Verlängertes Wochenende in München #3

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Sonntags wachten wir auf und brauchten gar nicht erst groß aus dem Fenster zu schauen, um zu ahnen, wie es da draußen aussah: alles nass, grau, regnerisch! Toll! Meine Motivation, großartig etwas zu unternehmen, sank ein wenig gegen Null. Aber nach einem ausgiebigen Frühstück und nachdem wir uns das Sonntagsmärchen angeschaut hatten (Dornröschen, gedreht unter anderem auf der Burg Hohenzollern, wie Töchterlein richtig erkannnte), machten wir uns dann doch auf den Weg. Genauer gesagt, das Kind scheuchte die alte Mutter raus…

Das Wetter vor dem Hotel sieht nicht gerade einladend aus

Wir überlegten uns, heute mal in die andere Richtung zu fahren. Also nicht nach München, sondern zum Beispiel mal ans Wasser – wenn es schon regnet… Mit der S-Bahn fuhren wir zuerst wieder nach Pasing und dann stiegen wir in die Bahn nach Starnberg um. Die lag noch genau auf der Grenze des Gültigkeitsbereichs meiner Single Tageskarte XXL. Glück gehabt! Die Bahn war ziemlich leer, was mir angesichts der Witterungsverhältnisse auch absolut verständlich war.

Ist eigentlich schon Herbst?

In Starnberg angekommen retteten wir uns gleich unters Dach des Bahnsteigs, aber leider bestand das nur aus unbelegten Stahlträgern. Das, was man zuerst für ein ziemlich sauber geputztes Glasdach hielt, war einfach kein Dach. Also schnell den Schirm aufgespannt und in Richtung Uferpromenade gegangen.

Sinfonie in Grau

So richtig viel bietet so ein nasser See natürlich nicht bei Dauerregen. Deswegen gingen wir jetzt auch keine allzu große Strecke entlang des Ufers, sondern machten als echte Touristen kurz die Beweisfotos, dass wir da waren, beobachteten wie die Leute aus dem Ausflugsdampfer ausstiegen und Töchterlein knipste noch voller Hingabe einen Schwan in allen Positionen. Dann waren wir auch schon relativ ausgekühlt und beschlossen, noch gemütlich in ein Café zu gehen.

Das Lokal unserer Wahl war das Café Prinzregent, mangels Alternativen und weil so viel Wasser vom Himmel fiel und somit die Lust, großartig Starnberg zu erkunden, auf ein Minimum reduziert wurde. Aber so schlecht war die Wahl eigentlich nicht, da ich so ältere Kaffeehäuser durchaus mag. Kommentar vom Kind – zum Glück geflüstert – war dann auch gleich, das sei ja das reinste Rentnercafé. Stimmte natürlich, aber trotzdem war es schön trocken, warm und nett da drin. Übrigens befindet sich dieses Café im Hotel Bayerischer Hof in Starnberg, ein schmuckes Haus in dem wohl schon Sissi, die Kaiserin von Österreich, viele Jahre lang ihren Sommerurlaub verbrachte. Das mal so als Wink mit dem Zaunpfahl für alle Sissi-Fans und Romantiker…

Oben die Bootshäuser am Seeufer – unten ein Blick ins Café Prinzregent in Starnberg

Nachdem ich mich mit Kaffee und Torte und das Kind sich mit Tee und Strammem Max gestärkt hatte, machten wir uns nach einer Weile wieder auf den Weg zur Bahn und konnten direkt von Starnberg bis zum Münchner Hauptbahnhof durchfahren.

Sonntag in München ist ein wenig ähnlich wie Sonntag in Stuttgart, alle Läden haben zu, man kann nur Schaufenster anschauen und vielleicht irgendwo noch Kaffee trinken gehen. Aber das hatten wir ja bereits hinter uns, also holte ich mir wenigstens zum Ende des Städtetrips noch ein paar Flyer und einen großformatigen Stadtplan bei der Touristen-Info am Hauptbahnhof und anschließend besichtigten wir, da wir ja schon in der Innenstadt waren, noch die Kirchen, die so auf dem Weg lagen. Zum Beispiel die Frauenkirche, das berühmte Wahrzeichen von München, was man auch von fast überall aus erspähen kann.

Eines der Münchner Wahrzeichen

Zur Frauenkirche fällt mir immer ein Schwank aus meinem Leben ein. Ich war jung, schön und frisch verknallt. Der Grund meines Zustandes hielt sich für ein paar Tage in München auf und rief mich ein paarmal täglich an, um mir mitzuteilen was er gerade machte und wo er sich gerade aufhielt. Das muss auch im Spätsommer gewesen sein. Jedenfalls rief er eines Nachmittags an und sagte, er säße gerade am Dom und würde ein Bier trinken. Ich fragte zurück: „Wo? Am Kon?“ – „Nein, ich sitz am Dom und trink ein Bier!“ – „Wie bitte? Am Kon?“ – „Nein, am Dom, an der Münchner Frauenkirche!“ … auf diese Art ging unser Dialog ein paarmal hin und her, bis bei ihm dann der Groschen fiel und er laut vernehmbar für alle anderen Gäste ins Handy brüllte „Ach du meinst KONDOM!“

Und noch ein berühmter Bau in München – das Neue Rathaus

Außerordentlich viel hat sich an diesem Sonntag dann nicht mehr ereignet. Irgendwann hatten wir genug von der Kälte und düsten wieder ins Hotel zurück, um unser letztes Abendessen dort einzunehmen. Aber wir hatten ja noch den Montag vor uns, an dem wir uns auch noch ein paar Sachen in München anschauen konnten. Was wir da genau angesteuert haben, verrate ich erst in meinem nächsten Beitrag!

Was hättet ihr an so einem verregneten Sonntag in München gemacht? Alte und neue Pinakotheken angeschaut? Das Deutsche Museum erforscht? Oder was gibt es noch für Möglichkeiten? Ich freue mich wie immer auf eure Kommentare!

4 Kommentare

  1. Ganz in der Nähe von Starnberg ist dann auch Possenhofen, wo Sissi aufgewachsen ist.
    Wenn ihr das nächste mal hier seid, und auf den Spuren von Sissi, dann schaut doch in der Ludwigstraße 13 vorbei. (Ihr Geburtshaus, das von Leo von Klenze erbaut wurde)

    ja, München bei Regen, was macht man da? die Museen und die Pinakothek sind dann ziemlich voll. Eine Stadtrundfahrt mit der Trambahn wäre eine Möglichkeit,kann man auch verbinden und dann bei Schloss Nymphenburg aussteigen und dies besichtigen,oder das Olympia Gelände – vielleicht mit Besuch in der Olympia Schwimmhalle oder das Sea Life.

    bin schon gespannt wie es weiter geht 🙂

  2. Ich bin grad über BrigitteMom bei Dir gelandet und stöber in Deinen Beiträgen.
    Und prompt lande ich beim Bild von Eurem S-Bahn-Halt – dem Westkreuz, das war auch viele Jahre lang "meine" S-Bahn-Station 🙂

    Das Museum Mensch und Natur ist mit Kindern sehr schön und lässt sich mit Schloss Nymphenburg und dem Botanischen Garten sehr gut kombinieren. Im Bot. Garten kann man auch bei Regen viel erkunden, die großen Gewächshäuser beherbergen viele schöne und z.T. kuriose Pflanzen.

    Viele Grüße
    Jessica, die jetzt weiter bei Dir stöbert 🙂

    • Lustig, wenn man auf diese Weise seiner eigenen Vergangenheit begegnet 😉 – ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung, wo das Westkreuz ist und ob wir das während unserer paar Tage in München bewusst durchfahren haben…

      Ja, Schloss Nymphenburg hätte ich mir auch noch gerne angeschaut, aber das werden wir einfach das nächste Mal machen, dann in Kombi mit dem Botanischen Garten und vielleicht dem Museum Mensch und Natur!

      Vielen Dank für die Tipps und viel Spaß beim weiter stöbern!
      LG
      SvL

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