilige Brot, beispielsweise dass es ein Allrounder ist und sowohl für süße Aufstriche als auch für herzhaftes geeignet sei. Das hilft schon einmal bei der Entscheidung, ob es dieses Brot sein darf oder ob man doch nach etwas speziellerem suchen möchte.

Hat man sich entschieden, das Rezept genauer anzusehen, erfährt man in einer kurzen Zusammenfassung, aus welchen Mehlen das besagte Brot zubereitet wird, welche einzelnen Arbeitsschritte nötig sind und wieviel Zeit jeweils erforderlich ist.

Man erfährt die effektive und absolute Zubereitungszeit des Brotes, man lernt Begriffe wie Teigeinlage und Teigausbeute kennen und man bekommt die einzelnen Zutaten nicht nur in Gramm angezeigt, sondern auch gleich deren prozentualen Anteil am gesamten Teig, so dass eine Umrechnung für andere Mengen leicht fällt.

Erst nach diesen Aufschlüsselungen geht es dann zum ausführlichen Rezept, bei dem man noch einmal in klarer Sprache die einzelnen Arbeitsschritte, Temperaturen und Zeiten nachlesen kann.

Ein Brotrezept umfasst hier drei Seiten, aufgeteilt in eine ganzseitige Abbildung des Brotes, der Übersicht und den eigentlichen Arbeitsgängen, die oft auch noch mit Tipps und Zusatzinformationen versehen sind.

Die zweite, kleinere Hälfte des Buches ist mit jede Menge interessantem und nützlichem Wissen rund um das Brot backen gefüllt. Hier gibt es Tipps, wie man das Brot backen richtig plant, was ja bei einer absoluten Zubereitungszeit von beispielsweise 22 – 24 Stunden auch richtig eingeteilt sein möchte.

Außerdem findet man tabellarisch aufgelistet das wichtigste Backzubehör, dessen Funktion, eine Alternative zum Zubehör sofern möglich und den ungefähren Preis – auch hier hat meiner Meinung nach wieder der akribisch dokumentierende Wissenschaftler zugeschlagen. Das gefällt mir wirklich gut, weil man alle wichtigen Informationen übersichtlich und gut auffindbar in diesem Buch vor sich hat.

Gut gefallen haben mir auch die grafischen Anleitungen, mit deren Hilfe man den Teig von Hand kneten, wirken, dehnen oder falten kann. Ich hätte nicht gedacht, dass man hier so viele unterschiedliche Handbewegungen anwenden kann. Das mutet ja fast wie die Ausbildung zum staatlich geprüften Masseur an!

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Das Brotbackbuch mit Sicherheit das wohl ausführlichste Buch zum Thema sein dürfte, was derzeit in deutschen Buchhandlungen in der Abteilung Kochen & Backen zu finden ist. Zumindest habe ich beim Stöbern nichts entdeckt, was auch nur annähernd diesem Buch das Wasser reichen könnte.

Ich hätte jetzt gerne meine Begeisterung über dieses Buch noch damit untermauert, dass ich von meinen Erfahrungen beim Ausprobieren der Rezepte berichte. Aber in den vergangenen Wochen während der Sommerferien war es mir leider nicht möglich, in den praktischen Teil einzutauchen. Doch das wird sich jetzt ändern und ich werde so bald wie möglich mein Erstlingswerk nach diesem Buch backen und bei Gelingen darüber berichten. Da die verschiedenen erforderlichen Mehlsorten nicht unbedingt im Handumdrehen zu finden sind, werde ich sicherlich auf die im Anhang des Buches beschriebenen Herstelleradressen und Onlinehändler zurück greifen – auch ein Detail, was dieses Buch so wertvoll macht.

Wer also jetzt im Herbst die kühlere Witterung mit einer erwärmenden Tätigkeit ausfüllen möchte und zudem auch noch ein Faible für richtig gutes Brot hat, dem sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt. Brot backen – ein ideales Projekt wenn’s draußen wieder kühler wird!

Das Brotbackbuch
Grundlagen & Rezepte für ursprüngliches Brot
Autor: Lutz Geißler
Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: Ulmer (Eugen) (4. Juli 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3800179571
ISBN-13: 978-3800179572
Preis: € 24,90

4 Kommentare

  1. Ich backe sehr gerne Brot <3 Im Moment gibts bei mir ein Rezept zum Bananenbrot. Wirklich sehr lecker.

    Ich wünsche euch viel Erfolg beim Backen! Selbstgemachtes Brot schmeckt soviel besser, als gekauftes ^^

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