Stall? Nein, Zelt mit Strohbetten

Nach zwei Wochen Urlaub in der Wildnis haben wir am Samstag das Frollein Tochter wieder nachhause geholt. Wir haben’s uns wirklich überlegt, sollen wir oder wollen wir doch nicht…

Freude! Dieses wilde Kind da oben kommt mir so bekannt vor…

Nein, es gab natürlich keine andere Möglichkeit, als die zwischen 11 und 13 Uhr anberaumte Abholmöglichkeit wahrzunehmen. Deswegen landeten wir auch pungtgenau um 11:47 Uhr vor den Toren zum Zeltlager und wurden da schon vom Kind erwartet, das auf einem Container thronte, von wo aus es mit zwei Campgenossinnen Ausschau hielt, wessen Eltern denn jetzt kämen.

So sieht ein Kind nach zwei Wochen Zeltlager aus 😉

Die Freude war dann doch groß, nachdem wir uns erkannt hatten. Das war gar nicht mal so einfach, da ich mein Kind etwas anders in Erinnerung hatte. In nur zwei Wochen war aus ihr ein echtes Naturkind geworden, leicht tarnfarben, leicht angefilzter Schopf und Klamotten, die man locker in die Ecke hätte stellen können. Wir haben sie natürlich trotzdem mitgenommen – auch das bleischwere Gepäck, das in erster Linie fast nur noch aus klammen bis feuchten Sachen bestand. Ich weiß gar nicht, ob man sich da noch wohl fühlt, wenn alle Klamotten voller Morgentau sind. Aber eines war schon toll: sämtliche Klamotten und das Kind selbst dufteten nach frischem Stroh, richtig schön ländlich und ziemlich urtümlich.

Wir nehmen das Eis nur noch farblich passend zum Sweater

Von vier Paar Schuhen war definitiv nur noch eines anziehbar, sprich: trocken. Von außen zwar voller Lehmkruste, aber innen wohl noch gemütlich trocken. Wir schnappten also Kind und Gepäck, verabschiedeten uns und meldeten das Kind ordnungsgemäß ab und düsten dann gen Heimat. Zwischendurch und mit Blick zur Burg Hohenzollern machten wir noch Rast und nahmen ein kleines Mittagessen zu uns. Dort gab es dann auch noch eine farblich äußerst reizende Kugel Eis zum Nachtisch fürs Kind und anschließend noch fröhliches Alpaka streicheln im angeschlossenen Streichelzoo. So wurde dann auch der Abschied von zwei Wochen Zeltlager etwas versüßt und die anfänglich sentimentale Stimmung war dann schnell verflogen.

Noch ein Weilchen auf dem Spielplatz im Streichelzoo

Zuhause angekommen war die erste Tat wirklich die, das Kind einmal in den Vollwaschgang zu geben, Vorwäsche, Hauptwäsche und anschließendes Weichspülen – und ich hatte, nachdem ich die angefilzten Haare endlich Strähne für Strähne durchgeackert hatte, wieder ein schönes, frisch duftendes, gepflegtes Kind zuhause.

Frisch gewaschen, gefönt und gestylt

Die zwei Wochen haben ihr jedenfalls so gut gefallen – und ihrer Freundin auch – dass für mich bereits jetzt feststeht, wo sie einen Teil der nächsten Sommerferien verbringen wird! In diesem Sinne auch ein ganz großes Dankeschön an die Veranstalter, Betreuer, Aufpasser, Entertainer, Bekocher, Verarzter usw. usf. – natürlich auch jeweils in der weiblichen Form.

Zwei Wochen alleine, also ohne Mutter, Tante, Oma, Onkel oder sonst welche gewohnten Personen im Urlaub, das war wieder einer der BigDays des Kindes in diesem Jahr. Scheint so, als ob sie jede Menge große Schritte nach vorne macht und immer selbstständiger wird.

Leider ging ihr Fotoapparat schon am zweiten Tag in die ewigen Jagdgründe über, da er den Dauerregen an diesem Tag nicht verkraftet hat. Deswegen habe ich außer ein paar Grüne-Blätter-im-grünen-Wald-Fotos keine Bilder vom Töchterlein bekommen. Auch keine von den GORE-TEX®-Schuhen im Einsatz. Da müssen wir dann nochmal speziell auf Fototour gehen, bevor ich meinen Testbericht dazu schreibe.

Gibt es unter euch Outdoor-Profis, die mir Tipps geben können, wie wir das Gepäck nächstes Jahr zusammen stellen können? Ich denke hier speziell an den Aspekt, dass die Klamotten nicht wieder alle feucht und klamm werden. Wer zum Beispiel segeln geht, hat ja mit den gleichen Problemen zu kämpfen. Was macht man damit man 2 Wochen lang trockene Kleidung zur Verfügung hat? Über eure Antworten als Kommentare freue ich mich!

3 KOMMENTARE

  1. Ehrlich gesagt hatte ich erwartet, dass sie auf Betten liegen, einer Pritsche oder einer Luftmatratze. Strohbetten, das hätte ich nicht erwartet. Ist ja cool! Würde ich auch mal machen, aber eine Nacht würde mir da reichen. Wir sind ja auch oft im Garten und Zelten dort auch immer mal, aber 14 Tage am Stück, puh, nö, das wäre selbst mir zuviel. Ich habe leider keinen Tipp parat, wie man die Klamotten 14 Tage trocken hält. Außer du verstaust alles vakkuumsicher in Plastikbeuteln, weiß nicht, ob es da schwitzen kann?

    Schön, wenn die Familie wieder komplett ist, gell.

    LG Romy

    • Das Stroh wurde auf Europaletten aufgeschüttet, zwecks besserer Isolierung wegen der Bodenfröste oder so ähnlich. Darauf lagen dann diese Sackleinendecken und darauf wiederum die Isomatten und auf denen dann die Kinder in Schlafsäcken. Laut Tochter war es nachts im Schlafsack kuschelig warm – gefroren haben sie nur abends bevor sie in der Falle waren, weil es da oben doch empfindlich abkühlen kann.
      Ich dachte auch schon, man müsste das Zeug vakuumieren. Aber so wie ich mich mein Kind kenne, werden dann in den ersten drei Tagen sämtliche Sachen aufgerissen und durchprobiert und dann ist der erwünschte Effekt auch im Eimer 😉
      Ja, schön, die Familie fast wieder komplett ist – ich warte noch auf die Ecuadorianer …
      LG
      SvL

  2. Ich hatte doeses Jahr in einem DLRG Zeltlager Kinder mit Rollenboxen gesehen. Aber ob die die (Luft)Feuchtigkeit auch wirklich abhalten?
    Das sind übrigen keine Europaletten, sondern speziell hergestellt für das Zeltlager.

    Gruß von einem Insider

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